Marcus Tandler

Langzeitarbeitslose im Anti-Terror Einsatz

Nach der Wahl ist vor der Wahl… und wie kommt man am besten ins Gespräch, wenn es etwas ruhig um einen geworden ist? -> Populistischer Aktionismus ! Eindeutig das Mittel der Wahl, wenn es darum geht wahlmüde Wähler wieder langsam auf den Urnengang vorzubereiten. Aber was kann man noch groß populistisches von sich geben, wenn doch derzeit schon, Sommerloch sei Dank, fast jedes Thema ausgelutscht zu seien scheint? Klar, Arbeitslosigkeit und Hartz4 sind immer beliebte Themen. Zu hohe Gehälter bzw. gleichmässigere Verteilung etc. ist auch immer gern gehört, aber als Politiker tut man sich mitunter recht schwer Derartiges zu verkünden – so will man ja keineswegs auf die zumeist feudalen monatlichen Zuweisungen verzichten. Ah, die Sicherheit ist ein tolles Thema, und außerdem derzeit noch Top im Agenda Setting der Nachrichtenredaktionen…

Mmmhhh… aber unser lieber Herr Verkehrsminister wäre nicht Verkehrsminister geworden, wenn er nicht ein wenig schlauer als alle anderen wäre! Nur ein einziges Thema ist doch total öde und old-fashinoned -> wieso nicht mal gleich 2 Top-Themen nehmen, wild miteinander vermixen und letztendlich mit einer populistischen Grundnote versehen? Und was kommt bei so einer Aktion raus?

Langzeitarbeitslose sollen künftig als unbewaffnete Anti-Terror-Patrouillen im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden!

Bitte was? Wo bekommt man so ein Gras? So high kann man doch von bundesdeutschen Standard-Marijuana garnicht werden, das man auf so eine abgedriftete Idee kommt! Naja, aber die Idee ist ja nicht mal das Schlimme, viel schlimmer ist, diese dann noch dem FOCUS zu erzählen, und damit unsere schöne Medienlandschaft zu vermüllen!

Glücklicherweise können sich mit dieser Idee nur die wenigsten (bzw. eigentlich niemand) anfreunden, so hagelt es Kritik von links bis rechts. Selbst Parteikollegen lassen sich nicht zu Kommentaren hinreißen (und das will bei der mitteilungsbedürftigen SPD auch wirklich etwas heißen :-)). Petra Pau, stellvertrende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag bspl. findet die Idee total absurd. Die FDP gar “populistischen Quatsch“. Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen ist nicht gerade erfreut über die neuen Zugbegleiter in spe: “Diese Jobs nur mit billigen, dafür nicht ausgebildeten Arbeitskräften auszufüllen, entwertet die Leistung der bisherigen Fachkräfte“!
Am besten fasst es aber der Sprecher des Leipziger Sozialforums, Winfried Helbig, zusammen:
Es muss einmal klar gesagt werden: Wir sind nicht die Müllfahrer der Nation, die jeden Job machen müssen, den keiner will

Wie so oft, gilt auch in diesem Fall -> Das Gegenteil von Gut gemacht, ist Gut gemeint!