Marcus Tandler

Die BA und der Datenschutz

Unglaublich, was ich da gerade auf Golem.de lesen musste – 40.000 Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit haben uneingeschränkten Zugriff auf sämtliche personenbezogenen Daten der Arbeitslosengeld II (oder auch: Arbeitslosengeld reloaded…) Bezieher!
Und mit personenbezogenen Daten ist keinesfalls von nur von Adressen und Telefonnummern die Rede, sondern von so sensiblen Informationen wie einer etwaigen Drogensucht, Vorstrafen oder Eheproblemen! Also Dinge, die man höchstwahrscheinlich überhaupt nur sehr ungern dem Sachbearbeiter der Bundesagentur mitgeteilt hat, können von wirklich jedem anderen Sachbearbeiter, wo auch immer in Deutschland, gelesen werden. Und das vor allem auch noch unkontrolliert! Es wird also nichtmal irgendwo in einer Art Log mitprotokolliert, wer / wo / wann auf welche Daten zugegriffen hat!
“Lustigerweise” ist dieser laissez faire Umgang mit den hochsensiblen Daten von annährend 3 Millionen deutschen Bundesbürgern wohl auch schon länger bekannt, so wurde es bereits Ende 2004 (!!) von Dr. Thilo Weichert, dem Landesbeauftragten für Datenschutz in Schleswig Holstein, dieses fehlende Zugriffskonzept moniert!
Ganz großes Damen Tennis meine Herren – da hat die Bundesagentur für Arbeit wieder mal tief ins Klo gegriffen und sich das schönste Stück herausgegriffen…

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