Eliten unter sich
Meine Freundin hat mich beim gestrigen Sonntagsbrunch auf einen recht interessanten, wenn auch kurzen, Artikel in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung hingewiesen -> “Die Elite bleibt unter sich” über das Buch “Eliten und Macht in Europa: Ein internationaler Vergleich” von Michael Hartmann.
Michael hat die Biographien von stattlichen 6.500 Deutschen mit Doktortitel analysiert, und kommt zu dem Ergebnis, dass viele Hochqualifizierte zwar durchaus gute Stellen besetzen, aber die Spitzenpositionen überwiegend an Kinder aus allerbestem Haus gehen!
Hartmann untersuchte auch, welche Herkunft die Chefs der hundert größten deutschen Unternehmen haben: Jeder Zweite hat Eltern, die zum sogenannten Großbürgertum gehören, also Manager, bedeutende Unternehmer oder Spitzenbeamte waren. Ein weiteres Drittel der Chefs stammt aus dem gehobenen Bürgertum, etwa aus wohlhabenden Arzt- oder Anwaltsfamilien. Das gehobene und das Großbürgertum machen zusammen nur etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung aus, ihre Kinder besetzen aber Hartmann zufolge mehr als 80 Prozent der Top-Positionen in der Wirtschaft.
Ist das krass oder was? Bin wirklich fast vom Stuhl gekippt, als ich diese Zeilen in der SZ gelesen habe – 3,5% der Bevölkerung besetzen also 80% der Top-Positionen in der Wirtschaft… echt ein Hammer!
In einer Top-Position sitzt auch Ur-JOBlogger-Vater Gerhard Kenk, der mit seinem Crosswater Systems Portal die führende Informationsplattform rund ums eRecruiting betreibt. Und das mittlerweile nun schon seit 10 Jahren! Am 7.Februar 2000 startete Master Kenk sein Portal – satte 5 Jahre vor meinem JOBlog! Master Kenk war auch 2005 noch die mehr oder weniger einzige Informations-Quelle, wenn es sich um Online-Jobbörsen und eRecruiting geht – er war somit so ne Art Idol & Posterboy für mich, und die Initialzündung für meinen JOBlog! Mittlerweile haben wir ja eine recht lebhafte JOBlogger Community, wer weiß, wie das Ganze heute ohne Gerhard´s visionären Move damals aussehen würde! Lieber Gerhard, ich wünsche Dir alles Gute zum 10-jährigen Jubiläum!









Hallo Marcus,
Danke für die Blumen und Glückwünsche – aber Du brauchst Dein Licht als JOBlogger und SEM-Experte (von Deinen Triumphen am Pokertisch ganz zu schweigen) nicht unter den Scheffel stellen. Keep going – it’s your turn in 2015.
Liebe Grüsse nach München,
Gerhard
Hi Marcus,
tausend Dank, dass Du gleich noch den Inhalt zusammen fasst!
Deckt sich alles mit meinem persönlichen Eindruck, den ich von einem Großteil der Startup-GFs und der Business-Angel-Liga habe.
Solide finanzielle Basis des Elternhauses führt zu -> i.d.R. eine der 5 Top-Internate in Deutschland, danach -> eigtl. schon genug Kontakte um nicht mehr runterfallen zu können und vor allem: keine existetielle Notwendigkeit, Geld verdienen zu müssen (was verschmerzbare Risiken erhöht und damit auch die Chancen).
Der Samwer-Papa ist z.B. ein Anwalt am OLG Köln …
Hi,
spannendes Thema, diese Elitenforschung.
Von Herrn Hartmann gabs hier noch einen ausführlicheren Aufsatz:
http://www1.bpb.de/publikationen/7PJD1G,0,0,Eliten_in_Deutschland.html
Seiner Meinung nach sind wohl Politikeliten besonders durchlässig, weil man sich da hochdienen kann, Wirtschaftseliten eher undurchlässig… Seine Begründung fand ich aber sehr spannden: Die Leute werden nicht per se von Papa gepuscht, sondern haben einfach eine Erziehung und damit ein Verhalten intus, das sie als Mitglied bestimmter Kreise identifiziert – und gleich und gleich gesellt sich nunmal gerne.
Andererseits, wenn man sich manche Leute dann näher anschaut: Möchte man wirklich tauschen?
Und schließlich sollte man sowas auch nicht verallgemeinern: Gibt auch genug Leute, die trotz familärem Rückenwind nichts auf die Reihe gekriegt haben und umgekehrt. Entscheidend ist doch, was man selbst draus macht.
Gruß
Simone
Hi Marcus,
na das mit den Eliten ist spannend. Schau Dir dazu auch mal Pierr Bourdieu mit seinen Kapitalien an. Hatte ich in der Diplomarbeit und war ziemlich fasziniert davon.
