Marcus Tandler

Der Jahresrückblick 2005

Jaja, ich weiß – nicht schon wieder ein Jahresrückblick… Gewöhnlich wird man ja bereits ab Anfang Dezember mit allen möglichen Jahresrückblicken bombadiert. Jeder Fernsehsender und jedes Magazin… naja, und der JOBlog halt auch 🙂

Ich will es aber recht kurz machen, und nur kurz die für mich 5 wichtigsten Trends auf dem Online-Jobbörsen Markt mit euch teilen, und dann noch einen Ausblick geben, auf was meiner Meinung nach nächstes Jahr in diesem Markt so abgehen wird.

2005:

  • 3) Trend: Kooperationen
    Kooperationen sind wohl das beste Tool um Jobsuchende auf der Jobbörse geschaltete Stellenanzeigen aufmerksam zu machen. Wenn die User also nicht zur Jobbörse kommen, dann müssen die dort geschalteten Stellenangebote halt dorthin, wo die Jobsuchenden und Wechselwilligen sind. Und das am besten Zielgruppenspezifisch in Branchen, die derzeit heiß begehrt sind. So konnte beispielsweise JobScout24 mit einer Kooperation mit der Computerwoche punkten. IT-Fachkräfte sind ja derzeit mal wieder ein rares Gut und verzweifelt gesucht. Das Monster geht seit jeher eher auf Reichweite, lediglich noch Jobware versteht es geschickt die Zielgruppen in Ihrem natürlichem Habitat abzuholen. Oh, Stellenanzeigen.de sollte man noch erwähnen, die mit der Wirtschaftswoche (meine Lieblingszeitschrift) einen mächtigen Printpartner gefunden haben, und all-wöchentlich eine Seite zur aktuellen Ausgabe beisteuern dürfen – Chapeu!
  • 2) Trend: “Fach- und Führungskräfte”
    Der gemeine Jobsuchende ist out – Fach- und Führungskräfte sind gesucht. Klar, denn wenn man eben diese auf der Plattform hat, kann man auch Unternehmen leichter davon überzeugen, doch auf der Plattform Stellenanzeigen zu schalten. In einem Land mit fünf Millionen Arbeitslosen hat wohl jede Online-Jobbörse genug Zulauf, aber es sind halt eben gerade die Leute, die derzeit noch in einer geregelten Arbeit stecken, die für die Unternehmen interessant sind. Und genau die versucht jede Jobbörse anzusprechen. Jobware war eigentlich schon immer der “gefühlte” Platzhirsch in diesem Segment, JobScout24 hat sich 2005 klar auf diesen Markt commited, und auch Monster versuchte sich mit dieser Unwort-Marke auf diesem Markt schön zu machen. Nur Stepstone, die eigentlich mal klar in diese Markt waren, haben sich ein wenig auf die Blue-Collar-Seite geschlagen, mit Kooperationen mit der Online-Ausgabe der BILD-Zeitung, sowie deren Computer-Einsteiger Pendand ComputerBILD.
  • 1) Trend: Trend: “Klassische Kampagnen”
    Die Branche wird erwachsen, und das muss auch gesagt werden – und zwar jedem – und das am besten noch massenwirksam. Monster erzählte wirklich jedem deutschen Bundesbürger, dass es nun cool sei ein Monster zu sein, und JobScout24 kämpfte mit ein “bisserl” weniger Budget mit Ihrer Headhunter-Kampagne dagegen an. Mit großformatigen Anzeigen im Spiegel und anderen Wirtschaftsblättern und Fernsehwerbung (JS24 war sogar auch im Funk aktiv) versuchten die beiden Platzhirsche die offliner (insbesondere die aus Trend 2 bekannten Fach- und Führungskräfte) weg von der FAZ und Süddeutschen rein ins Internet zu lotsen. Beide haben aber wohl auch ein wenig auf eine Jobbörsen Gattungskampagne eingezahlt, die Online-Jobbörsen als ernstzunehmendes Karrieretool auch für besserverdienende Wechselwillige etabliert hat.

Und was wird 2006 passieren?
Ich denke, dass alle Trends noch stärker werden, und sich der Markt der Online-Jobbörsen noch mehr auf die jeweiligen Zielgruppen verteilt. Monster ist für alle da, JobScout24 und Jobware kloppen sich um die wechselwilligen Fach- und Führungskräfte, und Stepstone und Stellenanzeigen.de grasen den riesigen Blue-Collar Markt ab. So ist für jeden etwas dabei. Der Markt muss ja auch mal ein wenig zur Ruhe kommen…
Der Kampf um Kooperationen wird auch in 2006 weitergehen. Gerade Reichweitenportale sind immer heiß begehrt, und große bis mittelgroße Branchenportale wollen identifiziert und mit Whitelabel Jobbörsen ausgestattet werden – immer auf der Suche nach den begehrten Zielgruppen und Fach- und Führungskräften einer bestimmten Branche. Und auch gerade die, die derzeit eigentlich nicht wirklich einen Job suchen… Denn eigentlich ist man ja vom ersten Tag in einem neuen Job an auch wechselwillig, oder? Es kommt immer auf das Angebot an…
Mit diesem Satz will ich auch meinen Rückblick beenden, und wünsche euch allen einen tollen Start in ein erfolgreiches Jahr 2006.