Marcus Tandler

Outplacement Beratung



Der Begriff Outplacement, in der neueren Praxis auch Newplacement genannt, bedeutet in der freien Übersetzung Ausplatzierung. Damit ist nichts anderes als die Vermittlung von freigestellten Mitarbeitern in neue Positionen gemeint.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterstützten die USA ihre zurückgekehrten Soldaten dabei, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Zu diesem Zweck etablierte die Army spezielle Beratungsstellen. In den 60er Jahren dehnte sich Outplacement auf den zivilen Bereich aus. Die ersten Berater waren New Yorker Psychologen, die gekündigte Führungskräfte bis zur erfolgreichen Stellenvermittlung begleiteten.
Seit den 80er Jahren wird Outplacement in Deutschland praktiziert. Die Beratung richtet sich sowohl an Kandidaten aus dem Top Management als auch an qualifizierte Fachkräfte.

Die Dienste eines Outplacementberaters werden zu einem Großteil von Unternehmen in Anspruch genommen, die sich aus verschiedenen Gründen von Führungskräften und Mitarbeitern trennen müssen. Konjunkturelle Einbrüche, Firmenübernahmen oder Verlagerungen ins Ausland erfordern strukturelle Veränderungen auch im Personalbereich. Für den Arbeitgeber steht viel auf dem Spiel, wenn er Fachkräfte freistellen muss. Auf der einen Seite sieht er sich mit eventuellen Klagen konfrontiert, auf der anderen Seite hat er intern einen gravierenden Imageverlust zu befürchten, der zur Demotivierung der verbliebenen Angestellten führen kann. Viele Unternehmen verwenden daher einen Teil der geplanten Abfindungen für Outplacementberatungen und verlängern die Laufzeit der Verträge, um allen Beteiligten gegenüber ein soziales Verantwortungsbewusstsein zu signalisieren. Die Beratungskosten sind steuerlich absetzbar.

Die Programme sind meistens nach einem bestimmten Schema aufgebaut. Zunächst werden die individuellen Fähigkeiten des Arbeitnehmers erörtert. In der zweiten Phase erfolgen die Optimierung der Bewerbungsunterlagen und ein gezieltes Coaching hinsichtlich der zu erwartenden Einstellungsgespräche. Dabei dienen Videoaufzeichnungen der Verbesserung des Auftretens. Der letzte Schritt sieht die Stellensuche und Neuvermittlung vor.

Oft ist aufgrund des Alters der freigestellten Mitarbeiter eine berufliche Neuorientierung nötig. An dieser Stelle ist Outplacement nicht als bloße Vermittlungsinstanz zu verstehen sondern als grundlegendes Persönlichkeitstraining. Den Mitarbeitern wird häufig empfohlen, sich durch zielgerichtete Weiterbildungsmaßnahmen neuen Berufsbildern zu öffnen. In vielen Fällen fungiert Outplacement auch als Existenzgründungsberatung. Wenn nach eingehender Analyse festgestellt wird, dass ein Kandidat als Jungunternehmer auf dem Markt die besseren Chancen hätte, wird das Programm individuell auf ihn abgestimmt. Auf diesem Weg erhält ein gekündigter Mitarbeiter das notwendige Wissen, um eine neue Geschäftsidee zu verwirklichen.

Anbieter von Outplacementberatungen sind meistens große Personalvermittlungsfirmen oder Unternehmensberater, die zum einen auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken, zum anderen über einen großen Kundenstamm an Unternehmen verfügen, die als potentielle neue Arbeitgeber in Frage kommen. Vielfach wird so der verdeckte Stellenmarkt genutzt, um Klienten schneller vermitteln zu können. Ein Outplacementberater kann sowohl Maschinenbauingenieur als auch Psychologe sein. Studierte Pädagogen und ehemalige Geschäftsführer großer Konzerne finden sich ebenso unter den Trainern wie langgediente Mitarbeiter aus Personalabteilungen mit entsprechendem Know How. Entscheidend sind eine gute Menschenkenntnis, die Fähigkeit, zu motivieren sowie das notwendige Fingerspitzengefühl im Zuge der Vermittlungsgespräche.