Marcus Tandler

Neues Jahr, neuer Job

The same procedure as every year – Die gesamte Jobbörsen Branche freut sich jedes Jahr auf den Jahreswechsel, denn gerade im Januar / Februar steigen Suchanfragen & Traffic um ein Vielfaches! Den guten Vorsätzen beim Jahreswechsel sei Dank, beschließen viele Arbeitnehmer, sich eine neue Stelle zu suchen, um endlich der Monotonie, dem schlechten Gehalt, oder dem cholerischen Chef zu entrinnen.

Einer aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens IPSOS für LinkedIn nach, wird es auch Anfang des nächsten Jahres wieder hoch hergehen auf den einschlägigen Online-Jobbörsen, so würden 21% der befragten Arbeitnehmer am liebsten sofort ihre Stelle wechseln! Mir liegen jetzt keine vergleichbaren Daten für das Vorjahr vor, allerdings scheint mir das schon ein relativ hoher Wert zu sein. Man stelle sich nur mal vor, dass jeder fünfte deutsche Arbeitnehmer Bäumchen-wechsel-Dich spielt, und seinen Job wechselt – eine heftige Fluktuation!
Aber wir leben halt auch nicht mehr in der 50er oder 60er Jahren, wo häufige Jobwechsel nicht wirklich en vogue waren – heutzutage zuckt kein Personaler mehr mit der Augenbraue, wenn ein Ü30 Bewerber schon für drei oder vier verschiedene Unternehmen gearbeitet hat. Ich hab mal ein wenig recherchiert, allerdings nur einen Vergleich der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 1992 mit 2008 gefunden – aber dennoch ganz interessant.
Die ganze Studie könnt ihr euch übrigens hier runterladen.

Ebenfalls sehr interessant -> Sebastian Pantel´s Selbstversuch -> Mein Monat mit Hartz4
Wem diese kurze Zusammenfassung zu kurz ist, der kann sich gleich noch durch den Selbstversuch begleitenden Blog wühlen. Wirklich empfehlenswerte Lesekost!

Und abschließend noch ein lustige Stellenanzeige für einen “Social Media Berater im Außendienst” – aha… gleich mal bewerben #LOL

Diskriminierung nach Sternzeichen

Chinesische Unternehmen gehen Berichten nach immer mehr dazu über, nur noch Bewerber mit bestimmten Sternzeichen einzustellen. In dem verlinkten Artikel wird ein Unternehmen zitiert , dass in einer Stellenanzeige folgendes schreibt ->

We don’t want Scorpios or Virgos, and Capricorns, Pisces and Libras will be prioritised

Bewerber mit Sternzeichen Skorpion oder Jungfrau müssen sich also erst gar nicht auf die Stellenanzeige bewerben, da Bewerbungen von Steinböcken, Fischen und Waagen entsprechend bevorzugt werden… krasse Sache!

Auch ein chinesischer Student mit Tierkreiszeichen Krebs wird zitiert, der sich vor kurzem auf eine Stelle bei einer Heiratsagentur eine Absage erhalten hat, weil die Agentur lieber Wassermänner und Skorpione einstellt – “Aquarius and Scorpios are more suited to the job“.

In Deutschland wäre so etwas ja dank dem deutschen AGG undenkbar, allerdings wohl schwer nachzukontrollieren. Immerhin gibt ja jeder Bewerber sein Geburtsdatum, und damit auch sein Sternzeichen bei der Bewerbung an, so dass Unternehmen entsprechend vorsortieren könnten.

Hat jemand von euch schon mal von einem vergleichbaren Fall in Deutschland gehört?

Mal ein wenig weitergedacht -> wenn sich so etwas durchsetzt, könnte es in China bald ein paar Monate geben, in dem verhältnismässig mehr Kinder gezeugt werden, als in anderen – quasi um den Neugeborenen die besten Chancen im erst viele Jahre später startendenden Berufsleben zu geben. Klingt lächerlich, aber könnte bald zu bitterer Realität in China werden…

Geheimagenten gesucht!

Du trinkst Martini lieber geschüttelt als gerührt? Ideal – wie wär es mit einer Karriere als Geheimagent?

Der britische Geheimdienst GCHQ sucht derzeit mit einem Online-Rätsel nach interessiertem Nachwuchs. Gerade der GCHQ sucht stets nach uniquen Möglichkeiten neue, vornehmlich jüngere, Mitarbeiter zu rekrutieren, so wurden 2007 in diversen Videospielen, wie bspl. “Splinter Cell – Double Agent” virtuelle Anzeigen für “Careers in British Intelligence” geschaltet. Diese Kampagne damals war sogar scheinbar recht erfolgreich, so hatte sich der Traffic im Aktionszeitraum, mit zwischen 4.000 und 7.000 Visits, auf die Jobangebote veracht bzw. fast verzehnfacht!

Diesmal versuchen es die Jungs & Mädels vom GCHQ mit einem kryptischen Knobelrätsel, welches sich auf der URL CanYouCrackIt.co.uk befindet ->

Can you crack it Screenshot

Natürlich schön web2.0´ig mit Facebook-, Twitter- & G+ Buttons, um die virtuelle Sau schön durchs Dorf zu treiben.

Die (vermeintliche) Lösung findet sich natürlich mittlerweile auch schon im Netz – Vorkenntnisse in Linux, Assembler und C-Programmierung sind eindeutig von Vorteil.

