Marcus Tandler

Ossis unerwünscht?

Schon wieder ein lustiger arbeitsrechtlicher Fall made in Germany -> Die Bewerbung einer aus Ostdeutschland stammende Buchhalterin, wurde von einer Firma aus Baden-Württemberg mit der doch recht zweifelhaften Begründung, dass die Frau eben aus dem Osten Deutschlands stamme, abgelehnt. Im Ablehnungsschreiben klang das noch ein wenig anders, aber auf dem zurückgesandten Lebenslauf fand die Dame das Wort “Ossi” vermerkt, was wohl auf den wahren Ablehnungsgrund schließen lässt… krasse Geschichte (die ganze Geschichte kannst Du auf Welt Online nachlesen), vor allem, weil das seitens der Firma sicherlich nicht so geplant war… da wurde wohl für jemanden eine Vorauswahl getroffen, aber anstatt mit einem Post-it, oder was weiß ich auch immer, halt der doch recht perfide Grund einfach nonchalant direkt auf dem Lebenslauf vermerkt…

Dieser Vermerk sei laut der Firma auch “unglücklich” gewesen ->
Keine Frage – das war ein Fehler von uns, dass diese interne Notiz, die da drauf kam, das Haus verlassen hat

Nun muss sich die Firma natürlich vor Gericht gegen den Vorwurf verteidigen, dass in diesem Fall das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) nicht befolgt wurde – dieses Antidiskriminierungsgesetz kümmert sich ja nicht nur um Fälle Mann vs. Frau, sondern eben auch um solche Fälle, wo aufgrund der ethnischen Herkunft diskriminiert wird. Aber genau darum geht es nun auch im Gerichtsverfahren, dass bald vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht losgehen wird -> Das Gericht muss entscheiden, ob “Ossi” eine eigene ethnische Herkunft ist! Ist der “Ossi” als eine eigene Ethnie (eine Art eigener Menschenschlag), oder einfach nur ein Bewohner eines ostdeutschen Bundeslands, was wohl jeder von uns sofort sagen würde…

Das wird ein lustiger Fall werden, denn dieser Fall ist bisher ohne jedwedes Vorbild. Die Firma wird sich auf jeden Fall noch mächtig für ihren Faux Pas in den Hintern beißen – denn auch wenn der Vermerk “unglücklich” war, und so das Haus nicht verlassen hätte sollen, bleibt es dennoch traurig, dass über 20 Jahre nach dem Mauerfall noch immer Firmen Vorurteile gegen unsere deutschen Mitbürger haben, nur weil sie früher durch eine Mauer von uns getrennt leben mussten…

Noch ein Lesetipp -> Grandmaster Kenk hat sich etwas ausführlicher mit dem Springer´schen Verkauf von StepStone Solutions auseinandergesetzt, und offenbart ein paar wirklich nette Details! Ich hatte das Thema vor ein paar Tagen ja nur ganz kurz angerissen, von demher solltet ihr definitiv mal bei Crosswater Systems vorbeisurfen, um den ganzen Scoop zu erfahren!

Und dann noch ein interessanter Erfahrungsbericht über das Freud & Leid bei der Zeitarbeit (huch, das reimt sich ja sogar *hihi*). Vor ein paar Tagen wurde ja vermeldet, dass die Zeitarbeit wieder gut zulegt, da ist der Erfahrungsbericht umso interessanter, denn wie eine ernstzunehmende Alternative noch schneller einen neuen Job zu bekommen, sieht das Ganze nicht wirklich aus (da bekommt man ja Fusspilz, wenn man das liest…), so hätte der Gastautor Matthias rückblickend auf seinen “Selbstversuch” doch lieber darauf verzichtet… Wer sich also gerade mit dem Gedanken auseinandersetzt, es mal mit Zeitarbeit zu versuchen, sollte definitiv erstmal diesen wirklich interessanten Erfahrungsbericht lesen!

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