Marcus Tandler

Neues Jahr, Neuer Job, Neues Glück

Der Januar ist und bleibt einfach der Beste Monat für Jobbörsen-Betreiber! Wie jedes Jahr fassen Tausende von Deutschen an Sylvester den Neujahrsvorsatz -> ein neuer Job muss her! So steigen jedes Jahr im Januar und Februar die Besucherzahlen bis aufs Dreifache, und auch bei meinen Projekten habe ich derzeit knapp 250% Besucherzuwachs im Vergleich zum mauen Dezember. Auch meiner Bewerbung.net laufen sie grad virtuell die Türen ein, denn auch Infos zu Bewerbung und Lebenslauf sind derzeit heiß begehrt.

Dieses Phänomen kann man auch sehr schön via Alexa nachvollziehen, wie bspl. hier mit Monster.de (oder wahlweise auch dem excellenten Google AdPlanner) – durch die Bank Besucheransturm auf allen großen deutschen Jobbörsen.

Ich hoffe mal, dass dieser Jahresanfangs-Hype die Online-Jobbörsen Branche wieder etwas belebt, denn die Branche lag das vergangene Jahr doch etwas röchelnd am Boden… In der Krise wollte halt auch kaum jemand einen Jobwechsel riskieren, und gerade die wechselwilligen Fach- und Führungskräfte sind nun mal das Lebenselixier jeder renommierten Online-Jobbörse, denn nur für arbeitswillige Arbeitsuchende holen große Unternehmen halt nicht so schnell den Geldbeutel aus der Tasche. Aber die Krise scheint ja mittlerweile mehr oder weniger ausgestanden, und auch die Banker-Boni fließen wieder ganz ungeniert.

Dennoch werden 2011 wohl auch ein paar Start-Ups in diesem Bereich die Reise über den Jordan antreten, denn noch nie habe ich so viele neu gestartete Jobbörsen gesehen, wie im letzten Jahr. Und leider waren auch nur die wenigsten eben dieser wirklich kreativ, weder in der Auswahl einer attraktiven Nische, noch beim Aufbau der Jobbörse an sich. Die meisten “Hallo wir sind eine neue Online-Jobbörse” eMails waren vielmehr billig zusammengeschusterte Jobsuchmaschinen, die einfach jeden Feed verbastelt haben, den sie in die Finger bekommen haben. Stinknormale SEO-Projekte halt, aber gerade im Jobbörsen-Bereich ist halt gutes SEO Handwerk oftmals nur die halbe Miete, was ja unlängst auch das mittlerweile seelig entschlummerte Start-Up eCareer schmerzlich feststellen musste.

Dafür ist das Social Media Thema 2010 total abgehoben, und wird wohl auch 2011 weiter die Gespräche unter den Personalern dominieren, auch wenn nur die wenigsten eine richtige Ahnung von dem Thema zu haben scheinen… Bei den meisten Posts oder Vorträgen zu dem Thema werden halt auch immer dieselben Statistiken und Beispiele aus dem Hut gezaubert – nix Neues, und schon gar keine eigenen spannenden Case-Studys der selbsternannten Social-Media-Experten. Gerade letzt musste ich wieder so einem Dösbaddel zuhören, der auf Twitter sagenhafte 87 Follower (aber selber knapp 200 followed…), und eine Facebook-Seite mit 27 Fans (alles seine Freunde) hatte, und dann auch noch die selben lahmen & uralten Charts und Beispiele, wie z.B. der Twitter / UPS Case… und so jemand wird im Konferenzprogramm als “Social Media Guru” angepriesen… und schlimmer noch -> bekommt sogar ein paar “ooohh“´s und “aaahh“´s von den noch ahnungsloseren Zuhörern. Das ist echt peinlich, und bestimmt auch ärgerlich für Leute, die für sowas auch noch Geld hinlegen…

Ich glaube, dass eine Menge Leute 2011 den Spaß an ihren Social-Media-Aktivitäten verlieren werden, denn oftmals ist der Turnout halt extrem mau. Sobald die Leute nicht mehr nur auf Follower-Zahlen starren, und CTR & Retweets ihrer getwitterten Links als Erfolgsmetrik heranziehen, wird das Thema für den ein oder anderen recht schnell unspannend. Klar, rumspielen darf jeder mal, aber der Zeitaufwand ist ja teils doch recht beträchtlich, und auch ein hungriger Social-Media-Manager Mund will gefüttert werden – im neuen Jahr werden viele genauer überdenken, ob sich dieser Zeiteinsatz lohnt, oder ob man sich doch etwas vormacht… denn nur durch Networking allein ist noch keiner reich geworden (naja, gut – der Herr Zuckerberg vielleicht *hihi*). Das heißt nicht, dass Social Media 2011 nicht weiter auf der Überholspur fährt, sondern vielmehr, dass Unternehmen noch genauer auf einen ROI pochen werden, und kreative Konzepte, anstatt billiger me-too Rumprobiererei gefragt sind.

2011 wird spannend – packen wir´s an!

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