Marcus Tandler

Isch hab so nen Hals!

Ich äußere mich hier im Blog ja eher weniger zum Thema SEO, also der Optimierung des Rankings einer Seite in den gemeinen Suchmaschinen. Nun habe ich aber, wie ich glaube, ein sehr schönes Beispiel gefunden, wie man es nicht machen sollte – und das will ich euch natürlich nicht vorenthalten…

In der letzten Zeit schlagen neben dem eindeutigen Spam-Kommentaren (Poker, Viagra etc. – kennen ja wohl alle Blogbetreiber) auch relativ “nutzlose” Kommentare auf – zumeist simple Einzeiler mit mehr oder weniger nichtssagendem Inhalt. Wenn diese dann noch von keinem Namen, also beispielsweise Horst, sondern von “Jobs and more” oder dergleichen kommen, ist die Sache dann eigentlich ganz klar – der Kommentator will halt nur seinen Link auf meiner Seite unterbringen. Allen SEO-unkundigen sei erklärt, dass sich ein wesentlicher Bestandteil von SEO um Links, also Verweise auf die eigene Webseite, dreht. Da Google den JOBlog recht gerne mag, ist ein Link von meinem Blog halt einfach auch etwas wert, vor allem, wenn man im Job- und Karrierebereich weiter vorne ranken will. Und Kommentare sind ja eine wunderbare Möglichkeit selber dort einen Link zu platzieren, was widerum diese Einzeiler-Kommentare erklärt.

Eine besonders hartnäckige Firma, ist eine SEO-Klitsche aus Ludwigsfelde, die eine Jobbörse mit dem Namen Jam-Base betreiben. In den letzten 4 Wochen habe ich bestimmt 4 Kommentare dieser Herren löschen müssen, allesamt stupide nichtssagende Einzeiler, und zuerst von “Jobs and more” und “Jobs Forum”, dann immerhin von “Natalie von Jam-Base” oder “Manuel von Jam-Base”… lachhaft! Vor allem, weil in dieser Firma auch augenscheinlich nur zwei Leute tätig sind (nennen wir sie einfach mal Durkhard und Bennis), die eMail-Adressen der Kommentatoren aber entweder die info@(Name der SEO-Klitsche) oder komische Freemail-Adressen waren.

Gestern kam schon wieder so ein sinnloser Kommentar rein, und da dachte ich mir, dass ich diesem “Manuel” (so hieß er dann wohl gestern) mal zurückschreiben könnte, was das eigentlich soll… Natürlich bekam ich keine Antwort – aber noch viel lustiger heute morgen eine Mail von einem der beiden Geschäftsführer! Leider nicht wirklich persönlich, sondern an “Sehr geheerte (sic!) Damen und Herren” (also wenn man schon die Marcus.Tandler@ anschreibt, kann man mich doch mit Namen anschreiben, oder??). Und was will der werte Herr Suchmaschinenoptimierer? Auf meine noch leere Jobbörsen Übersichtsseite (die halt aber auf Platz 6 bei der Google Suche nach “Jobbörsen Übersicht” rankt…) – und das gleich mit 3 seiner Müll-Projekte! Jam ist nämlich wirklich keinen Link wert, so finden sich dort derzeit gerade mal 76 Stellenangebote – weiß Gott keine seriöse Empfehlung an meine Leser!
Aber der Herr SEO hat natürlich ein Zuckerl für mich – eine Verlinkung meiner Seite auch Jam-Base! Hört hört! Natürlich aber in einem verschachtelten Weblinks Webkatalog, und auch noch via redirect! Die Seite wird also nicht direkt verlinkt (sonst wäre das ja ein reziproker Link, und damit in Googles Augen weniger wert!), sondern lediglich über einen sogenannten Redirect aufgerufen. Vielen Dank für den Scheiß!

Der Natur dieser Mail nach, ging diese Wohl noch an mehrere andere Seiten im Job- und Karriere-Umfeld… was für ein Vollkrampf! Das ist wirklich Hobby-SEO, in der allerhöchsten Liga – so funktioniert das Spiel schon lange nicht mehr! Pseudo-Kommentare, Massen-Linktauschanfragen und Webkatalog-Einträge sind wirklich SEO-Techniken von vor 3 Jahren! Wer übrigens noch ein paar Pseudo-Kommentare sehen will, muss eigentlich nur über die Top-Blogs in Deutschland surfen – wie bspl. den Law-Blog (hier “Dennis”), als “Jobs and more” beim Problogger Darren Rose (mit dem durchaus sinnhaften Kommentar “web2.0 jobs the future”… ?!?!), oder auch bei Nischenblogs wie dem Aschenbecher Blog (wieder als “Jobs and more”)… man man man…

Also Jo, Marcel, Nadia, Jeanette und alle anderen – schaut mal, ob Ihr schon ähnlichen Besuch auf eurem Blog hattet.

