Marcus Tandler

IT Fachkräftemangel – Die Tendenz steigt!

Fachkräftemangel – ein Terminus, der seit 2007 wie ein Damoklesschwert über der Deutschen IT-Branche hängt. Entgegen aller Unkenrufe einiger Wirtschaftsexperten handelt es sich dabei nicht um eine politische Mähr, sondern um eine unumstößliche Tatsache. Der Fachkräftemangel in der IT nimmt beharrlich zu. Grund genug, um dieses Thema etwas genauer zu durchleuchten.

Deutschland braucht IT-Fachkräfte. Punkt.

Alles im Leben hat seine zwei Seiten. So auch die Ansichtsweise des Fachkräftemangels in der Bundesrepublik. Wirtschaftsexperten und Analytiker, wie beispielsweise Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff, belegen in Ihrem Buch „Lügen
mit Zahlen
“, dass Unternehmensverbände und die Regierung tatsächlich mit ihren teils furchteinflößenden Prognosen bewusst irritieren möchten. Es geht darum, ausländische Fachkräfte zu niedrigeren Gehältern einzustellen, und dies unter dem Deckmantel des Fachkräftemangels zu rechtfertigen. Dagegen stehen Aussagen, wie die des Vorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Wiese, dass bis zum Jahr 2025 der Deutschen Wirtschaft bis zu 7 Millionen Fachkräfte fehlen werden. Das ist kein Pappenstiel! Im Falle des Fachkräftemangels in der IT belegen Satistiken und Umfragen, dass sich dieser Trend weiter verschlechtert. Laut jüngsten Nachforschungen liegt der Fachkräftebedarf in der IT mit satten 37 % unangefochten an der Spitze aller Berufszweige. Auf die Frage nach dem „Warum“ findet die BITKOM einige sehr plausible Antworten.

Ursachen für den Fachkräftemangel in der IT Brache

Die Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. – kurz: BITKOM – kann auf sehr viele und sehr fundierte Informationsquellen zurückgreifen. So basiert zum Beispiel eine Umfrage der BITKOM im vergangenen Jahr auf den Aussagen von circa 1.500 CEOs und HR-Manager von Unternehmen aus allen relevanten TECH-Brachen. Alleine 2014 fehlten auf dem Deutschen Stellenmarkt um die 41.000 IT-Experten. Die Befürchtung, dass sich dieser negative Aufwärtstrend weiter ausbaut, hat sich bewahrheitet. Der Bedarf an IT-Fachkräften ist bis jetzt 2015 um weitere 13 % angestiegen. Doch woher kommt diese Entwicklung?

Punkt 1: Zu hohe Einstellungskriterien

Das erste Argument, das in diesem Zusammenhang aufkommt, lautet „demografischer Wandel“. Doch betrachtet man den IT-Sektor separat, sind es vornehmlich andere Faktoren, die den Fachkräftemangel begünstigen. Prof. Dieter Kempf ist der Vorsitzende der BITKOM. In einem sehr aufschlussreichen Interview, das er im März 2014 der „Süddeutsche“ Zeitung gab, macht er zum Beispiel die mitunter extrem anspruchsvollen Anforderungen der einstellenden Betriebe an die IT-Kräfte verantwortlich. In einem unglaublich schnell wachsenden und wandelbaren Bereich wie die IT-Branche, sind Experten mit drei- bis fünfjähriger Berufserfahrung Mangelware! Und genau darauf beharren viele Unternehmen in deren Einstellungskriterien.

Punk 2: Anforderungen an Hochschulen

Dann führt Kempf noch die recht hohe Abbruchquote bei den IT-Studienfächern als Argument ins Feld. Eine Tatsache, die sich aber ändern lässt. „Technische Studiengänge gehören zu den schwierigsten“, so Kempf. „Zu oft aber werden zum Beispiel in Pflichtnebenfächern künstliche Hürden aufgebaut, an denen so mancher, der das Zeug zu einem guten Informatiker hat, ohne Not scheitert.

Punkt 3: Die Frauenquote

Diese sei mit gerade einmal 14 % im IT-Sektor viel zu niedrig. Allerdings können IT-Unternehmen auch nur Leute einstellen, die die richtigen Voraussetzungen mitbringen. Also eine Ausbildung als Fachinformatiker oder einen entsprechenden Hochschul- oder Universitätsabschluss. Hier ist dennoch eine sehr deutliche Steigerung gegenwärtig. Um die 11.500 Studienanfängerinnen verzeichneten Universitäten und Hochschulen 2014, was eine Verdopplung im Vergleich zu 2007 darstellt. Dennoch müsste die IT schon im Schulalter für Mädchen attraktiver gestaltet werden. Mit Initiativen wie “Erlebe IT” versucht die BITKOM genau dies zu erreichen.

In welchen IT-Bereichen herrscht der größte Fachkräftemangel?

Mit fast zwei Drittel macht der Bedarf an Software-Entwicklern den Großteil des Fachkräftemangels in der ITK aus. Die IT-Welt ist mobil geworden. Bereiche wie Social Media, Cloud Computing und Big Data sind vom IT-Fachkräftemangel besonders stark betroffen. Ebenso wie unter anderem das Programmieren von Apps, mobile Websites und Responsive Webdesign. Die gesamte Wirtschaft digitalisiert sich – das Internet der Dinge ist ein sehr anschauliches Beispiel für diese Entwicklung. Fakt ist, dass eben diese rasante Evolution in keinem Verhältnis mit der Anzahl entsprechend ausgebildeter IT-Fachleute in Deutschland steht. Doch der IT-Fachkräftemangel in Deutschland geht noch weit darüber hinaus. Renommierte Personaldienstleister, wie zum Beispiel Randstad Professionals, bekommen zahlreiche Anfragen von Unternehmen für Administratoren, IT-Beratern und – ganz besonders – IT-Sicherheitsexperten.

Konsequenzen des IT- Fachkräftemangels für die deutsche Wirtschaft

Dass der Mangel an IT-Experten drastische Folgen für Deutschland als Innovationskraft hat, liegt auf der Hand. Eine Verlagerung der Arbeit ins Ausland ist keine Zukunftsprognose, sondern Tatsache. Betrachtet man die ermittelten Daten des Fraunhofer IAO und der BITKOM, zeichnet sich ein monetärer Verlust für die deutsche Wirtschaft in Milliardenhöhe ab. Laut der Studie »Fachkräftemangel und Know-how-Sicherung in der IT-Wirtschaft« entgehen hiesigen IT-Unternehmen circa 11 Mrd. Euro jährlich durch den Wissen- und Kompetenzverlust, der mit dem Fachkräftemangel in Deutschland einhergeht. Doch selbst bei all dem gibt es eine positive Seite – IT-Experten sich mehr gefragt denn je! Man hält als IT-Fachkraft also so einige Trümpfe in der Hand, wenn man sich nach einer neuen beruflichen Herausforderung sehnt.

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