Marcus Tandler

Mobbing oder gekränkte Eitelkeit?

Ein interessantes Urteil bzgl. Mobbing am Arbeitsplatz erging vor kurzem am Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz. Dort wurder einer Frau nämlich kein Schadensersatz zugesprochen, weil sie nicht nachweisen konnte, dass es sich bei dem durch sie erlittenen Mobbings um ein “systematisches Mobbing” gehandelt hat. Sie führte zwar an, dass ihr des öfteren ungerechtfertigte Vorwürfe gemacht wurden, aber genau dies beklagten auch einige ihrer anderen Kollegen.
Der Vorgesetzten wurde zwar attestiert, dass sie einfach unfähig sei Mitarbeiter zu führen, aber ein systematisches Mobbing konnten die Richter nicht erkennen.
Betroffene müssten vielmehr nachweisen, dass systematisch gegen sie vorgegangen wird, also das die Anfeindungen ineinander aufbauen und vor allem auch ineinander greifen!

Dieses Urteil finde ich wirklich höchstinteressant, so war der Begriff “Mobbing” für mich bisher immer irgendwie ein wenig schwammig. Denn jeder hat sich doch schon mal im Job benachteiligt oder gegängelt gefühlt, oder? Gerade wenn man dann der Typ ist, der nichts wirklich auf sich sitzen lässt kann eine solche Situation leicht eskalieren, und sich wie eine Spirale Richtung totaler Eskalation emporschrauben. Und dann widerum gibt es bestimmt wieder welche, die verursacht durch mangelnde Kommunikation, sich schlecht behandelt – sprich gemobbt fühlen -> und schon haben wir den Salat bzw. die Klage!
Ich weiß, dass ich mir jetzt Feinde mache, aber ich finde es wirklich sehr mutig und gut, dass ein Gericht hier ein Zeichen gesetzt hat, und zeigt, dass “Mobbing-Opfer” nicht in jedem Fall gute Chancen haben für ihre angeblichen Leiden entschädigt zu werden. Ich glaube, man muss sehr genau zwischen gekränkter Eitelkeit und richtigem Mobbing a´la Psychoterror unterscheiden! Klar, ich kann das in dem vorliegenden Fall nicht wirklich beurteilen, aber ich kann mir einfach sehr gut vorstellen, dass es genügend solcher Fälle gibt, wo man gerade durch Kommunikation innerhalb des Unternehmens (gerade wenn auch andere Kollegen sich vom Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlen) mehr erreichen kann, als durch vorschnelles gerichtliches beklagen.

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