Marcus Tandler

Mehr zum Jobware – Bann

Seit gestern Nacht ist BMW.de und auch Ricoh wieder Google-Index vertreten, von Jobware fehlt aber weiterhin jede Spur…
Dort herrscht wahrscheinlich immer noch extreme Ratlosigkeit wie es zu dieser Strafe seitens Google kommen könnte. Bei Crosswater Systems wünscht sich Dr. Randolph Vollmer, seines Zeichens Geschäftsführer von Jobware, ein explizites Regelwerk:

“Hilfreich wäre es, wenn Google seine diesbezüglichen Richtlinien präzisieren und in Form eines expliziten Regelwerks dokumentieren würde. Damit würden Unstimmigkeiten wie diese erst gar nicht entstehen.“ (Quelle: Crosswater Systems)

Genau dieses Regelwerk gibt es bei Google bereits seit 1998:
http://www.google.de/webmasters/guidelines.html#quality

Matt Cutts hat wohl direkt mit BMW und Ricoh zusammengearbeitet, um diese wieder in den Index zu reinkludieren – Jobware scheint hier noch mehr Nachholbedarf zu haben.

http://www.mattcutts.com/blog/recent-reinclusions

Haupt-Kritikpunkte seitens Google dürften wahrscheinlich die folgenden Punkte gewesen sein:

  • Jobware hat laut “site-Statistik” knapp 200.000 Brückenseiten in den Google-Index gejagt, und Ihre gute Reputation bei Google (in Bezug auf Pagerank, Alter der Domain, Backlinks von Authoritätsseiten etc.) dazu ausgenützt, diese Seiten auch sehr schnell in den Google Index zu pressen (nach dem Motto: “Wenn Jobware etwas neues für mich hat, dann nehme ich das gerne auf”)
  • Jobware hat diese Seiten mit extrem viel Text aufgeblasen, um Google eine Relevanz für bestimmte Begriffe vorzugaukeln, nur um dem User dann ein PopUp über eben diesen Inhalten mit entsprechenden Jobs zu präsentieren. Für Google sieht dies so aus, als wären die Inhalte nur für Google und nicht für den eigentlich Suchmaschinenbenutzer erstellt worden – suchte man bspl. nach “Jobs Sachsen-Anhalt” und fand Jobware auf Platz 1, waren die letztendlichen Informationen nur Mittel um Zweck die entsprechenden Jobs in Sachsen Anhalt zu präsentieren. Hier muss natürlich gesagt werden, dass dem User die zusammengetragenen Informationen über Sachsen-Anhalt weitestgehend egal sind, da er ja Jobs finden will – was er dann letztendlich auch getan hat. Dennoch darf diese “Schwäche” seitens Google nicht derartig ausgenützt werden. (“Vermeiden Sie den Einsatz von “Brückenseiten” / “Erstellen Sie Seiten für Benutzer und nicht für Suchmaschinen”)
  • Jobware versuchte nicht nur 2- und 3-Wort Kombinationen mit entsprechenden Brückenseiten zu belegen, sondern pushte auch die Stammdomain mit internen Links auf jeder der neu-erstellten Seiten. So fanden sich im unteren Teil aller Seiten ganze 8 Links mit unterschiedlichen Linktexten jeweils wieder auf die Jobware Hauptdomain. Für Google, der seit dem letzten Algorithmus-Update interne Links wieder stärker bewertet, bedeuteten diese “Empfehlungen” (was Links ja eigentlich sind…), dass er Jobware auch bei eben diesen “Single-Keywords” auf Platz 1 katapultiert (nach dem Motto: “Wenn mir eine starke Domain auf 200.000 Seiten empfiehlt, dass “Stellenangebote” bei Jobware zu finden sind, dann werde ich eben dieser Domain (auch wenn es die eigene Stammdomain ist) auch eine höhere Relevanz zusprechen – und nachdem die Domain, die mir dies empfiehlt “trusted” ist, setze ich die empfohlene Domain auch auf Platz 1!”) – Dieses Vorgehen ist durchaus legitim, aber das Jobware gleich 8 “Single-Keywords” für sich belegen musste fand Google dann vielleicht doch nicht ganz so lustig. Vor allem weil es Google maschinell nicht möglich ist, sich nur einen der Links auszusuchen, und die anderen zu vernachlässigen (was ja fairerweise hätte passieren müssen), muss man manchmal auch händisch nachhelfen.

Es gibt noch mehrere Sachen, die Jobware nicht gemäß der Google-Webmaster-Richtlinien in Ihre Seite gebaut hat, aber ich sehe mich außer Stande diese Punkte laienhaft darzustellen… 🙂

Entschuldigen Sie bitte meine etwas technischen Ausführungen, ich habe wirklich versucht weitestgehend laienhaft zu schreiben (und auch deutsch 🙂 ) – Der JOBlog ist ja auch kein Suchmaschinenoptimierungs- sondern ein Jobbörsen- und Karriereblog 🙂
Dennoch fand ich es wichtig, vor allem nach dem Beitrag auf Crosswater die Sache mal ein wenig zu beleuchten, denn nichts ist schlimmer für etwas bestraft zu werden, obwohl man nicht einmal weiß, was man nun eigentlich falsch gemacht hat…

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