Marcus Tandler

Führungsnachwuchs gesucht?

Ja, ich bin großer Fan von Facebook (sind wir schon virtuell befreundet? Wenn nicht, dann nix wie hin auf mein Facebook Profil), und damit stehe ich hier in Deutschland ganz sicher nicht alleine da, denn mittlerweile sind knapp 8.5 Millionen Deutsche (!) bei Facebook registriert, und bei dem mindestens zweistelligem Wachstum pro Monat, wird bald wohl jeder deutsche Internet-Nutzer, auch bei Facebook eine virtuelle Heimat gefunden haben.

Auch für HR´ler wird Facebook immer interessanter, gerade weil ich halt dort mittlerweile fast jeden Deutschen im besten Recruiting-Alter erreichen kann – wenn man halt weiß wie…
Die Social-Media-HR Experten Eva (die gerade letzte Woche hier in München zum HR-Blogger Treffen zu Besuch war) und Thorsten predigen ja schon länger von der Kanzel in ihren Blogs, dass der gemeine Personaler sich das Ganze mal genauer anschauen sollte, und präsentieren Strategien, wie HR 2.0 aussehen könnte.

Jetzt werden sich einige wundern, wieso ich auf einmal nun doch zum Social-Media-HR Fan mutiert bin… der Schein trügt – von Facebook war ich schon immer überzeugt, und auch von dessen Möglichkeiten fürs Recruiting, lediglich die leidige Diskussion über Recruiting via Twitter, was ich noch immer für einen total überhypten Scheiß finde, fand ich immer langweilig.

Wenn man sich nämlich bspl. mal anschaut, wieviele Studenten mittlerweile bei Facebook online sind, dann kann man erstaunt feststellen, dass von den knapp 46.000 Studenten der Münchner LMU, mittlerweile über 21.000 bei Facebook angemeldet sind! Das ist doch ein mords Fact für den Nachwuchs-Fach- & Führungskräfte suchenden Personaler, oder? Wenn ich auf einer einzigen Plattform 45% aller Münchner LMU-Studenten erreichen kann, dann ist das eine HR´liche Goldmine (get it? “HR´lich = herrlich… ? *hihi*). Alleine 10 Universitäten haben über 10.000 bei Facebook vertretende Studenten – und sogar deren Fachrichtungen kann man evtl. aus deren Profil herauslesen, auch wenn es leider vergleichsweise weniger Studenten in ihrem Profil angeben.

Und ja -> diese Studenten kann man targeten! Und sogar relativ genau! Mich wundert wirklich, wieso gerade die Akademischen-Nachwuchs-Bulldozer wie bspl. Accenture dort nicht um ihren Führungsnachwuchs werben? Wäre wahrscheinlich weit billiger, als die großformatigen 4c Anzeigen in den einschlägigen Magazinen, und außerdem auch effektiver – denn immerhin kann ich bei Facebook ja ganz genau meine Zielgruppe definieren, an die meine Anzeigen ausgeliefert werden sollen. Unterschiedliche Anzeigenmotive und -Texte für die diversen Fachrichtungen etc. etc. – das nenn ich mal Nachwuchskräfte Recruiting auf Steroiden!

Oh, ein gravierender Nachteil von Facebook ist ja mittlerweile hinlänglich durchgekaut -> die Online-Reputation Falle – aber ein etwas anderer Facebook-FAIL hat vor kurzem die Runde gemacht, nämlich ein Soldat, der gedankenlos auf seinem Facebook-Profil die geplante Großrazzia in einem palästinensischem Dorf angekündigt hat… und deswegen stand er auf einmal vorm Militärgericht, das ihn prompt zu 10 Tagen Haft verurteilt hat, sowie der Strafe, dass er an Kampfeinsätzen künftig nicht mehr teilnehmen dürfe… ja so ein Pech aber auch… LOL

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