Marcus Tandler

Drohen geht gar nicht!

Gerade via Simone und Eva gefunden -> “Und wehe Sie bieten das kostenlos an!” – Leander Wattig hat auf seinem Buch-Blog Ich mach was mit Büchern als Service eine kostenlose Jobbörse für die Buchbranche angeboten. Ein Service, der besonders einer leider nicht genannten kommerziellen Jobbörse gegen den Strich ging, und daraufhin Leander mit einer Abmahnung gedroht hat – woraufhin Leander wiederum seine Buchbranchen Jobbörsen vom Netz genommen hat.

Eigentlich schade, dass Leander die Abmahung nicht abgewartet hat, denn immerhin ist die rechtliche Grundlage eben dieser doch recht fragwürdig, so ist es ja nicht verboten eine Online-Jobbörse for free anzubieten. Auch könnte er dann die Abmahnung bloggen, womit auch der Name dieser niederträchtigen Jobbörse offenbart werden würde. Klar, ich kann verstehen, dass er keinen Bock auf juristische Scharmützel hat, aber er hätte wohl mit massiver Unterstützung der Blogosphäre rechnen können, die ein derartig niederträchtiges Verhalten sicher nicht unkommentiert lassen würde. So müsste diese Jobbörse wenigstens den Preis eines ausgewachsenen Shitstorms für ihr beschissenes Verhalten, und das juristisch erzwungene Aus des kostenlosen Konkurrenten bezahlen.

Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht mal, dass die besagte Jobbörse wirklich die Abmahnung durchziehen würde, gerade weil ein etwaiger Shitstorm wie das Damokles Schwert über deren Köpfen schweben würde – und das auch zurecht! Wirklich schade, dass alleine die Androhung ausreicht, und sogar noch die Anonymität gewahrt wird – mich würde auf jeden Fall sehr interessieren, welche Jobbörse hier so niedrige business-ethische Ansprüche hat, und lieber unbescholtene Blogger bedroht, als dafür zu Sorgen einfach ein besseres Produkt auf die Beine zu stellen, um keine Angst vor kostenlosen Konkurrenten haben zu müssen!

Ein schönes Beispiel, wie doofe Abmahnungen ganz schön nach hinten losgehen können, ging übrigens grad vor ein paar Tagen wieder durchs Netz -> Die Abmahnung von FunkyJunk gegen den Cartoonisten Matthew Inman von Oatmeal.com – hier landete die Geschichte in fast allen großen Publikationen von Forbes bis zum Guardian – Juristische Schritte statt offener Dialog ist halt immer das schlechteste Mittel der Wahl!

Die Kommentare in Leander´s Post sprechen auf jeden Fall eine unmissverständliche Sprache -> die Jobbörse kam vor allem wegen ihrer Übersichtlichkeit super an – wirklich schade, dass Leander den Dienst eingstellt hat!

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