Marcus Tandler

Opportuno – der neue Star der Jobsuchmaschinen?

Opportuno LogoAls ich gestern auf Deutsche-Startups.de von der neuen Jobsuchmaschine Opportuno gelesen habe, musste ich erstmal ausgiebig gähnen – Sätze wie “Die Brüder wollen die Stellensuche im Internet einfacher und effizienter gestalten” haben wir doch alle schon irgendwann irgendwo mindestens 100 mal gelesen…

Jobsuchmaschinen gibt es derzeit in Deutschland sowieso wie Sand am Meer, und vor allem, mit Jobs.de oder beispielsweise auch ICJobs oder Kimeta auch richtig gute! Aber das Konzept der Jobsuchmaschine ist einfach extrem interessant, da sich, im Gegensatz zu den klassischen Jobboards, derzeit noch kein richtiger Marktführer herauskristalisiert hat. In den U.S.A. nehmen Jobsuchmaschinen wie SimplyHired oder Jobster auch richtig Speed auf, und erreichen bereits richtig nette Reichweiten, was ja das ausschlaggebende Kriterium für den Erfolg einer jeden Online Jobbörse ist!

Langer Rede, kurzer Sinn – ich war also nicht sehr euphorisch, als ich auf dem Link zu Opportuno klickte, aber was ich dort zu Gesicht bekam, hat wirklich eine Chance im umkämpften Markt der Jobsuchmaschinen zu bestehen!
Opportuno crawlt die Unternehmenswebseiten der DAX30 Unternehmen (und wohl einer stetig steigenden Anzahl anderer Unternehmen) ab, indexiert sie neu, und wirft diese auf (Such)anfrage mit einer unglaublich hübschen, ganz web2.0igen, AJAX Livesuche (“InstaView”) wieder aus. Ein richtig netter Effekt! Knöpfchendrücken ist out meine Lieben 🙂 … Prinzipiell ist diese Funktionalität ja nur eine Weiterführung der – whatshallmacallit – “Live – Suchvorschläge – Auto-Complete” Funktionalität, die ja bspl. schon bei Jobs.de im Einsatz ist, aber so performant habe ich diese Spielerei noch nie gesehen!

Hut ab Opportuno – so kann man mit den großen Jungs mitspielen 🙂
Aaaaaaaaber, euer Angebot steht und fällt halt mit der Anzahl an Nutzern, die eure Plattform zur Jobsuche nutzen – und beim vertikalen Markt der Jobsuche, besteht leider das Problem, das man ständig neue Jobsuchende auf die Seite aufmerksam machen muss, da es nur eine geringe Anzahl an Stammnutzern gibt (zumal diese dann Langzeitarbeitslose sind, die für die stellenauschreibenden Unternehmen einen geringeren Wert haben). Nur mit Word-of-Mouth (auch vom JOBlog :-)) wird das ein wenig schwer. Klar führt man hier gerne das Beispiel Google an, die ja rein durch Word-of-Mouth zum quasi Suchmaschinenmonopolisten aufgestiegen sind – ebenfalls einfach nur durch die damals neuartige und überragende Suchfunktionalität. Aber bei Google handelt es sich ja auch um eine General-, und nicht um eine Vertical-Searchengine! Und der Großteil der Jobsuchenden sind auch nicht die Internet-Savvy Zielgruppe per se…

Man muss also einen kontinuierlichen Fluß von neuen Jobsuchenden gewährleisten, und dies geht im großen Stil nur via Google! Entweder mit PPC, also dem Buchen von AdWords, oder SEO, also guten organischen Rankings.
SEO-mässig sieht es bei Opportuno leider eher schwarz aus, da Google ja nicht wirklich mit AJAX zurechtkommt – zumindestens nicht so, wie es hier genutzt wird. Für Google, mit einem linkbasierten Algorithmus, ist Opportuno eine mehr oder weniger leere Seite mit insgesamt 22 Unterseiten, die Stellenanzeigen kann Google garnicht sehen. Gerade diese Longtail-Begriffe (“Stellenangebote Bayern”, “Stellenanzeige Ingenieur München” oder dergleichen) sind einfach das Salz in der Suppe beim SEO einer jeden Jobbörse / Jobsuchmaschine. Klar kann man auch auf die großen Begriffe wie “Jobs”, “Stellenangebote” etc. bomben, aber hier ist ein organisches Ranking auch ungleich schwerer zu erreichen (vor allem mit einer neuen Domain!).

Bleibt also nur PPC – aber hier wirds auf lange Sicht sehr teuer für die beiden Münchner werden, denn der Markt ist halt einfach mehr als umkämpft, und mit alleine 45 Werbetreibenden beim Keyword “Stellenangebote” und einem Auktionssystem sind gerade die “Moneyterms” richtig teuer! Da Opportuno derzeit auf jedwede Refinanzierung verzichtet, wird es also schwer täglich ein Budget von über 1.000 Euro (was in diesem Bereich noch nicht mal soooviel ist!) via Google rauszublasen!

Opportuno sollte sich also sehr schnell geeignete Wege einfallen lassen, um den für den Erfolg so wichtigen, stetigen Fluß an Jobsuchenden zu gewährleisten! Ich wünsche den beiden Gründern auf jeden Fall alles Gute – denn das Produkt ist wirklich hervorragend! Weiter so!

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