Marcus Tandler

10 Tipps für einen gesünderen Arbeitsplatz 2014

Ein neues Jahr hat begonnen, die Probleme vom alten sind aber immer noch dieselben. Die einen klagen ständig übe Rückenschmerzen, den anderen fehlt die Motivation. Wir neigen vor allem jetzt in der dunklen Jahreszeit dazu, krank zu werden. Es sind aber nicht immer nur die äußeren, witterungsbedingten Einflüsse, die uns zu schaffen machen. Oft sind es einfache Dinge, die wir an uns selbst oder in der direkten Umgebung ändern können, um uns besser zu fühlen.

Es gilt aktiv zu werden. Prävention ist ein wichtiger Bestandteil im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die wichtigste, die primäre Prävention, ist jene, die eine Krankheit schon vorbeugt, bevor sie entsteht. Es kann also viel getan werden, um unsere Gesundheit zu erhalten und auch zu fördern. Die folgenden 10 Tipps steigern das Wohlbefinden am Arbeitsplatz erheblich.

1. Richtiges Sitzen

Ergonomische Büroarbeitsstühle sind mittlerweile schon zur Norm geworden. Tipps für die richtige Einstellung wird den Mitarbeitern jedoch vorenthalten. Oft fehlen Ergonomieberater, die den Stuhl jedem einzelnen Mitarbeiter individuell einstellen. Es kommt nicht nur darauf an, einen ergonomischen Stuhl zu besitzen, man muss damit auch ergonomisch sitzen.

Eine sehr gute Beratung gibt es im folgenden Video von Eckhard Hillebrand. Beim Sitzen ist beispielsweise darauf zu achten:

  • Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel größer gleich 90 Grad
  • Mit dem Gesäß bis zur Rückenlehne – vollflächiges Sitzen
  • 2-3 Fingerbreit Abstand zwischen Kniekehle und Sitz – kein Blutstau
  • Armauflagen als Verlängerung der Tischkante (Ober- und Unterarm bilden etwa 90 Grad)
  • Lordosenstütze etwa auf Gürtelhöhe
  • dynamisches Sitzen – die Wirbelsäule wird nur durch Bewegung ernährt
  • Bildschirmoberkante auf Höhe der Augen
  • Bildschirm parallel zur Fensterfront platzieren
  • ergonomische Maus und Tastatur benutzen (vertikale Maus, in der Mitte gespreizte Tastatur)

2. Steh-Sitz-Arbeitsplatz

Unser Körper ist anatomisch nicht dafür ausgelegt, 8 Stunden am Tag zu sitzen. Unsere Wirbelsäule wird dadurch enorm belastet. Deshalb ist es, wie oben schon erwähnt, sehr wichtig, dass wir dynamisch sitzen. Schaukeln auf dem Stuhl ist also kein Zeichen von fehlendem Anstand, sondern zeugt davon, dass wir uns um unsere Gesundheit kümmern.

Das beste wäre ein in der Höhe hydraulisch oder elektrisch verstellbarer Tisch. Somit könnten wir unsere Arbeit immer mal wieder vom Sitzen ins Stehen verlagern. Durch die Bewegung und Haltungsänderungen beugen wir vielen Krankheiten vor.

Jedoch besitzt nicht jeder das Privileg, an einem Steh-Sitz-Arbeitsplatz arbeiten zu können. Hier empfiehlt es sich, einige Tätigkeiten wie das Telefonieren im Stehen zu verrichten. Auch kurze Besprechungen mit den Kollegen können so abgehalten werden. Wenn nötig, können Regale oder Schränke als Ablage genutzt werden.

Eine Regel besagt, dass man 60 Prozent im Sitzen, 30 Prozent im Stehen und 10 Prozent im Gehen arbeiten sollte.

3. Drucker und Kopierer weiter weg platzieren

Das papierlose Unternehmen ist trotz seiner Vorteile leider noch nicht flächendeckend umgesetzt worden. Es sind wohl die meisten, die ihre Dokumente nicht digital lesen und archivieren, sondern die dies noch auf gedrucktem weißen Papier tun. Oft stehen Drucker, Kopierer und Scanner direkt neben dem Arbeitsplatz, was den Vorteil der kurzen Wege hat.

