Marcus Tandler

Der Arbeitstag auf Facebook

Ich wundere mich immer wieder, wie viele Leute sich während der Arbeitszeit auf Facebook tummeln… Klar, ich bin auch stets online, und auch auf Facebook aktiv, aber eher um meine Werbekampagnen, Pages & Applications zu monitoren und administrieren, und weniger um dort mehr oder weniger sinnentleerte Kommentare über die Qualität meines Arbeitstags loszulassen.
Und in meinem Activity Stream findet sich auch kein Update irgendwelcher Social Games, a´la “XY hat eine Kuh verloren” oder dergleichen.

Manche Arbeitnehmer scheint es aber nicht sonderlich zu stören, dass man anhand derartiger Status-Update quasi minutiös deren Arbeitstag rekonstruieren kann, und auch heute hatte ich wieder so einen Fall -> Da warte ich sehnsüchtig auf Antwort einer eMail, die ich gleich heute morgen mit entsprechender Dringlichkeit verschickt habe, und bekomme eben jene Antwort genau jetzt, am Ende des Tages, mit dem Hinweis, dass man doch den ganzen Tag so dermassen im Streß gewesen sei, und die eMail daher leider liegen geblieben wäre…

Eigentlich ja ein legitimer Grund, aber lustigerweise bin ich mit eben jener Person auf Facebook “befreundet“, und in derem heutigen Activity Stream finden sich außer wichtigen Informationen, wie bspl. das vermutet wird am Wochenende etwas falsches gegessen zu haben, auch Status Updates von mindestens 4 verschiedenen Social Games! Kein Wunder, dass diese Person soviel Streß hatte, denn quasi parallel Farmville, Cityville und was weiß ich noch zu spielen, und währenddessen noch mehrfach auf die Toilette zu rennen, kann schon mal in Streß ausarten *hihi*

Karriere.at hat am Freitag die Ergebnisse einer von ihnen durchgeführten Online-Umfrage gepostet – mit teils recht interessanten und alarmierenden Ergebnissen, so gab jeder vierte befragte österreichische Arbeitnehmer an, private eMails, Facebook und eBanking stets im Büro zu erledigen, und über die Hälfte tut dies zumindestens “manchmal” (wobei der Umfang der Tätigkeit, die “manchmal” gemacht wird nicht wirklich klar wird) … Für Deutschland habe ich jetzt keine aktuelle Studie zur Hand – evtl. hat ja ein Leser nen Link für mich… ?!

Einige Dax-Konzerne, und andere größere Firmen haben ihren Mitarbeitern bereits den Zugang zu Facebook und dergleichen gesperrt, aber im Zeitalter Internetfähiger Handys mit Flatrate muss das Facebook-Update während der Arbeitszeit ja nicht umbedingt vom Firmenrechner erfolgen…

Passend zum Thema hab ich noch nen Dilbert Strip gefunden -> Enjoy

Dilbert.com

3 Reaktionen zu “Der Arbeitstag auf Facebook”

  1. Das Ganze funktioniert ja mit Twitter genauso – und da muss man nicht mal mit demjenigen befreundet sein. Ein Wahnsinn, was da manche Arbeitnehmer indirekt offenbaren.

    Gilt aber in Vielerlei Hinsicht im Netz: Ich hatte gerade eine unheilige Begegnung mit einem “Trainer”, dessen Blog eine Ansammlung von Copy&Paste-Artikeln aus anderen Webseiten ist – auch ein Text von mir war dabei. Haarsträubend mit welchen Begründungen und Beleidigungen man da erst konfrontiert wird (ohne jedes Unrechtsbewusstsein), bevor der geklaute Text endlich gelöscht wird… Und so einer berät dann andere… Na, danke.

    Karrierebibel am 7. March 2011 um 20:50 Uhr
  2. sperren ist sicherlich kein sinnvolles mittel – einerseits aus oben genanntem grund der smartphones – andererseits ist der arbeitnehmer auch nur ein mensch. ich würde das problem durch offenes konfrontieren und natürlich feedback zu gestellten aufgaben lösen. wer dann nach 2 tagen in erklärungsnot kommt, warum eine bestimmte aufgabenerledigung noch nicht fortgeschritten ist, kommt sich als arbeitnehmer dann doch selbst blöd vor. und wenn nicht – passt er sowieso nicht ins unternehmen.

    stefan am 7. March 2011 um 21:13 Uhr
  3. Hallo

    Ich denke stefans Antwort ist genau die richtige Reaktion für die aktuelle Situation.

    Folgendes fällt mir jedoch generell bei der allgemeinen Diskussion auf. Ich glaube was man hierbei sehr gut erkennt, ist die (zumindesten gefühlte) Zunahme der Vermischung von Beruf und Privatleben. Das mag beim Arbeiter am Fließband noch einfach sein – Schicht vorbei = Arbeit vorbei. Jedoch wird das beim beim “Kopfarbeiter” schon eher schwierig.

    Den Kopf kann man nicht wirklich abstellen und “arbeitet” somit auch in seiner Freizeit weiter.
    Daher kommt, meines erachtens, der natürliche Wunsch auf sich während der Arbeit auch mit privaten Dingen zu beschäftigen. Ob dies nun die Privaten Emails, Banküberweisung oder Spiele sind, bleibt dabei relativ gleich. Es ist der versuch die “gefühlt verlorene” private Zeit wieder aufzuholen.

    Interessant ist nun die Frage wie man damit umgeht.
    Wie Eingangs bereits gesagt, halte ich stefans Antwort für geeignet – einfach mal darüber sprechen. Ein solches Verhalten ist ausserdem ja nun nicht unbedingt mit Facebook etc. zu erklären – sondern dadurch nur transparenter.

    cguenzl am 8. March 2011 um 08:09 Uhr

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