Marcus Tandler

Monster kauft sich US-Marktführerschaft

Holy Shit – was muss ich da heute morgen lesen… ?! Das Monster hat doch tatsächlich endlich Yahoo!´s HotJobs übernommen! Für 225 Millionen US-Dollar, lässig in bar aus der Portokasse bezahlt, gehört dem Monster nun endlich der drittgrößte Player im US-Markt! Diese Meldung hat noch einen besonderen Twist, denn immerhin wollte Monster HotJobs schon anno 2001 kaufen – damals allerdings machte Yahoo! das Rennen, die immerhin satte 436 Millionen, also mehr oder weniger das knappe doppelte des jetziges Verkaufspreises, auf den Tisch gelegt haben!

US Marketleader CareerBuilder.com (16,6 Millionen Besucher im Dezemeber 2009 laut comScore) findet sich im US Jobbörsen Ranking fast gleichauf mit Monster.com (16,5 Millionen Besuchern) – HotJobs auf Platz 3 allerdings ist ein knappes Drittel kleiner mit 11,1 Millionen Besuchern, aber laut comScore sind von diesen 11 Millionen Besuchern gerade mal 3,5 Millionen sogenannte “overlapping visitors”, sprich -> Besucher, die alle US-Jobbörsen abtingeln. HotJobs hat also, gerade durch die Macht des Yahoo-Portals, eine recht eigenständige Userschaft, was für das Monster diesen Deal noch eine Runde sweeter macht! Immerhin könnte das Monster somit rein rechnerisch auf über 24 Millionen unique Besucher kommen, und damit den CareerBuilder entscheidend überholen!

Aber es gibt auch noch einen anderen durchaus interessanten Asset in diesem Deal -> die Offline Kooperationen von HotJobs, so kooperiert HotJobs ja mit diversen lokalen US-Zeitungsverlagen (das sogenannte Yahoo! HotJobs Newspaper Consortium), womit das Monster nun endlich eine Print-Reichweite in allen 50 US-Staaten erhält (die Pressemitteilung spricht von ca. 1.000 Tages- & Wochenzeitungen im gesamten US-Gebiet!).

Ich hatte ja schon öfters vermutet, dass HotJobs irgendwann von einem der beiden Big Dogs übernommen werden wird, da der Asset einfach zu gut, und Yahoo! einfach zu desperate ist Teile seines Unternehmens gewinnbringend zu verklopfen – hat ja echt nicht lange gedauert!

Ob das Monster allerdings diese Übernahme besser auf die Reihe bekommt als in Deutschland, bleibt fraglich, denn mit der konzeptlosen Übernahme vom Platzhirschen Jobpilot hat man sich damals in Deutschland zwar die Marktführerschaft erkauft, aber entgegen der initialen Ankündigungen, dass der Jobpilot Brand bald verschwinden würde, ist die Seite noch immer alive & kicking… hier wurde mal so richtig Potential verschenkt, und außerdem viel Spot & Hohn geerntet…

Bei HotJobs dürfte der ganze Prozess nochmal eine Runde schwieriger werden, aber sofern die Partnerschaft mit Yahoo! aufrecht erhalten bleibt (wohl die single-most-important Source of Traffic von HotJobs), und die US-Zeitungsverlage mitspielen, kann nicht mal das Monster viel falsch machen! In diesem Sinne -> herzlichen Glückwunsch ans Monster für diesen hervorragenden Deal!

4 Reaktionen zu “Monster kauft sich US-Marktführerschaft”

  1. Glückwunsch zu dem Deal @monster – auch in Deutschland gab es kleine Deals, der Gelbe Seiten Verleger Oschmann kauft sich die Nürnberger Abendzeitung.

    Ich denke immer noch, dass eine print – online kampagne eine Menge Synergien bringt, denn Markenwert schafft man mit rennomierten Titeln.

    Deswegen wird auch http://www.Laufbahner.de sehr gut funktionieren.

    Tom am 4. February 2010 um 11:18 Uhr
  2. Habe den Eindruck irgendwas ist bei Monster passiert, die wollen jetzt wohl doch mal durchstarten. Zumindest haben sie mit dem Deal ein gutes Näschen für einen niedrigen Preis gezeigt. In dem Markt mit einem so “kleinen” Invest an die Spitze kommen, Respekt.

    Aber ich sehe es ähnlich, die Integration sollte etwas besser sein als beim Piloten, wo ja bis heute die User nicht wissen/merken/begreifen das es Monster ist.

    calceola am 4. February 2010 um 15:25 Uhr
  3. Gute Zeiten zum Jobbörsen Shopping, klingt beinahe nach Winterschlussverkauf :-) Dabei glänzte Monster im vergangenen Jahr nicht gerade mit überragenden Zahlen. Wenn die interne Preispolitik (happy dumping) so weiter geht, dann wird das mit dem Gewinn einfahren 2010 nicht viel besser.
    Careerbuilder gehört ja bereits zu einigen großen US-Zeitungsverlagen, die im Gegensatz zum Yahoo! Hotjobs Konsortium, das aus Partnerschaften besteht, direkt mit careerbuilder verquickt sind.
    Trozdem vielsagend, dass das Monster, das bisher immer Anhänger der Philosophie “Print is dead” war, sich nun ausgerechnet auf ein breites Publikum im Printbereich stützt. Welch Strategie, oder sind das einfach nur die harten Zeiten, in denen man sich an jeden Grashalm klammert?
    Dazu passt dann auch der ganz neue “Social Media Ansatz”, den sich Monster in DE seit kurzem auf die Fahnen schreibt.
    Interessant finde ich die Comscore Zahlen mit den sich kaum überschneidenden Nutzerzahlen! Und dass Monster Karriere-Content auf Yahoo! posten darf. In diesem Sinne hat Monster einen wirklich guten Deal gemacht.

    Eva am 4. February 2010 um 16:34 Uhr
  4. Ich glaube nicht an Laufbahner. Falscher Zeitpunkt der Einführung (da konnte man aber nicht viel ändern), schlechter Start und mangelnde Funktionsweise… Wie im realen Leben, die schlechten Erfahrungen merkt sich der Mensch nun einmal länger.

    Die Print-Online-Kampagnen find ich gut. Wir sprechen doch immer davon, dass die Menschheit immer älter wird. Und ich denke, etliche Berufsgruppen werden noch sehr, sehr gut und erfolgreicher über Print erreicht.

    Zur Marktführerschaft: Ist ja wie vor einigen Zeiten in Deutschland. Wir schaffens nicht allein, dann kaufen wir uns den Platzinhaber. :-) Auf jeden Fall ein guter Deal.

    Zu calceola: gibt es wirklich noch die klassischen Piloten? Ich dachte, die sind bereits bei monster gelandet?

    Stefan am 4. February 2010 um 18:56 Uhr

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