Marcus Tandler

Haste mal nen Euro?

Gerade beim Alex gefunden -> ExecutiveBase.com steht derzeit zum Verkauf auf eBay. eBay ist ja derzeit ziemlich en vogue, um mit gescheiterter web2.0 kacke wenigstens noch ein paar letzte Euros zu machen. ExecutiveBase.com ist nicht wirklich web2.0 kacke, da das Ding für web2.0 einfach zu scheiße aussieht (wer braucht bei einer zündenden Geschäftsidee schon gutes Webdesign?…), aber als gescheitert kann man die ganze Sache wohl durchaus bezeichnen, auch wenn das Portal als eine der “führenden Plattformen im Bereich „Headhunter Recruiting“ in Deutschland” feilgeboten wird.

Immerhin sollen die Stärken des Portals “in einer ausgezeichneten Suchmaschinenpositionierung, in einer etablierten Marke mit gutem Bekanntheitsgrad, einem guten generischen Besucherstrom und einem beachtlichen Kundenstamm” liegen.

Nur ist vom “beachtlichen Kundenstamm” nirgendwo die Rede in der Verkaufsofferte… komisch, denn gerade laufende Verträge und Kundenbeziehungen sind ja der wohl wertvollste Asset. Die 1.231 Stellenanzeigen sagen nicht wirklich viel aus, da die Personaler diese ja kostenlos schalten können, wenn sie sich bei ExecutiveBase registrieren. Verdient wird wohl nur mit diesen Premium-Memberships für knapp 10 Euro, aber as I said -> kein Wort davon, wieviele Leute wirklich so dumm waren so einen Account ihr Eigen nennen (die 2.539 auf der Homepage ausgewiesenen werden ja zum Großteil kostenlose Accounts sein, und Gott weiß wie alt die wohl sind…).

Ok, zweiter Punkt sind die “ausgezeichneten Suchmaschinenpositionen“, von denen auch gleich ein paar aufgeführt werden… aber bis auf ne Top10 Platzierung für “Headhunter”, sowie “Personalberatung” seh ich nicht wirklich interessante Sachen – alles eher mittelmässiges Longtail-Zeugs, was man auch sehr gut an den ausgewiesenen Besuchern im Monat Oktober sehen kann… gerade mal 13.411 unique Besucher waren Oktober auf ExecutiveBase.com – weniger als 500 Besucher pro Tag… Sogar mein JOBlog hat knapp 3.000 Besucher am Tag… vielleicht sollte ich den auch verkaufen 🙂

Der “gute generischen Besucherstrom” ist also ebenfalls fürn Arsch, denn mit 500 Besuchern am Tag lässt sich nicht wirklich das große Geld verdienen.

Davon werden wohl auch die meisten durch die schon angesprochenen Google Suchanfragen kommen, und hier muss dem etwaigen Käufer klar sein, dass es ganz schnell vorbei sein kann mit der Google Liebe, denn die Jungs & Mädels von ExecutiveBase haben für meinen Geschmack ein wenig zu viel gefährliches Halbwissen im SEO Bereich walten lassen… davon konnte ich mich in einem persönlichen Gespräch seinerzeit sogar persönlich überzeugen. Eine Analyse der Backlinks ist wirklich sehr aufschlußreich, bzw. wird auch onPage keine Gelegenheit ausgelassen Keywords in den Quelltext zu spammen – die ganzen “Bullets” Images beispielsweise sind sehr lustig:

–> |img width=”10″ height=”7″ src=”http://www.executivebase.com/_img/bullet_w.gif” alt=”Führungskräfte Jobbörse Headhunter Adressen Personalberatung Personalberatungen” /| <-- Ich wäre also mehr als verwundert, wenn ExecutiveBase wirklich alleine das geforderte Mindestgebot von 49.000 Euro netto erlöst. 7 Tagen sind es noch... ich bin gespannt 🙂

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