Marcus Tandler

Facebook ermöglicht Veröffentlichen von Jobangeboten

Facebook hat in den USA und Kanada ein neues Feature gelauncht: es ist nun möglich direkt auf Facebook ein Jobangebot einzustellen. Außerdem können sich Facebook-Nutzer direkt über Facebook bewerben. Jobangebote können ganz einfach über die eigene Facebook-Seite eingestellt werden (eine Facebook-Seite ist Grundvoraussetzung für das Posting von Jobs). Bewerbungen flattern direkt ins Postfach der FB-Seite. Da dem Personaler sofort ersichtlich ist, wer die Bewerbung geschrieben hat, ist es empfehlenswert vorab die Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen. Wann diese Funktion in Europa an den Start gehen wird, ist bislang noch nicht bekannt. Ebenso nicht bekannt ist, ob das Einstellen von Jobangeboten dauerhaft kostenfrei bleiben wird. Allerdings glaube ich, dass das Einstellen von Jobangeboten an sich selbstverständlich kostenfrei bleiben wird (immerhin sind Jobangebote ja nur ein speziell formatierter Facebook-Post), Facebook verspricht sich sicherlich einen Uplift Ihrer Advertising-Umsätze durch die Möglichkeit Jobangebote entsprechend zu promoten. Smarter Move! Noch mehr Infos und viele Screenshots findest Du bei den Kollegen von AllFacebook.

Die Geister, die man rief

2017 wird sicherlich ein entscheidendes Jahr für einige Jobbörsen. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass der in Texas ansässige US-Jobbörsen-Star Indeedaus strategischen Gründen” demnächst keine Jobs mehr von DE Branchenprimus StepStone listen will. Nachdem Indeed dank Google wohl auch in DE mittlerweile die größte Reichweite vorzuweisen hat, wird also nun bald damit begonnen die Mitbewerber auszubluten. Der Flirt mit der Indeed-Reichweite war sicherlich verführerisch, solange mittels Indeed zusätzliche Reichweite kostengünstig gekauft werden konnte, aber damit ist nun Schluß. Natürlich nährt sich StepStone noch immer durch seinen exzellenten Brand, aber progressive HR-Abteilungen kaufen Stellenanzeigen mittlerweile nach harten KPIs ein, bei denen der Brand der Jobbörse oftmals keine Rolle mehr spielt. Indeed wird sich auf jeden Fall sehr bemühen die wichtigsten Stellenanzeigen-Kunden nun direkt zu aquirieren. Über Jahre hat man selber mitgeholfen den Endgegner richtig groß und fett zu machen, nun braucht es eine gute Strategie, die Geister die man gemeinschaftlich gerufen hat wieder loszubekommen. Viel Glück!

Damit der Beitrag nicht ganz so traurig und düster ist, hier noch eine lustige schwäbische Stellenanzeige:

(via Google+)

Weltreisewillige gesucht!

Neues Jahr, neue Herausforderung! Wer aktuell damit liebäugelt sich dieses Jahr beruflich zu verändern sollte sich dieses ungewöhnliche Stellenangebot von Royal Carribean Cruises mal genauer anschauen. Zwar handelt es sich nur um ein Praktikum (Intern-”Ship” #lol), aber diese 3-wöchige Praktikum hat es in sich. Die Aufgabe besteht lediglich darin auf Kreuzfahrt zu gehen und die Reiseeindrücke auf dem Instagram Account von Royal Carribean zu veröffentlichen. Nicht nur die Kreuzfahrt ist umsonst, zudem wird das Praktikum auch noch mit 3.000 GBP vergütet – ein wahres Traumpraktikum!

Darüber hinaus sucht eine Familie aus Utah in den Vereinigten Staaten eine Nanny, die mit auf eine 12-monatige Weltreise kommt! Mehr Infos und ein Video der Familie findet ihr hier.

