Marcus Tandler

Nix da mit Zuckerschlecken

Die Online-Jobbörsen Branche ist bei Weitem kein Zuckerschlecken! Klar, der Trend ist klar -> Der Anteil des Personaler-Budgets, dass in Print-Stellenanzeigen fließt wird jedes Jahr geringer, und 71% aller Unternehmen veröffentlichen ihre Stellenanzeigen auf den diversen Online-Jobbörsen (Quelle: Bitkom).

Wo werden Stellen ausgeschrieben?
(Bild: Tagessschau.de)

Das heißt aber nicht, dass für das Publizieren dieser Stellenanzeigen immer umbedingt gezahlt wird… Da 2/3 aller Unternehmen ihre angeboten Stellenangebote auf der eigenen Webseite publizieren, die wiederum zum großen Teil von irgendwelchen Jobsuchmaschinen kostenlos gecrawled und publiziert werden, ist hier schon mal eine Menge Backfill, der mehr oder weniger kostenlos im Netz landet. Wegen der doch extremen Konkurrenzsituation alleine der großen Online-Jobbörsen, nehmen es die meisten mit der Preistreue auch nicht so genau, so dass große und prestigeträchtige Unternehmen nur noch sehr selten den vollen Preis zahlen müssen, bzw. wenn überhaupt vielleicht ein Zehntel davon…

Genauso wie die nächste Prozentzahl in dieser Grafik -> 29% der Unternehmen versuchen also bereits Bewerber via Social Media auf ihre Stellenangebote aufmerksam zu machen. Ja ach ne – ist halt neben der eigenen Website auch das billigste… Wenn man aber mal den entsprechenden Outcome danebenlegen würde, wär wohl gerade dieser Kanal nur noch unter Ferner liefen, denn oftmals fehlt es den Unternehmen ja an einer guten Strategie für Social Media, und die schnell & easy publizierten Jobangebote werden kaum geclickt…
Selbst “größere” Twitter-Accounts schaffen es kaum signifikant Clicks (und wohl noch weniger qualifizierte Bewerber) auf die Stellenanzeige zu generieren, wie hier folgendes Beispiel eines aktuellen Tweets bei DBKarriere ->

DB Karriere Clicks

Ein interessanter Kommentar hierzu findet sich bei Eva.

Apropos Social Media -> auf Facebook geht ja grad der BranchOut Wurm um – ich hasse generell Apps, die jede Nase lang meinen Freunden irgendwelche Updates & Einladungen schicken, und auch die Einladung für BranchOut musste ich schon mindestens gefühlte 100x von meiner Pinnwand entfernen. Wer aber dennoch mal reinschnuppern will, ohne BranchOut gleich alle persönlichen Daten zu übermitteln, der kann sich hier bei Thorsten mal ein paar Screens anschauen.

Aber worauf ich eigentlich hinauswollte mit meiner doch mittlerweile recht umfangreich gewordenen Einleitung, ist ein neues StartUp -> JobBotschafter

Auch die wollen nämlich etwas vom vermeintlich großen Kuchen der Online-Jobbörsen Budgets. Die Idee mag ja noch ganz nett klingen – also das “Jobbotschafter” eine Prämie bekommen, sofern einer der von ihnen vermittelten Bewerber “durch den prüfenden Arbeitgeber als qualifiziert befunden” wurde. Aber in der Realität wird damit wohl kaum irgendjemand reich werden, bzw. noch nicht mal annährend…

Stellenanzeigen finden sich sowieso kaum auf der Plattform, so zähle ich gerade mal 10 Stellenangebote, von denen eines auch noch von Jobbotschafter selber ist. Aber das lustigste ist, dass damit geworben wird, keine Stellenangebote von Personaldienstleistern auf der Plattform zu haben, aber auch hier sieht die Realität ein wenig anders aus ->

Keine Personaldienstleister

Wieso ein potentieller Bewerber sich lieber dort registrieren sollte, um sich letztendlich bei einer der Stellen zu bewerben, bleibt unklar, denn die fehlende Adresse für die Bewerbung, die ich dort nur nach Registrierung erhalte, lässt sich via Google in ein paar Sekunden finden, wie bspl. der Content Manager Job bei der M.I.T. eSolutions GmbH. Schön doof, wenn man diesen Bewerber mühsam geworben hat, und der sich dann aber lieber direkt bewirbt (was generell leider sehr häufig vorkommt!)…

Generell sollte man auch bei einem Softlaunch genügend Stellenangebote vorrätig haben, denn oftmals bekommt man auch im Internet nur eine einzige Chance für einen ersten Eindruck….

… und der fällt auf jeden Fall schon mal bei mir negativ aus. Wieder ein StartUp, das wohl keinen ersten Geburtstag feiern wird… #Schade
But that may be just my 2 cents…