Bewerben mit 140 Zeichen
Dieses ganze Recruiting via Twitter geht mir echt ziemlich am A**** vorbei. 140 Zeichen sind meiner Meinung nach viel zu wenig für ne anständige Bewerbung, und auch das aktive Finden von geeigneten Kandidaten finde ich reichlich überbewertet, vor allem, weil man mit ner simplen Suchanfrage bei XING oder LinkedIn wahrscheinlich wohl weit mehr Erfolg hat. So Themen werden immer nur künstlich von irgendwelchen Agenturen oder selbsternannten Social-Media-Experten (heutzutage scheint ja jeder mim Twitter Account und 100 Followern gleich “Experte” oder gar “Evangelist” zu sein…) ins Gespräch gemacht, um großen Unternehmen irgendwelche Budgets zu entlocken. Das erinnert mich sehr stark an den damaligen Second Life Hype, wo auf einmal jedes Unternehmen dort ne eigenen Dependance haben musste – was ein Hirnfuck…
Nicht falsch verstehen -> Ich bin selber großer Fan von Twitter (hier mein Account), aber fürs Recruiting ist das einfach nix!
Aber heute bin ich via TechCrunch auf eine sehr kreative Stellenanzeige gestossen, die wohl wirklich als einzige eine Bewerbung via Twitter legitimiert bzw. sogar explizit vorschreibt -> ein nach eigenen Angaben “well-funded” Start-Up in Greenwich Village sucht nämlich auf Craigslist einen “Twitter Genius”
Der Bewerbungsprozess ist ein wenig ungewöhnlich – aber hey – immerhin wird ja ein Twitter Freak gesucht! Ausbildung, Studium & Berufserfahrung ist den Jungs komplett schnuppe:
“I don’t care if you’re just out of college or have 10 years experience as long as you know social media marketing backwards and forwards.”
Und so kann man sich bewerben:
(i) Email me two tweets. The first should be about your experience. The second should by why you’re perfect for this job. If you exceed twitter’s allotted character count, you’re done.
(ii) Email me your Twitter name in link form (e.g. http://www.twitter.com/YOURNAME)
(iii) Tell me how many followers you have and how many people you follow.
(iv) Tell me who’s the best person you follow and why (in tweet form).
(v) Tell me what’s the best way to get more followers (in tweet form).
(vi) Specific salary requirement.
Coole Idee!









[...] Antwort auf Bewerben mit 140 Zeichen, gesehen auf dem JOBlog! Absagen mit 140 Zeichen [...]
Das ist mal wenigstens ein Profi
Wünsche allen einen guten Rutsch und ein Happy New year!
Lieber Marcus, es ist wirklich beruhigend, dass es “Social-Media-Fans” gibt, die in der Lage sind kritisch zu denken und den Mut haben ihre Kritik auch mal offen zu sagen. Danke!
Du hast vollkommen Recht. Twitter als Recruitingtool ist eben nicht die Ultimative Waffe im War of Talents, sondern nur dann effizient, wenn es auf die Zielgruppe passt. Um es auf die Spitze zu treiben: Einen Hausmeister wird man via Twitter wohl nie finden, einen Online-PR-Spezialisten vielleicht schon. Liebe Grüße, Jannis
Was für wahre Zeilen, cool! Und ich geb dir vollkommen recht, denn gegen die alte Bewerbungsform ist wahrhaft nichts einzuwenden und per twitter kann man ja wirklich kaum was an Infos unterbringen!
[...] JOBlog bin ich auf TechCrunch gestoßen, die eine weitere Twitter-Bewerbungs-Anleitung vorstellen. Auch [...]
Mag ja sein, dass 140 Zeichen nicht Euren Anforderungen entsprechen. Aber überlegt einmal, wie schnell Ihr ein paar zig Bewerbungen gescreent hättet, wenn jede nur – wie oben gefordert – ein paar Tweets lang ist. Natürlich kann das alles ein Vorstellungsgespräch nicht wirklich ersetzen. Aber ein paar hundert Seiten Bewerbungsschreiben vielleicht doch. Die haben doch im Grunde auch nur den Zweck, eine Shortlist zu erstellen. Und das geht mit einiger Übung und zumindest in einigen speziellen Berufskategorien auf Twitter-Basis wahrscheinlich ganz gut.
Ebenso übrigens wie Stellenangebote selbst auch hervorragend in 140 Zeichen zu formulieren sind – nur österreichische Jobbörsen scheinen hier noch Probleme zu haben. Ich habe für meine jobsuchenden KundInnen kürzlich eine Liste davon in meinem Twitter-Account angelegt – und die scheint Interesse zu finden: http://twitter.com/meincoach/jobs
Servus Leo – also ich würde nur sehr ungern meine Bewerbung öffentlich machen (was man ja letztendlich tut, wenn man sie via Twitter verfasst – denn via DM funzt es ja nur wenn man sich jeweils followed…).
Oh, und bzgl. Deiner Aussage, dass Deine Liste Interesse zu finden scheint -> die Twitter Liste hat keinen einzigen Follower… !? mmhhh
Aber ich lass die URL hier gern mal stehen.