Es weihnachtet sehr

Weihnachten steht vor der Tür! Wer noch keine eMail Abwesenheitsmitteilung eingerichtet hat – beim KarriereSPIEGEL gibt es einen Generator für Abwesenheitsmitteilungen.
Im Januar beginnt dann die alljährliche Jobbörsen-Hochphase, da ein neuer Job wohl noch immer zu den am häufigsten geäußerten Vorsätzen fürs neue Jahr gehört. Nicht verwunderlich, wenn man liest, dass satte 85% der Angstellten nur eine geringe bzw. überhaupt keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben.
Ebenfalls lesenswert: Ina über Internationale Jobtrends 2016 auf BerufeBilder.de.
In diesem Sinne wünscht euch der Job-Blogger ein fröhliches Weihnachtsfest und einen tollen Start in ein ereignisreiches neues Jahr 2017! Ho Ho Ho

Der Endgegner steht vor der Tür

Der Endgegner der Jobbörsen-Branche steht vor der Tür – Google hat vergangene Woche eine Cloud Jobs API veröffentlicht, mit Hilfe derer das Matching von Stellenanzeigen und geeigneten Bewerbern – letztendlich die Relevanz der Suchergebnisse – signifikant verbessern werden kann. Google startet keine eigene Jobbörse, sondern hilft vielmehr Karrierseiten noch bessere Suchergebnisse bereitzustellen – ein wirklich smarter Move! Die so gewonnenen Erfahrungen lassen sich sicherlich in einem nächsten Schritt noch besser nutzen. Wäre nicht die erste Branche, in der dies so läuft… Die bloggende Wollmilchsau hat diesem Thema einen sehr ausführlichen Artikel gewidmet – Lesebefehl!

Ebenfalls lesenswert > Die lustigste Stellenanzeige Berlins – Dit is Berlin!
Wer lieber um die Welt reist und remote arbeiten will, findet im KarriereSPIEGEL die 20 besten Städte für Expats.

Dies & das (die 79ste)

Zur Zeit findet ja in Köln die Messe Zukunft Personal statt – dieses Jahr scheinbar mit Besucher- bzw. Austellerrekord. Die Branche scheint also unbeschadet aus dem Tal der Tränen herausgekommen zu sein – der Innovationsmotor in der deutschen HR Branche läuft auf jeden Fall – Glückwunsch an alle Gewinner beim diesjährigen HR Innovation Award.

Alte Zöpfe werden überall abgeschnitten – vor kurzem ging ja das altersschwache Monster über die virtuelle Ladentheke. Auch die CareerBuilder Mutter TEGNA will nun scheinbar ihren 53%igen Anteil an CB loswerden. Bin mal gespannt, ob / wer hier zuschlägt, das Interesse sollte ja nicht allzu hoch sein, vor allem auch, weil von der ehemals guten Sichtbarkeit im Google Index nicht mehr viel übrig ist.

Noch ein Teaser: Glassdoor (das US-amerikanische Vorbild von Kununu) hat gerade “Know your worth” gelauncht, mit dem man sein Gehalt mit anderen Arbeitnehmern vergleichen kann – je nach Stadt, Branche, Job, Erfahrung variieren die Ergebnisse natürlich sehr stark, aber sobald hier eine kritische Masse an (anonym) hinterlegten Gehältern erreicht ist, kann dies in der Tat ein hilfreicher Service für die nächste Gehaltsverhandlung sein.

Traumjob für Alkoholiker

Einen Traumjob auszuloben taugt seit jeher als guter Linkbait. Die Aktion “bester Job der Welt” aus dem Jahr 2009, bei der ein Blogger gesucht wurde, der ein halbes Jahr auf einer Insel beim Great Barrier Reef wohnen und über die touristischen Attraktionen der Insel bloggen soll, war meines Wissens die erste Aktion dieser Art. Neben dem Mega-Buzz (so hat gefühlt fast jedes Online-Medium über diese Aktion berichtet) haben sich zudem auch noch über 35.000 Blogger für diesen besten Job der Welt beworben.

Wer statt Insel-Hopping lieber dem Alkoholkonsum fröhnt, für den könnte dieser Job hier der absolute Traumjob sein. Das Gin-Portal ILoveGin.com sucht aktuell nämlich einen Gintern – Frei nach dem Motto “Travel, Drink Gin, Get Paid” besteht die Hauptaufgabe darin diverse Gin-Destillerien in Europa zu besuchen – natürlich mit anschließender Kostprobe. Nix für anonyme Alkoholiker, professioneller Alkoholkonsum gehört auf jeden Fall zum Anforderungsprofil dieses doch recht ungewöhnlichen Praktikums. Prost!

