Marcus Tandler

Frauenmangel in Führungsetagen

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat gestern eine interessante Studie mit dem Namen Frauen an der Spitze: “Vielfältige Ungleichheiten” veröffentlicht. Die Studie belegt, dass in Großbetrieben mit mehr als 500 Beschäftigten der Frauenanteil in der ersten Führungsebene gerade mal 4% beträgt! Noch gravierender ist die Erkenntnis, dass eben diese 4% Frauen auch noch im Durchschnitt weniger verdienen als die männlichen Führungskräfte.

Das Institut postuliert, dass die geringere Anzahl an Führungskräften darauf zurückzuführen sei, dass sich Frauen weniger für technische Studiengänge entscheiden, sowie auch weniger Wochenstunden arbeiten wie ihre männlichen Kollegen. Dies ist wahrscheinlich auf Frauen mit eigener Familie zurückzuführen, die sobald der Nachwuchs da ist, nur noch halbtags arbeiten können, und sich daher nicht um ihre Karriere kümmern können. Frauen in Führungspositionen haben mehrheitlich auch einen Mann, der selbst Führungskraft ist (starke und erfolgreiche Frauen suchen ebensolche Männer, oder?), und daher überrascht es wenig, dass eben diese Frauen durchschnittlich seltener Familie und Kinder haben, wie die Männer. So lebten 2004 gerade mal 32% der weiblichen Führungskräfte in einer Familie mit Kindern, wohingegen es bei den Männern 53% sind (was ich persönlich aber für sehr wenig empfinde…).

Ein Blick über den großen Teich zeigt ein ähnliches Bild – zwar besteht dort die arbeitende Bevölkerung zu 46% aus Frauen (bei einer Gesamt-Frauenquote von immerhin 59%!), aber nur acht (!) der Fortune500 Unternehmen haben einen weiblichen CEO! Und 67 der 500 Unternehmen haben sogar überhaupt keine Frau in der ersten Führungsebene!

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