Marcus Tandler

Expertenrat ist teuer…

Die Lage ist ernst – 5 Millionen Arbeitslose, und eine Verringerung dieser historischen Rekordmarke scheint nicht in Sichtweite. Es wird also Zeit, dass sich die klugsten Köpfe unseres Landes zusammensetzen, und Strategien entwickeln, wie es mit Hartz IV weitergehen sollte…

Genau dies passierte unlängst auf einer Tagung der Hanns Martin Schleyer Stiftung. Führende Arbeitsmarktexperten und anerkannte Ökonomen brachten Vorschläge, wie man der “Plage” her werden könnte. Was hier aber an Vorschlägen gebracht wurde grenzt nicht nur an…. ach, lest selber…

So präsentierte Hilmar Schneider, seines Zeichens der Direktor für Arbeitsmarktpolitik am Bonner IZA-Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (was für ein Name… 🙂 ) das Modell mit Arbeitslosen-Auktionen Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot zu bringen. Die Arbeitskraft der Arbeitslosen, wird also wie früher auf dem Sklavenmarkt meistbietend versteigert – wer also eine unliebsame Arbeit zu erledigen hat, kann sich in Zukunft mit Schneiders Hilfe, Arbeitslose ersteigern, die dieses dann bereitwillig zu tun haben. Lustigerweise ist aber vorgesehen, den Arbeitslosen weiterhin nur Ihr Arbeitslosengeld zu zahlen, die Erlöse aus der Versteigerung würden der öffentlichen Hand zufließen (womit dann wahrscheinlich das ALGII der Leute finanziert werden soll, die keine Lust auf diesen Schmarrn haben).

Auch der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz hat eine tolle Idee, so will er die Ein-Euro-Jobs weiter ausweiten, und in Zukunft Ein-Euro-Jobber nicht nur für gemeinnützige Arbeiten heranziehen, sondern alternativ diese ebenfalls für normale Unternehmen zugänglich machen. So können in Zukunft billige Arbeitskräfte gegen noch billigere Ein-Euro-Jobber ausgetauscht werden – Juchee! Die Unternehmen werden jubeln! Franz sieht übrigens Sorgen bezüglich einer derartigen Verdrängung als übertrieben an…

Die Krönung ist aber der Vorschlag von Steffen Roth, dem Chef des Otto-Wolff-Instituts für Wirtschaftsforschung, der Arbeitslose ohne jegliche Bezahlung gemeinnützige “Ersatzbeschäftigungen” erledigen lassen will. Laut seiner Aussage eine Angebot an alle “„die sich fair verhalten“ und für ihr Alg II eine Gegenleistung erbringen möchten“. Na hier werden sich die Arbeitsagenturen vor Anfragen wohl kaum retten können!

… naja, ich will jetzt die Thematik nicht trivialisieren – ist ja nicht so, dass ich das Patentrezept zur Bekämpfung von Rekordarbeitslosigkeit habe, aber dennoch muss ich fragen – IST DAS ALLES?? Solch anerkannte “Experten”, und gleich dreimal ein derartiger weltfremder Mist? Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber das ist doch wahr 🙂

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