Marcus Tandler

Lohn oder Almosen?

Die Gewerkschaften fordern ja derzeit einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro für alle… ein heres Ziel, wenn man bedenkt, dass in Deutschland teilweise sogar qualifizierte Beschäftigte noch immer deutlich weniger verdienen. Laut dem statistischen Bundesamt, gibt es nämlich immer noch Fachkräfte, die sich mit Stundenlöhnen unter vier Euro zufrieden geben müssen! In Sachsen liegt der auf Stundenbasis umgerechnete Tariflohn für eine ausgebildete Friseuse Friseurin bei gerade mal mickrigen 3,82 Euro! 3,82 Euro für eine ausgebildete Fachkraft – keine Auszubildende – das ist ja unglaublich!
Im am schlechtesten bezahlten westdeutschen Bundesland, namentlich Bremen, waren es immerhin noch 6,28 Euro für eben jene ausgebildeten Friseure im ersten Gesellenjahr, was aber ebenfalls weit unter dem gesetzlich geforderten Mindestlohn liegt.
Stand heute gibt es übrigens nur im Baugewerbe, dem Dachdeckerhandwerk, sowie dem Maler- und Lackiererhandwerk gesetzlich geregelte Mindestlöhne in Deutschland. Diese liegen laut dem statistischen Bundesamt zwischen 7,15 Euro für einen ungelernten Maler in Ostdeutschland und 12,40 Euro für einen Facharbeiter in einem westdeutschen Baugewerbe. Nur im Dachdeckerhandwerk liegt der Mindestlohn bundesweit einheitlich bei genau 10 Euro.

Davon kann eine ostdeutsche Friseurin wahrlich nur träumen… wagen wir doch mal eine kleine Milchmädchenrechnung:

20jährige, fertig ausgebildete Single-Friseurin im ersten Berufsjahr –
3,82 Euro pro Stunde -> 615 Euro im Monat
Nach Abzug der diversen Sozialabgaben bleiben Ihr in Steuerklasse 1 ganze 483 Euro!
Ein Hartz4´ler dagegen bekommt nach dem Regelsatz 345 Euro + Mietkosten!
Ich glaube damit sind die beiden wohl fast gleichauf…

Die ganze Studie steht beim statistischen Bundesamt zum kostenloses Download bereit.

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