Marcus Tandler

JobScout24 macht sich mal wieder lächerlich

Eigentlich sollte sich bei der neuen “Viral Marketing Aktion” (Gott-oh-Gott – alleine diesen Mist schon so zu titulieren ruft bei mir Schreibblockade hervor) Such-Dir-Was-Passendes.de nur einer lächerlich machen -> der arme Bewerber, der nach gelungenem Bewerbungsgespräch, seine Zukunft als Prospektverteilendes Ei fristet… aber in Wirklichkeit macht sich mit diesem Scheiß nur JobScout24 lächerlich – und zwar so richtig!

Wieviel Drogen, und vor allem welche, muss man nehmen, um auf so eine beknackte Idee zu kommen? Wahrscheinlich ist es so, wie in der selbstzerstörerischen Pressemitteilung beschrieben:

Regie-Studenten suchen Dreherfahrung und Experimentierfelder.

Was der experimentierfreudiger Nachwuchsregisseur fabriziert hat, kann man sich ja dann auf YouTube anschauen (eine Augenbinde, oder zumindestens verschlossene Augen werden empfohlen!).

Die Verantwortlichen bei JobScout24 haben uns für den Spot freie Hand gelassen und unserem Können vertraut

Naja, vertrauen ist ja ok, aber immerhin hätte man den Regisseur nach der Präsentation des fertigen Machwerks mit Heugabeln und Fackeln aus dem Büro jagen können!

Aber nein – jetzt kommt erst der wahre Viral-Marketing Geniestreich -> man macht auch noch ein beknacktes Gewinnspiel on top! Da muss das Thema doch geradezu abheben!! Immerhin sponsort JobScout24 auch ganz tolle Preise, wie z.B. eine 1-monatige Premium-Mitgliedschaft bei der Unternehmens-Schwester FriendScout24!!! Ja, genau so eine, wie sie auch kostenlos in meinem Fitnesscenter ausliegt…

Naja, man kann ja alternativ auch den anderen Preis haben -> Einen Reisegutschein bei TravelScout24, und sogar im Wert von 50 Euro!!! Oh, das dieser nur gültig ab einem Mindestbestellwert von 800 Euro (!) ist, interessiert ja wohl nicht, oder… ?!

Peinlich, Peinlich…

Glücklicherweise haben das Video bisher auch gerade mal 1.300 Leute auf YouTube gesehen, was zwar ein Armutszeugnis bzgl. des viralen Spreads der Aktion ist, aber immerhin wohl weitere Demütigungen erspart…

Immerhin hat sich scheinbar auch ein User gefunden, dem das Video ganz toll gefallen hat ->

Todda1987 meint: “super video! gott sei dank, hatte ich noch nie so ein assessment center!!

Aber nachdem “Toffa1987” bisher gerade mal 3 Videos angeschaut hat, aber sogleich der einzige Abonnent vom tollen MrHappyEi VideoChannels, über den der Mist eingestellt wurde, geworden ist. Naja, und seit dem letzten Login, um den Kommentar zu platzieren, sich auch außerdem nie wieder eingeloggt hat – gehe ich mal davon aus, dass dieser positive Kommentar eher aus unternehmensnahen Kreisen zu vermuten ist…

JobScout24 weiß scheinbar wohin mit dem Geld – so heißt es ja so schön in der Pressemitteilung:

Wirtschaftsunternehmen wie JobScout24 hingegen haben Marketing-Budgets und möchten eine Botschaft verbreiten

JobScout24 hat Marketing-Budgets?? Sieht eher so aus, als würde JobScout24 sein Marketing-Budget ganz gehörig zusammenstreichen, denn wenn man sich bspl. man anschaut, wie sich denn die Spendings von JobScout24 bei Google AdWords entwickeln, dann sieht es eher so aus, als würde hier voll auf die Kostenbremse getreten ->

SEM Maßnahmen von JobScout24
(Stats via Sistrix Toolbox)

Und auch wie geworben wird -> sogar beim Keyword “Stellenangebote” wird derzeit so geworben:

SEM Anzeige von JobScout24

Laut Sistrix Toolbox der am häufigsten genutzte Anzeigentext! (sofern halt überhaupt noch ein Keyword gebucht wird!)

Vom Targeting auf Fach- & Führungskräfte hat man sich in der Münchner Rosenheimerstraße nun also gänzlich verabschiedet?

Kostenstop für AdWords Werbung, und damit die einzige wirkliche Source of Traffic, und dafür lieber beknackte Low-Cost Viral-Marketing Aktionen? Ich glaube nicht, dass das ein Patentrezept ist, um durch die derzeitige raue See der Wirtschafts- & Jobbörsenkrise zu schippern…

Quo vadis Scouty