Marcus Tandler

Fixes- oder Variables Gehalt?

Frauen gehen beim Gehalt eher auf Numme sicher!
Zumindestens behauptet dies das Institut zur Zukunft der Arbeit, auf Basis eines zusammen mit der Uni Bonn durchgeführten Experiments.
Der Versuchsaufbau ist schnell erklärt – 240 Frauen un Männer mussten als fiktiven Job Zahlenpaare multiplizieren. Nach ein paar Minuten Proberechnen durften sie sich dann entscheiden, wie die Entlohnung für diese Tätigkeit aussehen soll – entweder 7 Euro fix, oder jeweils 20 cent für jede korrekt gelöste Aufgabe… Laut der Uni Bonn schafften es schnelle Rechner mit diesem Modell bis zu 20 Euro zu verdienen. Verglichen mit dem angebotenen Fixgehalt von 7 Euro, immerhin satte 185 Prozent mehr Gehalt!
Für dieses variable Entlohnungsmodell entschieden sich aber gerade mal 45 Prozent aller Probanden. Bei den Männern waren es aber immerhin 74 Prozent!
Für den Bonner Wirtschaftswissenschaftler Thomas Dohmen eine eindeutige Sache – Frauen bevorzugen sichere Entlohnungssysteme!

In einem zweiten Experiment fügte man dem Versuchsaufbau noch ein kompetitives Element hinzu, so konnten sich die Probanden neben dem Fixgehalt, für eine Turniervariante entscheiden, in Folge derer die Zahlenpaare auf Zeit errechnet werden mussten, und nur der schnellere für die getane Arbeit entlohnt wurde. Dafür aber immerhin mit 20 Euro cash auf die Kralle. Der im direkten Duell unterlegene Rechner ging bei dieser Variante komplett leer aus.
Auch hier schienen die Männer wieder etwas risikofreudiger zu sein, so entschieden sich immerhin 58 Prozent für diese Variante. Von den Teilnehmerinnen der Studie wählten aber 60 Prozent die Fixvergütung und verzichteten auf das um die Wette rechnen, auch wenn sie dadurch verhältnismässig weniger Geld für die gleiche geleistete Arbeit bekamen.

Laut Dohmen kann man aus diesen Ergebnisse ableiten, dass Frauen weniger risikofreudig als Männer sind, und sich in der freien Wirtschaft gerade bei der Frage nach fixem- und variablem Gehalt eher für eine vermeintlich sichere fixe Vergütungsstruktur entscheiden – auch wenn Sie mit einem hohen variablen Anteil westentlich mehr verdienen könnten.

Ich würde dieser Behauptung bedingt zustimmen – zum einen denke ich schon, dass gerade Frauen etwas zurückhaltender in der Beurteilung der eigenen Fähigkeiten sind, und sich daher auch eher für fixe Vergütungsmodelle entscheiden (sofern dies in ihrer Entscheidungsgewalt liegt), aber auf der anderen Seite unterstützt der Versuchsaufbau ja auch gerade den Ur-Trieb des Mannes sich ständig im Wettbewerb mit anderen zu sehen (vor allem, wenn man(n) weiß, dass es sich sowieso nur um ein Experiment handelt – es also nichts zu verlieren gibt)…

Natürlich entscheide ich mich für die variable Variante – ich bin ja der Beste!” oder auch “Gegen jemand anderen um den vollen Jackpot knobeln – Na logo, keiner kann mich schlagen” …

… dreimal noch auf den Brustkorb getrommelt, und schwupps hat der Herr Professor seine durchschlagenden Ergebnisse 🙂

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