Ebenfalls lesenswert > ein Artikel auf Medium: “I Got Scammed By A Silicon Valley Startup“, der recht hohe Wellen in der StartUp Community geschlagen hat. Interessant für JOBlog-Leser, da es sich bei dem betrügerischen StartUp um ein StartUp aus dem Karriere-Bereich handelt (weitere Diskussion auf HackerNews).

Das gekaufte Monster

Es geht Schlag auf Schlag – nachdem Indeed letztes Monat SimplyHired übernommen hat, machte heute die News die Runde, dass Personalvermittler Randstad das Monster gekauft hat! 429 Millionen in cash klingt nach den milliardenschweren Übernahmen der letzten Wochen (Walmart/Jet.com, Microsoft/LinkedIn etc.) eher knickrig, nachdem das Monster aber schon länger sein Mojo verloren zu haben scheint, klingt das ganze eher nach einem guten Deal für das in Massachusetts / U.S. ansässige Unternehmen. Immerhin läuft Indeed dem Monster aktuell den Rang ab – ein Blick auf SimilarWeb Daten verrät, dass Indeed mittlerweile fast das zehnfache (!) an Traffic hat und während sich das Monster in den letzten Monaten eher horizontal bewegt, wächst Indeed Monat für Monat – und das auf hohem Niveau (Indeed hat das Monster übrigens erstmals 2010 trafficmässig überholt):

Quelle: SimilarWeb

Die Monster Aktie zeigt das gleiche Bild – Der Übernahmepreis pro Aktie ist gerade mal die Hälfte des damaligen Ausgabepreises (Der Börsengang war 1996). Zwischenzeitlich, im Jahr 2000, lag die Aktie sogar mal bei 90 USD! Ein strahlender Gewinner der Digitalisierung sieht anders aus… dennoch natürlich herzlichen Glückwunsch an das Monster!

Indeed übernimmt SimplyHired

Vor kurzem kam es zu einem wahren Feuerwerk in unserer Branche, welches erstaunlicherweise kaum Beachtung in den branchenüblichen Blogs gefunden hat: Recruit Holdings, die Betreiber von US-Jobbörsen-Platzhirsch Indeed, haben SimplyHired übernommen. Mehr Infos gibt’s bei Eva im Blog. In der Tat ein beachtlicher Move von Recruit Holdings, die sich anschicken mit der Übernahme der vormals zweitgrößten Jobsuchmaschine zum weltweit größten Player in diesem Business aufzusteigen. Nach der Übernahme von LinkedIn durch Microsoft ist MSFT wohl der einzige Player, der Indeed noch gefährlich werden kann – es bleibt spannend!

In other news: Herzlichen Glückwunsch an Jo vom Recrutainment Blog zu 1.000 Beiträgen und 9,5 Jahre HR-Blogging.

HR Hackathon bald auch in München

Der von Eva und ihrem Team initiierte HR Hackathon entwickelt sich prächtig. Letzte Station war Berlin und im September / Oktober wird der erste HR Hackathon in München stattfinden. Wirklich ein interessantes Format – Chapeau! Es gibt bereits einige spannende HR-Projekte, die ihren Ursprung beim Hackathon hatten, wie bspw. Arbeitszeugnis.io, deren App automatisch via Foto Formulierungen im Arbeitszeugnis entschlüsseln kann – Arbeitszeugnis-Analyse via App, spannend!

Eva hat auch gerade gestern wieder frische Daten über die Top 15 Jobbörsen in Deutschland gebloggt. Vor allem der massive Drop vom Monster ist sehr interessant, StepStone baut somit seine beeindruckende Vormachtstellung innerhalb der allgemeinen Jobbörsen weiter aus.

Noch ein Lesetipp im KarriereSpiegel – sterben Bewerbungsfotos aus? Interessantes Interview mit Siemens-Personalchefin Janina Kugel.