Marcus Tandler

Deppen gesucht!

Wirtschaftskrise, Massenentlassungen, Geldknappheit… im Moment kann wirklich nur eine Branche wirklich jubeln -> die MLM Branche! MLM (“Multi-Level-Marketing”) bzw. auch als “Network-Marketing” oder Strukturvertrieb bekannt, ist so ne Art Hardcore-Vertrieb oftmals minderwertiger (bzw. zu teurer) Produkte von Leuten in billigen C&A Anzügen. Mit diesen C&A Anzügen strahlen sie dann auch auf Fotos auf diversen Webseiten oder Hochglanz-Broschüren, und geben vor über 50.000 Euro im Monat zu verdienen… yeah right!

Es gibt diverse Modelle, von denen billger Aloe Vera Scheiß bzw. diverse Finanzprodukte die wohl gängigsten sind. Ich würde mal die Behauptung aufstellen, dass jeder von uns schon mal von einem “Freund” auf sowas angesprochen wurde! Klingt ja auch einfach zu schön um wahr zu sein -> selbstständiges Arbeiten, und ohne eigenes Verkaufen, nur durch das Anwerben von Sub-Partnern quasi im Schlaf Geld verdienen! Wer will das nicht? Und wer sucht nicht – gerade in einer Zeit wie der heutigen! – einen einfachen Nebenerwerb, mit dem man mal so 500 Euro im Monat nebenbei verdienen kann? Genau mit diesen plumpen Versprechungen ködern die MLM Bauernfänger für ihre obstrusen Geschäftsmodelle. Am Ende des Tages muss man dann aber erst ein “Starter-Kit” (“Registrierungsgebühren” sind ebenfalls sehr beliebt…) für teures Geld kaufen bzw. die Produkte, die man später (hoffentlich) weitervertickt. Bei so einer Struktur verdient vor allem einer -> Der, der ganz oben in der Struktur sitzt!

In der letzten Zeit poppt immer wieder eine neue MLM “Geschäftsidee” auf -> Gold verkaufen bzw. Sparpläne, die auf dem Ankauf von Gold basieren. Mmmhh… klingt doch eigentlich ganz vernünftig, oder? Gold ist ja wohl ein Dauerbrenner, und weit wertebeständiger als so manch andere Finanzanlage. Auf den wirklich nett gemachten Webseiten diverser MLM-Goldbroker – voll von Bildern glücklicher Menschen, Traumhäuser und Luxussportwagen – steht aber nicht wirklich das Produkt im Vordergrund, sondern nur das Versprechen mit diesem System ganz einfach und schnell reich zu werden. Das ist doch schon mal extrem unlogisch, oder? Wenn ich wirklich ein unschlagbar tolles Geschäftskonzept habe, dann versuche ich doch eher den Endkunden für mein Produkt anzusprechen – aber der Kunde scheint garnicht im Vordergrund zu stehen, sondern vielmehr die zukünftigen Glücksritter, die den Mist unters Volk bringen sollen! Bewaffnet mit professionell gemachten Videos, und to-good-to-be-true Verdienstplänen macht es dann vor allem die Masse -> am Ende des Tages findet sich schon wieder ein Dummer!

Im konkreten Fall mit dem Gold Brokerage ist der Trick übrigens schnell gefunden. Es geht ja darum Leuten Sparpläne für 50 Euro im Monat anzudrehen – der Kunde kauft also Gold im Wert von 50 Euro jeden Monat. Der Haken an der Sache ist nur, dass man zuerst für 2.400 Franken (!) “Einrichtungsgebühr” ein Depot einrichten muss! Um 50 Euro jeden Monat zu sparen, muss man also erstmal das äquivalent von ungefähr 33 Monaten (!) an diese dubiose Firma zahlen – womit diese dann aber wohl die auf der Webseite vollmundig versprochenen Dienstwagen für die Top-Bauernfänger finanziert…

Irgendwo ist einfach immer der Haken bei solchen Angeboten… aber leider gibt es halt zuviele Leute da draußen, die nicht lange genug danach suchen bzw. ihren Common sense walten lassen, und sich lieber von vollmundigen Versprechungen blenden lassen…

In diesem Sinne -> wenn sich etwas einfach zu gut anhört, dann muss es geradezu einen Haken haben – niemand hat Geld zu verschenken, und schon garnicht an Unbekannte!

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