Marcus Tandler

Google´s Panda mischt die Online-Jobbörsen Branche auf

Themen rund um Google & Suchmaschinenmarketing bzw. -optimierung behandle ich ja eher auf meinem privaten Blog, allerdings gab es vergangenen Freitag ein recht umfangreiches algorithmisches Update bei Google mit dem knuddeligen Namen “Panda“, dass ja bereits seit ein paar Monaten in den USA Angst und Schrecken verbreitet. Ich will jetzt gar nicht groß auf das Update an sich eingehen, denn hierzu gibt es ja bereits eine Vielzahl excellenter Posts.

Wer sich in das Thema einlesen will, sollte auf jeden Fall mit den 23 Fragen starten, die eigentlich recht gut zeigen, in welche Richtung Google´s Qualitätsoffensive geht. Diese Fragen, oder besser gesagt die Antworten, sind quasi die Grundlage dessen, was der neue Algo leisten soll. Letztendlich wird der Algo auf der einen Seite mit Faktoren gefüttert (Anzahl Werbeanzeigen und deren Position, Qualität des Contents, Inbound & Outbound Links, User Intent Signale wie CTR und Bounce etc.), und auf der anderen Seite mit einem, durch eben jene Fragen erhobenen Set an URLs, um so dem selbstlernenden Algo gute Hinweise an die Hand zu geben, welche Seiten qualitativ hochwertig sind, und welche eben nicht.

Gerade gestern ist im Blog meines guten Kumpels Rand Fishkin ein ebenfalls excellenter Artikel zu dem Thema erschienen -> “Beating Google´s Panda Update – 5 Deadly Content Sins” – wirklich einer der besseren Artikel zum Thema Panda, der recht anschaulich ein paar der “Todsünden” illustriert, die wiederum zu reichlich Ärger mit dem qualitätsbewußten Panda führen können.

Auch in der deutschen Online Jobbörsen-Branche hat der Panda gut gewütet – hier eine kleine Auflistung der Gewinner & Verlierer der ersten Panda-Runde ->

Auswirkungen des Panda Updates auf die Jobbörsen Branche
(Daten erhoben mit der Sistrix SEO-Toolbox)

Gerade der Absturz von Kununu hat mich nicht wirklich überrascht, so hatte ich ja bereits vor fast exakt einem Jahr die Strategie von Kununu angeprangert, den Index mit sinnlosen Seiten aufzublasen, die mehr oder weniger nur aus AdSense Anzeigen bestehen… Ein Großteil dieser Seiten sind zwar in der Zeit nach meinem Post wieder gelöscht worden, aber noch gibt es eine extrem hohe Zahl an mehr oder weniger sinnlosen Seiten – einfach mal bspl. durch das Arbeitgeber Verzeichnis klicken – wer braucht schon Seiten wie “Industrie in Kiel” ?

Viele CEOs setzen leider immer noch darauf nur möglichst viele Seiten in den Index zu blasen, um so longtailigen Traffic abzufangen, dabei ist es heutzutage ja vielmehr genau andersherum -> eher weniger Seiten, aber dafür mit klarem Keyword-Fokus. Wieso auch den Juice (oder wie auch immer man die bemessene “Stärke” der eigenen Seite nennen will) auf 500.000 Seiten verteilen, wenn ich hingegen einer deutlich geringeren Anzahl an Seiten weit mehr Power geben kann? Und noch viel wichtiger -> auf dieser geringeren Anzahl an Seiten auch wirklich guten und hochwertigen Content bieten – denn darum geht es ja bei Panda! Hier macht eine Analyse Sinn, wieviele, und vor allem auch welche Seiten hier signifikant Traffic abbekommen, so kann man schnell und einfach unperformante Seiten aus dem Index entfernen und entsprechend entmüllen. Auch ein Blick auf die Verweildauer macht Sinn, ebenso wie die Bounce-Rate (auch wenn gerade diese Zahl mit extremer Vorsicht genossen werden muss, da ein Bounce ja durchaus natürlich sein kann – der Teufel liegt hier im Detail, also inwiefern der Bounce einfach zu schnell passiert, was wiederum ein sehr starkes Signal dafür ist, dass der User nicht das vorgefunden hat, was er sich beim Click auf die Seite im Suchergebnis versprochen hat) – auch hier lassen sich sehr schnell “schlechte” Seiten identifizieren, die man aus dem Index entfernen kann.

Bitte auch die Auswertung mit Vorsicht genießen – so ist Tom´s Jobbörse Spirofrog zwar der Gewinner in der Auswertung mit 21,43% Veränderung gegenüber den pre-Panda Suchergebnissen, aber das Niveau, auf dem sich seine Ergebnisse verbessert haben, ist mit 0.98 zu 1.19 doch weit geringer, als alle anderen Jobbörsen (das gleiche gilt im umgekehrten Fall für FAZJob.net). Der Climb up von StepStone, oder auch Kimeta ist hier weit eindrucksvoller. Aber auch solche Anstiege der allgemeinen Sichtbarkeit in den Suchergebnissen müssen immer in Relation betrachtet werden, denn der “Ranking-Bonus” ist ja nicht dem Panda geschuldet, sondern kommt vielmehr daher, dass diese Seiten nun einfach die Seiten, die entsprechend abgestraft wurden, überholen konnten.

