Marcus Tandler

Melodien für Millionen

Mich haben jetzt schon ein paar Leute auf RealMatch angesprochen – eine “neuartige” Online-Jobbörse, die vor kurzem 4,7 Millionen an VC Kapital gescored hat, und von einem ehemaligen Monster SVP angeführt wird.

Klingt auf jeden Fall interessant genug, um sich das Ganze mal genauer anzuschauen, aber auch bei näherem hinschauen erschließt sich mir leider noch immer nicht, wieso so ein Hype um dieses Ding gemacht wird… ?! Letztendlich kehrt RealMatch nur die Logik herkömmlicher Online-Jobbörsen um, so können Unternehmen für lau Stellenangebote schalten, müssen aber wiederum für das Anschauen von Lebensläufen zahlen, die einem RealMatch dann nach bestimmten Kriterien gematched zuschickt. Diese Matching-“Technologie” ist aber ja wohl nicht mehr als das ein simpler Abgleich diverser Kriterien / Qualifikationen etc., die das Unternehmen umbedingt auf dem Zettel sehen will, und dem was der Jobsuchende angekreuzt entsprechend hat – no big innovation here…

Das Besondere soll allerdings das Partner-Netzwerk sein, welches mittlerweile über 1.200 Partner-Webseiten umfasst, und laut eigenen Angaben somit 37 Millionen potentielle Kandidaten erreicht. Aber auch das klingt eher nach Schönrechnerei, und jede Online-Jobbörse, die ein Affiliate-Programm betreibt, hat auch sicherlich über 1.000 Affiliate-Partnerseiten… die Frage ist halt immer, wieviele davon wirklich signifikant qualifizierten Traffic liefern…

Klingt also wirklich nicht gerade sehr spannend, aber wohl spannend genug, dass ein paar Exit-süchtige VC´ler überzeugt werden konnten… aber auf dem Papier klingt das Paket halt auch garnicht so übel… Trotzdem glaube ich nicht, dass RealMatch einen signifikanten Impact im US-amerikanischen Online-Jobbörsen-Markt haben wird.

Apropos U.S.A. – da gab´s wieder mal nen Riesenaufreger bei der Burger-Brat-Bude Burger King -> ein Mitarbeiter hat “F*** You” auf die Quittung eines unbescholtenen Burger-Liebhabers gedruckt, und ist jetzt mitsamt dem diensthabenden Manager vor die Tür gesetzt worden. Eigentlich keine wirklich spannende News, auch wenn wieder mal krass ist, wie schnell man doch in den USA seinen Job verlieren kann… das lustige ist vielmehr die pseudo-betroffene Berichterstattung eines lokalen Fernsehsenders, die das Ganze zu einem BIG DEAL hochpushen.

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