Marcus Tandler

Google mag Jobpilot nicht mehr

Der gute alte Jobpilot… einst das unangefochtene Flaggschiff, unbestrittener Marktführer und sympathische Marke. Jetzt nur noch ein billiger Traffic-Feeder für das gefrässige Monster, welches sich den Jobpiloten ja 2004 einverleibt hat. Ursprünglich sollte der Jobpilot ja einfach platt gemacht werden, um das Monster zur gekauften Nr.1 im Jobbörsenland zu machen, aber nachdem der Jobpilot bis heute höhere Sympathiewerte unter den Personalern geniesst und auch eine höhere Bewerber-Resonanz verspricht, wird bis heute an der leeren Hülle Jobpilot festgehalten. Eine recht ungewöhnliche Strategie für ein US-Unternehmen, die ja zumeist eher nach dem Borg´schen Motto “Resistance is futile, you will be assimilated” agieren.

Die SEO Katalog Strategie ist ja vom Grundprinzip nicht unschlau, also die Domain Power der uralten trusted Domain Jobpilot.de zu nutzen, um damit longtail Keyword-Kombos in den organischen Google Suchergebnislisten zu tacklen, die für das Monster selber dank SEO-mässig sinnbefreiter live-getriggerten Suchergebnis-Landingpages in weiter Ferne liegen.

Allerdings erfolgte die Umsetzung mehr als nur suboptimal, so wurden direkt zum Relaunch zahlreiche Advertorials auf SEO-Spam-Artikel-Blogs gekauft, die allesamt mit direct-match Anchortext auf die entsprechenden Landingpages verlinkten – so wie bspl. hier ->

Jobpilot paid link

oder hier ->
Jobpilot paid link

Sowas ist keine wirklich zeitgemäße SEO-Taktik heutzutage, sondern vielmehr blanker Spam, den sich Google auch explizit in seinen Google Guidelines verbittet.

Dennoch würde eine so alte und trusted Domain wie Jobpilot.de ein paar dilletantisch gebuildete Links aushalten und wahrscheinlich sogar besser ranken – zumindestens kurzfristig – ABER der zuständige SEO konnte den Mund wohl nicht voll genug bekommen und hat gleich dutzende solcher Advertorials am selben Tag (!) bloggen lassen. Das die meisten dieser Domains allesamt den selben Besitzer bzw. sogar teilweise die gleiche IP-Adresse haben macht die ganze Sache nur noch viel einfacher für Google – eine Backlink-Analyse ist wirklich pure Comedy für versierte SEOs. Da braucht es keine ausgefeilten Anti-Spam-Algorithmen – so eine Taktik würde selbst einem blinden Quality Rater sofort auffallen. #Facepalm #FAIL

Kein Wunder also, dass Google die Domain recht schnell umfassend und vernichtend abgestraft hat ->

Sistrix Sichtbarkeit Jobpilot
(Sichtbarkeit via Sistrix)

Selbst für Ihren Brand “Jobpilot” rankt Jobpilot.de erst auf Position 21! Das muss man auch erstmal schaffen! Aber Google hat halt augenscheinlich keinen großen Bock mehr auf den Jobpiloten – wer sich nicht um die Guidelines schert und glaubt schlauer als Google zu sein, muss halt damit rechnen, dass Google nicht mehr auf den vordersten Plätzen mitspielen lässt!

Traurigerweise hatte ich nach dem Relaunch und der Spam-Link-Orgie über einen befreundeten Kontakt anfragen lassen, ob diese neuerliche Strategie denn wirklich so gewünscht wäre und ob man sich bewusst sei, dass dies zu einer Abstrafung führen könnte. Allerdings wurde dem Kontakt versichert, dass man alles unter Kontrolle habe. Tja, oder halt auch nicht… Hochmut kommt halt stets vor dem Fall…

Wirklich traurig, dass man durch Überheblichkeit und dilettantisches antiquiertes SEO Handwerk die wohl eindeutig beste Domain aus dem Job- & Karriere-Umfeld komplett versenkt hat. Das hat der gute alte Jobpilot wirklich nicht verdient.

R.I.P. Jobpilot.de

P.S.: Kleine ToDo-Liste für die Verantwortlichen bei Monster:

Da Google kein Interesse daran hat so einen bekannten Brand wie den Jobpilot für immer aus der Top10 herauszuhalten, sollte ein korrekter Reconsideration Request wohl recht schnell wieder zu alter Stärke führen. Viel Erfolg!