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie die weiteren Panda-Updates in Deutschland verlaufen werden. In den USA wird der Panda Algo ja ständig optimiert und getuned – im Moment spricht man in den USA von der Panda-Version 2.3 (Einfach diese Seite hier bookmarken, so bleibt man ganz gut auf dem Laufenden hinsichtlich der diversen Updates & Algo-Änderungen seitens Google) – das Panda-Update ist also nicht vergleichbar mit einem einmaligen Update, wie bspl. dem verheerenden “Florida Update” Ende 2003, sondern vielmehr ein neuer fortlaufender Prozess bei Google die Qualitätsschraube kontinuierlich anzuziehen, und Monat für Monat bessere Ergebnisse zu produzieren. Und genau diese eingeforderte Qualität muss man von nun an auch liefern, sonst gibt´s Ärger mit dem Panda, und den will man mit Blick auf die teilweise doch recht saftigen Rankingverluste, nun wirklich nicht haben… Lieber also jetzt aktiv werden, als später rumzujammern – SEO ist wieder eine Runde interessanter & spannender geworden!

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5 Reaktionen zu “Google´s Panda mischt die Online-Jobbörsen Branche auf”

  1. Yo Marcus,

    man lernt nie aus! Seit heute weiß ich, dass kununu per sofort zu den Online-Jobbörsen zählt. Nun mit dieser Meinung stehst Du alleine da und scheinst nicht mehr so oft Gespräche mit HR-lern zu führen? In dieser Szene (wie übrigens in der Jobboard Szene aussi) ist kununu sicher vieles – aber kein Jobboard. Das Kernprodukt von kununu sind immer noch die Unternehmensprofile und die Stellenanzeigen werden zum Großteil von unseren Partnern geliefert.

    Aber egal – eine Traffic bringende Plattform mit aufgezählt macht schon Sinn – bist ja SEO ;-)

    Nichtsdestotrotz stimmt es, dass kununu im Sichtbarkeitsindex von Google verloren hat, der Traffic-Verlust hält sich jedoch in Grenzen. Ich würde sagen, dass kununu ein “Luxusproblem” hat, nämlich dass einzig die Qualitätskriterien von Google eine Herausforderung für uns darstellen und uns zu immer besserer Qualität der Plattform anspornen.

    Wir sehen uns im Herbst in Salzburg.

    Martin

    Martin am 18. August 2011 um 23:15 Uhr
  2. Oh je, da ist aber jemand (verständlicherweise) angesäuert…
    Ich muss mich doch nicht bei anderen HR´lern rückversichern, ob ich euch mit in meine Aufstellung nehmen will… das ihr keine Online-Jobbörse seid, wissen ja sowieso die meisten – für mich seid ihr einfach ein integraler Bestandteil der deutschen Online-Jobbörsen-Branche! Ich hab euch ja hier im Blog auch nicht das erste Mal erwähnt.

    Letztendlich seid ihr durch eben jene Seiten, wie die von mir kritisierte “Industrie in Kiel”, bei mir auf dem Radar gelandet

    -> http://www.kununu.com/de/sh/kiel/id
    “Top Arbeitgeber und Jobs” – mit diesen Seiten, die ihr ja zu zehntausenden in den Index gepresst habt, und die halt in meinen Augen sicherlich auch ein Faktor bei der Abstrafung waren, habt ihr ja versucht Leute aus den SERPs zu fishen, die nach Online-Jobbörsen relevanten longtailigen Keyword-Kombo´s wie bspl. “Industrie Jobs Kiel” oder was auch immer gesucht haben. Und da ich halt das ganze Keyword-Set betrachte, kam somit auch eure Seite auf meinen Radar!

    Klar, durch eure super Koops könnt ihr das ein wenig gelassener sehen, als manch anderer, dessen Business mehr auf der Auffindbarkeit bei Google aufbaut, aber ich würde das dennoch an eurer Stelle schon ein wenig ernster nehmen. Die von mir via Sistrix erhobenen knapp -70% sind ja noch vergleichsweise harmlos gegenüber der Analyse von Searchmetrics, laut deren Daten ihr um fast 92% (!!) abgestürzt seid -> http://blog.searchmetrics.com/de/2011/08/13/google-panda-update-in-deutschland-gewinner-und-verlierer/

    Aber wenn das sowieso nur ein “Luxusproblem” für euch ist, dann kann euch dieses klare Signal seitens Google, ja total egal sein. Was stört es eine deutsche Eiche, wenn sich ein Schwein daran kratzt?

    Marcus am 19. August 2011 um 12:10 Uhr
  3. Yo Marcus,
    wir nehmens ja eh ernst – hast ja valide Punkte angesprochen. Wir arbeiten dran, sehen aber das ganze kununu Projekt sehr gechilled und nicht verbissen.
    Pandas sind in unserer Beliebtheitsskala aber nun nach Haien gereiht.

    Das Klingen-kreuzen haben wir in den letzten 4 Jahren ja schon mittlerweile schätzen gelernt. Wenn wir mal nicht auf deinem Radar sind dann machen wir eh was falsch.

    In diesem Sinne.
    - Martin

    Martin am 19. August 2011 um 22:31 Uhr
  4. Holla, hier ist ja schon wieder ne lustige discussion :-)

    Top Artikel Marcus, und danke für die Analyse. Ich freu mich, dass wir (wenn auch vom niedrigen Niveau) mit Spirofrog.de zum “Sieger” geworden sind.

    Wir konnten durchweg u.a. auch davon profitieren, dass wir bei unseren Hauptkeywords wie Jobbörse und Co. wieder weiter nach vorne gekommen sind, weil u.a. auch sehr “werbelastige” Börsen abgestraft worden sind. Und das wir gute Jobs haben, das versteht sich von selbst :-)

    Schulze, Thomas am 20. August 2011 um 09:25 Uhr
  5. @ Martin -> Sehr geil!
    Aber wie gesagt, bei euch dürfte das Problem sowieso recht easy zu beheben sein. Wenn diese ganzen Null-Content Seiten aus dem Netz sind, bzw. gemoved wurden, dürfte euch Google recht schnell wieder lieb haben.

    Marcus am 22. August 2011 um 16:18 Uhr

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