Marcus Tandler

Alexa und die fehlende Transparenz

Job-Blogger Urvater Gerhard Kenk hat vor ein paar Tagen einen wirklich hervorragenden Artikel zur aktuellen Lage der Jobbörsen in Deutschland veröffentlicht. Der Artikel ist eine etwas längere Version eines Artikels, der bereits im Mai im Personalmagazin zu lesen war. In diesem Artikel prangert er vor allem die fehlende Transparenz in der Online-Jobbörsen Branche an, so ist es ja nahezu unmöglich einen objektiven Vergleich der diversen Online-Jobbörsen zu ziehen. Nur wenige lassen sich von der IVW offiziell messen, so dass man auf eher ungenaue Besucherdaten-Aggregatoren, wie bspl. Nielsen NetRatings, Alexa oder auch den DoubleClick AdPlanner zurückgreifen muss. Alexa wird ja durchaus gerne verwendet, und auch Grandmaster Kenk selbst schwört auf die in US-Gefilden durchaus relevante Plattform, die mittel installierter Toolbars die Anzahl der Besucher & Seitenaufrufe errechnet. Leider hat sich aber die Alexa Toolbar in Deutschland nie wirklich durchgesetzt, und so findet sich die Alexa-Toolbar zumeist eher auf Rechnern von Leuten aus dem IT-Umfeld, was zur Folge hat, dass Seiten, die eher eine IT-Zielgruppe ansprechen im Vergleich weit größer erscheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Nehmen wir bspl. meinen JOBlog hier – laut Alexa hat mein JOBlog einen Traffic Rank von 71.660, was ihn wiederum zur 6.244st meistbesuchten Seite Deutschlands macht! Mein privater Blog Mediadonis.net hingegen findet sich weltweit auf Platz 40.357, und in Deutschland auf Platz 2.868 wieder, obwohl er weit weniger Besucher & Leser als mein JOBlog hat! Aber dadurch, dass Online-Marketer, die meinen privaten Blog lesen, eher die Alexa-Toolbar installiert haben bzw. auch mehr Besucher aus den USA auf meinem Blog landen, weist Alexa Mediadonis.net eine höhere Besucherzahl aus.

Und da wären wir auch schon bei einer weiteren Studie der Complexium GmbH, die kürzlich Blogs aus dem Personalmarketing miteinander verglichen hat, und dort ebenfalls auf Alexa zurückgegriffen hat! Zu 30% ist bei dieser Studie der Alexa-Rank in die Bewertung mit eingeflossen, und die restlichen 70% hat der Google Pagerank beeinflusst! Das ist wohl die mit großem Abstand bescheuertste Studie, die ich in der letzten Zeit lesen musste! Gut, man kann mir unterstellen, dass ich extra pissig bin, weil mein JOBlog dort keine Erwähnung findet (ebenso wie der Platzhirsch Karrierebibel…?!), aber in Deutschland Alexa-Daten & Google Pagerank (!) miteinander zu verquirrlen, und dann entsprechend ein Ergebnis via Pressemitteilung in die Öffentlichkeit zu blöken ist an Inkompetenz einfach nicht mehr zu toppen! Der Pagerank hat ja wirklich NULL Aussagekraft, weder auf die Anzahl der Besucher, noch auf irgendeine Qualität oder sonst irgendetwas… Ein einziger Link kann ja durchaus genügen, um bspl. seinen Blog mit einem einem Pagerank von 7 zu schmücken, aber ausgesagt ist damit rein garnix, nur das man eben Glück hatte bspl. von einer Pagerank 8 Seite verlinkt zu werden (bitte keine Diskussionen hierüber, ich halte das Thema ja ganz bewußt so einfach wie möglich, für Leser, die sich nicht für Suchmaschinenoptimierung und dergleichen interessieren!). Ich habe bspl. eine leere Seite mit Pagerank 7 in meinem Inventar, wenn ich da nen Blog draufpacke, und via AdBrite Schrotttraffic zum zehntel-cent Tarif auf die Seite knalle wäre es ein leichtes in so einer Studie als strahlender Gewinner vom Platz zu gehen! Wirklich peinlich!!

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