Marcus Tandler

Job-Speed-Dating?

Gerade in der Online Ausgabe des Sterns gefunden -> “Deutschlands erstes Job-Speed-Dating“… bitte was??

Was auf den ersten Blick durchaus abstrus klingt, und eher wie ein Marketing-Gag einer x-beliebigen online Singlebörse, entpuppt sich beim näheren hinsehen als recht smarte Idee, was die Münchner Arge (als Zusammenschluss aus Arbeitsagentur und Sozialamt zuständig für die Hartz-IV-Empfänger) zusammen mit dem privaten Arbeitsmarktdienstleister Action for Employment da ausgeheckt hat!

München ist derzeit das Testgebiet für diese neue Art der Arbeitsvermittlung, und bereits beim ersten Versuch fanden sich immerhin 50 (!) Unternehmen von McDonalds bis zur Deutschen Bahn im alten Münchner Rathaus ein, um aus insgesamt knapp 1.000 Hartz-IV Empfänger evtl. neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

Wie beim normalen Speed Dating sitzt man alle 10 Minuten einem neuen Arbeitgeber gegenüber, um diesen in möglichst wenigen Worten von der eigenen Person zu überzeugen. Bei gegenseitigem Gefallen gibt´s so die Chance auf ein zweites Vorstellungsgespräch, dass dann wohl eher in relaxterer Atmosphäre stattfinden dürfte. Ich frage mich nur, wieviele Bewerbungsmappen so ein arbeitssuchender Speed-Dater im Gepäck haben muss – sind ja schon gleich ein paar, die an so nem Tag nem Unternehmen übergeben werden…

Ich finde die Idee auf jeden Fall richtig klasse – dort werden ja keine CEO Positionen vergeben, die evtl. nen elaborierteren Background-Check eines jeden Bewerbers vorausetzen würde, sondern zumeist Entry-Level-Positionen – wieso also nicht den ganzen üblichen trägen Schmuh ein wenig auf Trab bringen? Bin mal gespannt, ob sich dieses Modell bald auch in der gesamten Republik Schule macht – die Veranstalter schienen laut Pressebericht auf jeden Fall begeistert zu sein (auch wenn leider keine konkreten Zahlen über vereinbarte zweite Vorstellungsgespräche oder gar unterschriebene Arbeitsverträge genannt wurden).

Oh, apropos bewerben -> Eva hat heute über anonyme Lebensläufe gebloggt, die scheinbar derzeit in Frankreich in einem großangelegten Pilotprojekt getestet werden. Wieso das ganze? Wohl um Diskriminierung vorzubeugen, immerhin kann sich der Personaler so nicht mehr bei Facebook auf die Suche nach komprimitierenden Fotos machen… Aber das Ei des Kolumbus ist das ganze wohl trotzdem nicht, denn zu irgendeiner Zeit wird ja dann doch der Name offengelegt, und damit auch die evtl. unter Drogen- & Alkoholeinfluss geschossenen Fotos, während man mim Finger im Po in der Badewanne seinen Rausch ausschläft… und spätestens dann wirds dann doch nix mehr mit dem Job als CEO *hihi*

Und zum Schluß noch ein besonderer Tipp -> Der Blog von Simone Janson Berufebilder.de gehört in jeden gutsortierten Feedreader über Karriere und Jobbörsen – hab grad vorhin mit ihr telefoniert, echt ein sehr nettes Mädel! Also auf den Link klicken, und ab mit dem Ding in den Feedreader – es lohnt sich!

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