Marcus Tandler

Live und in Farbe

Auf meinem täglichen Streifzug durch die Job, Karriere & Jobbörsen Welt bin ich heute bei der neuen Pressemitteilung von Stellenanzeigen.de hängengeblieben -> “Mit Video-Stellenanzeigen Bewerber noch besser informieren”…

Mein erster Gedanke war “oh-Gott-oh-Gott, die jetz auch noch?”, und wollte eigentlich schon weitersurfen, aber dann dacht ich mir, dass ich vielleicht mal meinen Senf dazugeben könnte 🙂
(Außerdem ist sonst nicht wirklich etwas passiert, bis auf meine Einladung zum XING Marketplace – der aber so unspektakulär ist, dass ich bisher noch keine Story drum stricken konnte…)

Also -> Video Stellenanzeigen! Klingt toll, ist es aber nicht wirklich…
Stepstone hat damit schon Januar 2006 angefangen, und bis heute scheint sich niemand so wirklich dafür zu interessieren. Wieso schreit jetzt also auch Stellenanzeigen.de ganz laut “me too”? Man versucht sich über die professionelle Produktion zu differenzieren (in Kooperation mit einer Agentur, was ja auch Sinn macht), aber hier hat Stepstone eigentlich schon damals auch ganz passable Arbeit geleistet (hier eines der Stepstone Referenzbeispiele)!
(leider konnte ich jetzt zum Vergleich kein Beispiel bei Stellenanzeigen.de finden, aber da solls ja auch erst Ende Mai losgehen…)

Versteht mich bitte nicht falsch – ich bin kein Gegner von Video Stellenanzeigen, denn gerade solche nützen ja endlich mal die multimediale Natur des Internets aus, und zeigen der schnöden Print-Stellenanzeige eine lange Nase! Ist doch saucool, wenn man sich mal vor einem etwaigen Bewerbungsgespräch nen Eindruck von der Firma, der Abteilung oder gar den zukünftigen Kollegen machen kann. Das Problem bei Video Stellenanzeigen sind aber schlicht und einfach die Produktionskosten, denn wenn man sein Unternehmen in ein sympathisches Licht rücken will, sollte man nicht mit der Handycam durch die Gänge filmen, und dies dann provisorisch zusammenschnippseln – sondern professionelle Hilfe in Anspruch nehmen -> und das kostet!

Für 2-3 Stellenanzeigen pro Jahr wäre ein solcher Produktionsaufwand einfach nicht gerechtfertigt, vor allem wenn die Produktionskosten die Kosten der eigentlichen Stellenschaltung überwiegen! Nur große Unternehmen können es sich wirklich leisten hier aktiv zu werden, wobei gerade bei diesen dann wieder ganz andere Probleme ins Spiel kommen… So muss auch ein solches Video komplett durch die Marketing- bzw. Corporate Communications Abteilung, bzw. können hier nicht allgemeine Firmenvideos, sondern viel eher Videos für die einzelnen ausschreibenden Abteilungen gedreht werden, das ganze am beten auch noch aktuell gehalten werden etc etc etc – klingt auch für große Unternehmen nach einfach zuviel Aufwand für zu wenig Benefit…

Wirklich sehr schade, denn ich würde es wirklich mehr als gerne sehen, wenn sich Video Stellenanzeigen durchsetzen würden, und selbst kleine Unternehmen von diesen multimedialen Möglichkeiten Gebrauch machen – aber das wird wohl wirklich nie passieren. Nicht mal in den U.S.A. konnte sich das Thema durchsetzen, und gerade die sind der hiesigen Jobbörsen-Landschaft ja Jahre voraus!

Zum Abschluss aber noch ein wirklich herausragendes Beispiel für eine Video-Stellenanzeige. Die DocCheck AG sucht beispielsweise einen Entwickler via Video-Stellenanzeige – das nenn ich mal ein super gedrehtes Video! Professionell gemacht, und die Firma kommt mehr als sympathisch rüber! Aber kein Wunder, wenn man weiß, dass DocCheck eine Tochterfirma der äußerst kreativen Kreativagentur Antwerpes ist! Die können sowas halt mal einfach aus dem Handgelenk schütteln 🙂
Nichts desto trotz -> Tolle Arbeit!

Ich glaube, WENN man sich dazu entscheidet eine Video-Stellenanzeige anzubieten, dann sollte es mindestens so gut gemacht sein – und wenn man halt nicht gerade die Tochterfirma einer Kreativagentur ist kostet das richtig Asche (auch wenn Stellenanzeigen.de mit der kooperierenden Agentur einen guten Deal schnüren konnte). Für den Vetrieb bei Stellenanzeigen.de wohl bestimmt ein sauschweres Unterfangen, dem Kunden nun auch noch ein fast ebenbürtig teures Produkt mitverkaufen zu wollen…

(Bettina, bitte diesen Post nicht falsch verstehen, oder gar böse Mails schreiben – ich will Deinen Arbeitgeber hier nicht bashen – es geht mir eher darum klarzustellen, dass ich Video-Stellenanzeigen eigentlich ne tolle Sache finde (a´la dem DocCheck Beispiel), aber vertriebstechnisch wohl einfach sehr schwer an den Personaler zu bringen sind… but maybe that´s just my humble opinion… :-))

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