Wikipedia: “Die Kulturtheorie Bourdieus vergleicht Interaktionen des Alltagslebens mit einem Spiel. Die Individuen besitzen unterschiedlich viele Potentiale verschiedener Art, die sie einsetzen und teilweise umwandeln können: ökonomisches Kapital, soziales Kapital, symbolisches Kapital und kulturelles Kapital. Dabei gilt: Und jeder spielt entsprechend der Höhe seiner Chips. So kann der Erwerb kulturellen Kapitals beispielsweise zur Erhöhung des ökonomischen Kapitals dienen.”
U.a. dadurch wird klar, durch welche Kapitalien man sich in entsprechende Positiionen bringen kann. Nur stellt sich die Frage, was passiert, wenn man als Individuum etwa über eine Kapitalsorte nicht verfügt, bspw. das soziale Kapital.
Aber dazu kann sich jeder selbst Gedanken machen. Wollte hier nur mal kurz einen weiteren Vertreter zur Gesellschaftsforschung anführen, den viell. der eine oder andere noch nicht kennt…
Beste Grüße aus Stuttgart
Johannes
Glückwunsch an Gerhard auch nochmal von dieser Stelle
Tja, wenn man sich manche Zusammensetzung anschaut, dann stellt man doch Machtkonzentrationen fest.
Ob das nun die “Meckies” sind mit Ihrem Trupp.
Die Bergsteiger Truppe / Similauner unter Ex Premiere Kofler / Reitzle und Co.
Die dann auch gerne mal in zwei oder mehr Aufsichtsräten sitzen. Bei Reitzle Conti und die beliebte Telekom.
Oder WHU und HHL Alumnis die ja gerne sich in diversen Start Ups tummeln. Da gibt es mannigfaltige Beispiele. Unter dem Motto ‘ in ist, wer drin ist ‘
Netzwerke auf persönlicher Basis sind immer noch wichtig und schaden immer dem der keine hat.
Mann! Da kann man sich doch nur an den Kopf fassen! Hast du mal nachgedacht bevor du hier wild in der Gegend rumbloggst?
3,5 % der Bevölkerung besetzten 80% der “Top-Positionen”. Was hast du eigentlich erwartet? 3,5% der Bevölkerung besetzten 3,5% der Top Positionen? Klingelts?
Ja genau wenn das nämlich so wäre und das alles ausgeglichen wäre würden 100% der Bevolkerung 100% der Top-Positionen besetzen, dann hätten wir aber nur Top-Positionen…!!!
Er hat wohl einfach 4,375 % aller Positionen als Top-Positionen deklariert. Natürlich kann nicht jeder eine Top-Position haben und das zwar per Definition.
Der Kerl von der Zeitung vergleich Äpfel mit Birnen und du fällst drauf rein (auch wenn du es nicht gerne hörst). Top-Positionen ist kein klar definierter Bereich, und selbst wenn er es wäre gibt es nicht für alle Pletz deshalb sind es ja auch TOP-Positionen. Es ist daher mehr als logisch, dass nur ein kleiner Prozentsatz der bevölkerung Top-Positionen besetzt.
Echt bescheuert, dass jeder seinen Mist irgendwo rausbloggen kann wie er will…Denk mal in Zukunft erst mal nach bevor du sowas schreibst, auch wenn nur 10 Leute deinen schimmligen Blog lesen hast du wenigstens für die eine gewisse Verantwortung und darfst Ihnen keine mangelhaften Flausen in den Kopf setzen. Denk beim nächsten mal nach bevor du was schreibst und dich von so einem reisserischen SZ Author beeinflussen lässt…bitte
Mmhh…. da frage ich mich, wieso Du lieber “Miachel” (sollte wohl Michael heiße…) meinen “schimmligen” Blog liest… ?!
Die Kernaussage ist doch, dass die Eliten mehr oder weniger unter sich bleiben, wenn es um die Besetzung von Top-Positionen in der Wirtschaft geht (vor allem in Deutschland, mit einer recht homogenen nationalen Elite).
Das Ganze war ja auch kein simpler Artikel in der SZ, sondern ein Buch -> “Eliten und Macht in Europa” von Michael Hartmann… aber wenn Du mal meinen schimmligen Blog bzw. halt diesen Post genauer lesen würdest, dann hättest Du das sicher auch richtig erfasst. Auf dieses Buch bin dann nicht nur ich, sondern eben auch die SZ reingefallen, demzufolge kannst Du diesen Sermon gleich nochmal bei der SZ ablassen, aber auch deren schimmliges Blatt liest ja kaum jemand
Ich werde aber versuchen, meinen Lesern keine weiteren “mangelhaften Flausen” in den Kopf zu setzen LOL