Marcus Tandler

2 Schritte vor, und 3 zurück – des Monsters neue Suche

Monster hat unlängst seine neue Suche gelauncht – laut Monster soll die Jobsuche dank der neuen Suchtechnologie jetzt noch schneller von der Hand gehen, und Stellenanzeigen auch besser auf das Gesuchte gematched werden (das gute alte Beispiel des “Vertriebsmitarbeiters“, der auch Jobs für “Sales Manager” und “Key-Account Manager” angeboten bekommt). Ok – so weit, so gut – eigentlich nix außergewöhnliches, bzw. nichts was man sich sowieso schon einer einer großen Online-Jobbörse erwartet.

Probiert die Suche doch selber mal schnell aus ->
Neue Monster Jobsuche

Einfach auf “zur Jobsuche BETA” klicken, und mit der neuen Suche loslegen…

Auf den ersten Blick wirkt die Suche etwas überfrachtet – kam die Standardsuche noch mit zwei Eingabefeldern aus (Stichwort & Arbeitsort), gibt es nun drei Felder -> “Job-Titel“, “Fähigkeiten” und den “Arbeitsort“. Das mag auf den ersten Blick logisch klingen, aber der Jobsuchende erwartet oftmals halt eine Google´sche Suchlogik -> ein Suchfeld, und los geht´s! Bzw. nutzt er einfach das erste Feld entsprechend, und drillt dann in den Suchergebnissen weiter runter.

Die Suche offenbart dann aber ein paar eklatante Mängel, so ergibt bspl. eine Suche nach “Führerschein” im Job-Titel Feld keine Ergebnisse, aber der Angebote Eye-Opener Link “Nach Jobs suchen die “führerschein” als Fähigkeit oder Stichwort erfordern.” ergibt dann ebenfalls 0 Ergebnisse (obwohl es über 1.000 gibt, wenn man gleich richtig im entsprechenden Feld sucht) – alles nur, weil das Umlautzeichen nicht korrekt übergeben wird, und halt nicht nach “Führerschein” gesucht wird (obwohl das der Link eigentlich suggeriert), sondern stattdessen nach “führerschein

Gut, ein relativ einfach zu behebender Bug, aber dennoch sollte man vielleicht direkt das entsprechende Ergebnis antriggern, wenn eine Suche kein Ergebnis produziert, aber im anderen Suchfeld ein Ergebnis zum Vorschein bringen würde, denn der Teaser ist relativ klein und unscheinbar, so dass der Jobsuchende eher frustriert die Seite wieder verlässt, anstatt sich länger mit der Suche auseinanderzusetzen.

Auch der Auto-Fill der Suchfelder ist eher verwirrend, denn wenn ich bspl. “SEO” suche, bekomme ich direkt diverse SEO Job-Titel angeboten, wie bspl. “Leiter SEO“, “stellv. Leiter SEO“, “Spezialist SEO” & “Manager SEO” – man fühlt sich quasi genötigt gleich unter diesen Vorschlägen ein Ergebnis finden zu müssen, obwohl alle vier in diesem Fall angebotenen Job-Titel für jemanden der nach SEO sucht gleichsam interessant sein dürften. Klar, kann man die Suche auch so abschicken, und bekommt somit alle entsprechenden Ergebnisse ausgeworfen, dennoch dürfte diese Instant-Suche eine Menge Leute ein wenig verwirren. Es wird ja nicht gesagt, dass man auch ganz broad suchen kann, und so alle relevanten Ergebnisse präsentiert bekommt.

Auch die Drilldown-Optionen sind teilweise etwas überfrachtet bzw. produzieren teilweise etwas komisch anmutende Suchergebnisse, so bekommt man bspl. wenn man nach Jobs für “Kraftfahrer” sucht, und das Gehalt auf “pro Jahr” über 125.000 Euro (!!) einstellt immer noch satte 8 Ergebnisse! Seht selber ->
Die bestbezahlten Kraftfahrer Jobs der Welt

Monster hat wirklich die bestbezahlten Kraftfahrer Jobs der Welt *hihi*

Die Gehaltsschraube scheint generell noch nicht so wirklich zu funktionieren, denn wenn man bspl. aus so einer Ansicht die “Jobs ohne Gehaltsangabe” rausnimmt bekommt man nämlich in den meisten Fällen keine Stellenanzeigen mehr präsentiert – wieso trotzdem Ergebnisse zu finden sind bleibt wohl ein Geheimnis der Monster´schen Programmierer. Wieso dann überhaupt eine derartige Option anbieten, wenn die Ergebnisse sowieso totaler Bogus sind?

Insgesamt finde ich die neue Suche zwar recht nett, aber doch sieht das Ganze eher nach einem Rückschritt aus, denn die Leute wollen nun mal eher weniger als mehr Suchfelder, und die stolz propagierten weniger aber dafür besser getargeteten Suchergebnisse, sind eher ein Schuss ins Knie, weil der User einfach nicht das ganze Angebot zu Gesicht bekommt, wenn er nicht genauso sucht, wie er korrekt zu suchen hat… und das tun nun mal die wenigsten…

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Der LinkedIn Apply-Button kommt… in Mode? – interessante Insights von Eva – vor allem auch ein interessanter Vergleich mit einem Feature, dass Personaler schon vor vielen Jahren genervt hat – Top oder Flop?

Die ersten vagen Ergebnisse der anonymen Bewerbung, die Konzerne wie die Deutsche Telekom oder auch L´Oreal derzeit testen, sind da, versprühen aber wenig Begeisterung… Da frage ich mich, wer wirklich erwartet hätte, das Personaler da bald Loblieder drauf anstimmen, denn die anonyme Bewerbung hilft meiner Meinung nach eher dem Bewerber als dem Personaler.

Und dann mal wieder eine tolle Zusammenstellung zehn kreativer Bewerbungen auf dem US-amerikanischen Blog Mashable – vor allem die Idee mit dem QR-Code ist einfach klasse! Mein Kandidat für die kreativste Bewerbung 2011!

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