Jedoch sollten wir auch hier unsere Gesundheit in den Vordergrund rücken. Die Devise ist Bewegung. Wenn die Peripheriegeräte in einem separaten Raum stehen oder in einem Bereich am Ende des Büros, sind wir immer wieder aufgefordert, uns zu bewegen. Unser Körper wird es uns danken.

4. Licht am Arbeitsplatz

Gerade jetzt im Winter, wenn das Licht Mangelware ist, spüren wir seine Auswirkung auf unseren Organismus. Licht ist ein essentieller Lebensbestandteil. Unsere innere Uhr richtet sich danach (zirkadianer Rhythmus). Es ist also wichtig, jeden Tag genügend Licht aufzunehmen. 

Leider sind immer noch einige Büros wie "Bunker" ausgestattet. Entweder man befindet sich wirklich im Bunker und hat nicht die Möglichkeit, Tageslicht herein zu lassen oder das bisschen Tageslicht wird durch Schränke, Regale und Sonstigem vom Eindringen abgehalten. 

Hat mein keine natürliche Lichtquelle am Arbeitsplatz, sollten Tageslichtlampen anstatt normalem Glühlampen eingesetzt werden. Diese ahmen die Lichtfarbe des Sonnenlichts nach und besitzen einen UV-Anteil.

In jenen Büros, wo jedoch Fenster existieren, kann durch eine einfache Umgestaltung der Räume mehr Tageslicht hereingelassen werden. 

Lichtmangel kann auf Dauer gesundheitliche Folgen mit sich bringen (Depression).

5. Richtig lüften

Auch das Klima ist ein wichtiges Kriterium für das Wohlbefinden und die Gesundheit. Vor allem in den Wintermonaten ist darauf zu achten, dass wir richtig lüften. Ist die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch, können Wände beginnen zu schimmeln. 

Die beste Methode ist das Stoßlüften. Für eine kurze Zeit werden die Fenster ganz geöffnet und es kann ein optimaler Lufttausch stattfinden. Mit einem Hygrometer kann die relative Luftfeuchte gemessen werden. Diese sollte immer etwa bei 50 Prozent liegen.

Ständig gekippte Fenster sind deshalb nicht optimal, da sie nicht die ganze Luft im Raum austauschen und in der Heizungsperiode sehr viel Energie verschwenden.

6. Pflanzen

Jeder weiß, dass ein Spaziergang im Grünen die Seele befreit. Auch im Büro können Pflanzen unser Wohlbefinden steigern. Jedoch ist darauf zu achten, wenn man ein grünes Büro einrichten möchte, dass die Pflanzen bei niemand allergische Reaktionen auslösen. Und wie bei so vielem, sollte man nicht übertreiben. Es ist ein Büro und kein Dschungel.

Eigenschaften von Pflanzen:

  • psychologische Wirkung (beruhigend, stressmindernd)
  • filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft und verbessern die Luftqualität
  • dämpfen den Lärmpegel
  • sorgen für ein gutes Klima, da sie die Luftfeuchtigkeit regulieren

7. Bildschirmpausen

Unsere Augen verrichten Höchstleistungen, wenn wir täglich auf den Bildschirm starren. Tränende Augen oder ständiges Zukneifen sind die ersten Anzeichen dafür, dass man etwas verändern sollte. Oft liegt es nur an den Einstellungen des Bildschirms oder an der falschen Sitzhaltung (siehe oben). 

Wer sehr viel am Bildschirm arbeitet, sollte sich eine Software für Bildschirmpausen installieren. Diese erkennt, wie lange man schon am Rechner sitzt und erinnert einen von Zeit zu Zeit daran, eine Pause einzulegen. Einige Programme zeigen währenddessen Simulationen für kleine Entspannungsübungen. 

8. Leichte Mahlzeiten

Mittagspause und ab in die Gaststätte zur goldenen Möwe. Dieses Ritual, Fast-Food am Mittag zu essen, pflegen leider sehr viele. Danach wundert man sich, warum man so gerädert und müde am Arbeitsplatz sitzt. Unser Verdauungssystem hat durch diese schwere Kost sehr viel zu verarbeiten. Die ganze Energie wird darin gesteckt, das fettige und Kohlenhydrat reiche Essen zu verdauen. 

