Marcus Tandler

Nicht ohne mein Facebook

Ich bin gestern wieder aus den U.S.A. zurückgekehrt, wo ich u.a. die heiligen Hallen von Facebook inspizieren, und ein paar sehr interessante Gespräche führen durfte. Im Flieger nach Hause ist mir ein Zeitungsartikel ins Auge gestochen, der eine jüngst von Cisco durchgeführte Studie diskutiert hat – der Cisco Connected World Technology Report, der auch ein paar sehr interessante Insights für den Recruiting-Markt offenbart. So ist es laut der Studie einem Drittel der befragten Studenten wichtiger Zugang zu sozialen Netzwerken zu haben, als ein dickerer Gehaltsscheck am Ende des Monats. Wo Unternehmen mehr und mehr den Zugang zu Facebook während der Arbeitszeit (berechtigterweise) einschränken bzw. ganz untersagen, wird gerade dieser Zugang also immer wichtiger bei den potentiellen Kandidaten. Das klingt schon fast so, als wären ein Drittel der Studenten so Facebook-süchtig, dass normale Job-Pflichterfüllung ohne ständigen Zugang zu ihrer Droge kaum noch möglich, bzw. für sie sogar kaum vorstellbar ist! Klar, im lower Level ist sowas für Unternehmen nicht weiter beachtenswert, so ist der Bewerber-Pool ja zumeist größer, so dass Facebook-Suchtis entsprechend aussortiert werden können, allerdings wird das Ganze bei High-Potentials, wie bspl. den stets händeringend gesuchten Software-Engineers, ein wenig tricky. Bei denen gewinnt dann eher das Unternehmen, dass einen unbeschränkten Zugang zu allen sozialen Netzwerken auch während der Arbeitszeit anbietet (wie schon erwähnt, geben sich eben diese dann sogar mit weniger Gehalt zufrieden). Generell offenbart die Studie ein paar recht weltfremd anmutende Forderungen, wie bspl. auch, dass 30% der befragten Studenten denken, ein Recht auf zeitflexibles Arbeiten im Home-Office zu haben ->

Three out of 10 feel that once they begin working, it will be their right—more than a privilege—to be able to work remotely with a flexible schedule.

Harte Zeiten für Personaler… was denkt ihr? Sind die Forderungen von Berufseinsteigern auch in Deutschland in der letzten Zeit gestiegen? Vielleicht hat der ein oder andere von euch ja ein paar Erfahrungen diesbezüglich machen können. Ich freu mich über jeden Kommentar!

Es gibt noch weitere interessante News aus den USA, so hat Google dort kürzlich eine Jobsuchmaschine für Army Veteranen gelauncht -> Das National Resource Directory
Klingt fast so, als würden meine Vermutungen, die ich unlängst in meinem Post “Der Endgegner” hier im JOBlog gebloggt habe, so langsam Gestalt annehmen. Heute Veteranen, morgen die Welt…

Apropos E-Recruiting -> XING hat kürzlich ein paar neue Unternehmenszahlen vorgelegt, und gerade die Erlöse aus dem E-Recruiting Geschäft haben gut zugelegt, so ist das Ergebnis mit 3,1 Millionen Euro um 60% besser als noch im letzten Jahr. Ich glaube aber, dass LinkedIn die Jungs und Mädels von XING nächstes Jahr gut ins Schwitzen bringen wird – XING wird 2012 wohl eher E-Recruiting Roadkill…

Ah, apropos XING -> auch die W&V hat ein paar nette Zahlen von XING bekommen -> Jungstars vor!

Und last but not least -> ein hoher IQ ist kein Garant für Reichtum – Ja ach ne… das man dafür ne Studie braucht…