P.S.: Wenn Du Dich übrigens mehr für das Thema SEO interessiert, kann Dir unseren Podcast Webmasters on the Roof empfehlen, der ja vor einem Jahr vom größten amerikanischen Netzwerk für Webmaster Podcasts, dem Internet-Radiosender Webmasterradio.FM übernommen wurde. Jeden Dienstag, 19Uhr live (nur heute leider nicht…) – über 12.000 Hörer jeden Dienstag!

P.S. 2.: Über SEO bzw. mein Leben als SEO / Searchengine Marketer blogge ich auf meinem privaten Blog Mediadonis.net – nur für diejenigen, die das noch nicht wußten :-) – ist aber allerdings auf englisch…

9 Reaktionen zu “Isch hab so nen Hals!”

  1. Ja, hatte diese netten Kommentare auch schon. Aber locker-elegant gelöscht und die Blacklist eingetragen.
    Trotzdem danke für den Hinweis :-)

    Marcel Widmer am 16. October 2007 um 13:11 Uhr
  2. Hi Marcus, hi Marcel,
    bei mir auch schon… aber da Erstlings-Kommentare stets der Freigabe bedürfen, geht solcher Spam erst gar nicht online. Es sei denn, einer legts wirklich drauf an, schreibt erst was Gutes und dann nur noch Müll. Aber dafür hab ich meinen Anwalt und den Hinweis, dass ich werbliche Kommentare in Rechnung stelle. Auf derlei Spenden freuen sich mein Anwalt und ich.
    Ich habe ja gar nichts dagegen, wenn sich einer über Kommentare bekannt machen will. Jeder hat mal klein angefangen. Aber dann sollen die Leute wenigstens die Texte lesen und was Gescheites dazu schreiben…

    Karrierebibel am 16. October 2007 um 14:28 Uhr
  3. Bei uns sind derlei Dinge noch nicht vorgekommen. Ist wohl die Gnade der späten Geburt… *g* Bin gespannt, wann wir auf dem Radar solcher “SEO-Klitschen” auftauchen.

    Nadia am 17. October 2007 um 07:52 Uhr
  4. Du sprichts mit aus dem Herzen. Super gepostet. Man kann zwischen den Zeilen deinen dicken Hals herauslesen :)

    Hanspeda am 23. October 2007 um 12:59 Uhr
  5. 1. Vielen Dank für die geile Geschichte.
    2. Haben die nicht gecheckt das die Kommentarlinks no-follow sind?
    3. Hatte die Jam-Base Seite schon vorher den müden PR3 oder sind die wegen ihren peinlichen Footerlinks abgestraft worden? :-D

    Tim am 25. October 2007 um 10:53 Uhr
  6. [...] ch keinen Link wert – weiß Gott keine seriöse Empfehlung an meine Leser!” (Quelle) Kommentar-SPAM Beispiel 2: Noch krasser, noch automatischer geht es im Moment im [...]

    Kommentar-SPAM - modernes Graffiti? | Das Meinungs-Blog am 28. October 2007 um 14:39 Uhr
  7. [...] ch keinen Link wert – weiß Gott keine seriöse Empfehlung an meine Leser!” (Quelle) Kommentar-SPAM Beispiel 2: Noch krasser, noch automatischer geht es im Moment im [...]

    Kommentar-SPAM - modernes Graffiti? | Das Meinungs-Blog am 28. October 2007 um 14:39 Uhr
  8. Dabei kann man selbst als “Konkurrent” noch etwas sinnvolles zu einer Diskussioin beitragen und zwar so, dass der Link nicht gelöscht wird. Ich erlaube auf meinem englischen Blog Kommentare mit dofollow und hatte bislang nur ein Paar Leute die das Wort Netiquette noch nie gehört haben. Um die anderen kümmert sich Akismet proaktiv.

    Tadeusz Szewczyk am 29. October 2007 um 17:25 Uhr
  9. [...] Yigg.de Frontpages!) Wulffy bekommt (Danke Jungs!) auf den Deckel von Sistrix und Marcus. SEO Agentur nervt mit manuellem Blog-Spam und macht sich unbeliebt. Goldene Zeiten … Wer hat noch [...]

    Ranking News » Blog Archive » Der Comedy Herbst in Deutschlands SEO-Landschaft - Ein Ranking, Webmarketing & SEO Blog am 2. November 2007 um 13:50 Uhr

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