Viel besser wären leichte Mahlzeiten. Einige Kantinen bieten spezielle, ballaststoffreiche Gerichte an. Diese liegen nicht so schwer im Magen und durch die Ballaststoffe bleibt man länger satt. Wer jedoch nicht die Möglichkeit hat, ein solches Gericht in der Kantine zu sich zu nehmen, sollte seine Mahlzeiten gezielt aussuchen. 

9. Schlafen/ Powernapping in der Mittagspause

Der Begriff Powernapping ist in aller Munde. Er bedeutet, seine Energiereserven durch einen kurzen und erholsamen Schlaf wieder vollständig aufzufüllen. Jedoch sind dafür einige Dinge zu beachten. Es ist wichtig, nicht zu lange zu schlafen. 10 bis 30 Minuten sind ein Richtwert. In dieser Zeit sollte man am besten sein Smartphone und das Geschäftstelefon ausschalten. Es empfiehlt sich auch, den Kollegen bescheid zu geben, dass man in der nächsten halben Stunde nicht gestört werden möchte. 

Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, kann Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung oder autogenes Training ausprobieren. Viele Unternehmen bieten hierzu schon Kurse an.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass der Mittagsschlaf zur Gesundheit beiträgt und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter danach erheblich steigt. Eine Win-Win-Situation also.

10. Mehr Bewegung auf dem Weg zur Arbeit

Wir steigen zuhause ins Auto ein, fahren zur Arbeit und suchen uns dort einen Parkplatz, der sich am besten direkt vor dem Arbeitsplatz befindet. Bewegung ist für viele zu einem Fremdwort geworden. Wie nun schon häufig erwähnt, ist eine ausreichende Bewegung aber sehr wichtig.

Was wäre denn, wenn wir mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren? Was wäre, wenn wir zu Fuß dorthin gehen? Wir müssten nicht in teure Fitnessstudios gehen und würden uns viel wohler fühlen. Schon alleine das Gefühl, morgens etwas für seine Gesundheit getan zu haben, trägt erheblich zum Wohlbefinden bei. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir auch immer etwas für unseren Geldbeutel und unsere Umwelt tun. Wir verbrauchen keinen Kraftstoff. 

Ist der Weg zur Arbeit jedoch zu weit, um mit dem Fahrrad oder zu Fuß dorthin zu gelangen, können wir dennoch etwas tun, um uns mehr zu bewegen. Es muss nicht immer der Parkplatz direkt am Arbeitsplatz sein. Wer ein zwei Straßen weiter weg parkt, kommt auch ans Ziel. Haltestellen für Bus und Bahn gibt es alle paar Hundert Meter. Also warum nicht mal eine oder zwei Haltestellen früher aussteigen?

Unsere Gesundheit dankt es uns!

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag von Stefan Reinsprecht vom Arbeit macht gesund Blog!

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3 Reaktionen zu “10 Tipps für einen gesünderen Arbeitsplatz 2014”

  1. [...] Damit wir das Jahr 2014 fit und gesund im Büro überstehen, gab es im JOBlog zehn Tipps für einen gesünderen Arbeitsplatz. [...]

    Lesetipps: Hilfe für Karriere und Büro-Alltag {2} | Jeden Tag ein Tipp am 7. March 2014 um 11:10 Uhr
  2. Hallo, ich denke, dass eigentlich jeder weiß, wie gesund Bewegung ist. Leider sind wir oftmals zu bequem dafür. Umso besser, dass dieser wichtige Punkt hier noch einmal aufgeführt ist. Danke und viele Grüße Werner Schmidt

    Werner Schmidt am 19. March 2014 um 21:57 Uhr
  3. Hallo!

    Ich kann jeden dieser Tipps nur bestätigen! Ich hatte vor ca. zwei Jahren einen Bandscheibenvorfall und zwar auf Grund von mangelnder Bewegung! Auch kein Wunder, wenn man 12 Stunden täglich am Schreibtisch sitzt. zum Sporttreiben hatte ich schlicht und einfach oftmals keine Zeit! Also habe ich mir angewöhnt zwischendurch im Büro einfach mal regelmäßig hin und her zu gehen, auch mal ein paar Übungen machen, die man auch dort leicht machen kann und vor allem mir einen richtig guten Schreibtischstuhl gekauft. Morgens mit dem Rad zur Arbeit und Abends ebenfalls hilft übrigens auch enorm! Viele Grüße, Rico

    Rico Ryssel am 10. April 2014 um 17:32 Uhr

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