An mehreren Stellen im Netz wird natürlich auch schon der weitere Lösungsweg aufgezeigt – allerdings könnte es auch mehrere Lösungen für das Problem geben, und die “So you did it” lediglich ein Fake… (so ließen sich ja einfach diejenigen Pseudo-Hacker herausfiltern, die lediglich den Google-Suchschlitz bemüht habe…)

Can you crack it - gelöst -Screenshot

In der .PNG Dateil im Header nämlich finden sich ebenfalls ein paar in Base64 encodierte Daten (da gibt´s ein schönes PlugIn für Google´s Chrome Browser) – Die Ziffern & Zahlen scheinen also nicht die einzigen Komponenten der Lösung zu sein (oder gar irrelevant, und vielmehr ein Ablenkungsmanöver?), womit die Lösung doch etwas komplexer wäre… Spannend!

Freunde finden, wo andere nicht einmal suchen ?

Soso… StepStone ist also mal wieder zur beliebtesten Karriere-Website des Jahres gewählt worden – Glückwunsch auch von dieser Stelle zum vierten Erfolg dieser Art in Folge! Auch im Bereich Suchmaschinenoptimierung geben die Düsseldorfer gerade mächtig Gas, und zwar mit dem besten aller SEO-Werkzeuge überhaupt -> TV-Werbung!
TV Werbung => Brand Searches => mehr Google-Liebe und bessere Rankings … so einfach ist SEO heutzutage wenn man die dafür nötigen tiefen Taschen hat…
(für diejenigen, die das Thema mehr interessiert, empfehle ich die Lektüre eines Artikels, den ich vor knapp einem Jahr drüben in meinem privaten Blog gepostet habe -> Die Sache mit dem Brand)

Zwar finde ich den Spot jetzt nicht so berauschend – klar sollte ein Job “Leidenschaft, Passion und Freude bedeuten“, aber für die meisten Leute ist es heutzutage wichtiger überhaupt einen Job zu haben, der vor allem auch sicher ist! StepStone gehört ja immer noch zur Axel-Springer Gruppe, die ja auch die BILD verlegt.

Auch die neuen Anzeigenmotive der flankierenden Print-Kampagne sind teilweise etwas komisch, so war in besagter BILD am Sonntag letzten Sonntag eine ganzseitige Anzeige mit dem Sprüchle ->

Freunde finden, wo andere nicht einmal suchen

Und das auf ein Bild gedruckt, von jemand telefonierend, am mit allerhand Zeugs vollgestellten Schreibtisch arbeitet. Inwiefern hat dieser Typ jetzt neue Freunde gefunden? Und wie ist das überhaupt gemeint? Oder surft der Typ gerade auf Facebook, und findet so neue Freunde? Sollte man sich also via StepStone einen neuen Job suchen, wo man auch während der Arbeitszeit auf Facebook rumsurfen darf? (Die Diskussion hatten wir ja gerade erst…) Sorry, aber ich kapier das nicht…

Egal – dann lieber mal rüber zu Thorsten surfen, der einen hervorragenden längeren Artikel zum Thema “Wenn Personalmarketing an der Realität scheitert” gebloggt hat.

Oh, apropos Jobsuche -> via Eva hab ich heute die Story vom vermeintlichen Stellenangebot eines Killers auf Craigslist gefunden – gruselig! Umbedingt lesen – eine krasse Geschichte!

Und dann noch eine wirklich tolle Infographic, wie man ein “A+” Bewerbungsschreiben verfasst. Die hätte mal dieser Herr genauer studieren sollen, bevor er diese Bewerbung rausgeschickt hat – definitiv die lustigste Bewerbung dieses Jahres, und wie heißt es so schön -> Dreistigkeit siegt! Ob soviel Dreistigkeit allerdings wirklich gut ankommt sei dahingestellt…

Und abschließend noch ein Hinweis auf das Jobware Weihnachtsrebus Gewinnspiel, der auf der Facebook-Fanpage von Jobware gelöst werden will. Nette Idee der Paderborner!

Work hard, Play hard

Gerade via Thomas vom W&V HRmarketing Blog gefunden -> Das “Work & Play” Booklet des auf Mobile Advertising spezialisierten Berliner Tech-StartUps madvertise. Schöne Idee – gut umgesetzt – I like

Außer das bei den Restaurant-Empfehlungen für London meine beiden absoluten Lieblingsläden fehlen -> das Asia de Cuba im St. Martins Lane Hotel, sowie das Nobu.

Madvertise Work & Play

Berlin, Madrid, Barcelona oder London? What´s it gonna be?

Nicht ohne mein Facebook

Ich bin gestern wieder aus den U.S.A. zurückgekehrt, wo ich u.a. die heiligen Hallen von Facebook inspizieren, und ein paar sehr interessante Gespräche führen durfte. Im Flieger nach Hause ist mir ein Zeitungsartikel ins Auge gestochen, der eine jüngst von Cisco durchgeführte Studie diskutiert hat – der Cisco Connected World Technology Report, der auch ein paar sehr interessante Insights für den Recruiting-Markt offenbart. So ist es laut der Studie einem Drittel der befragten Studenten wichtiger Zugang zu sozialen Netzwerken zu haben, als ein dickerer Gehaltsscheck am Ende des Monats. Wo Unternehmen mehr und mehr den Zugang zu Facebook während der Arbeitszeit (berechtigterweise) einschränken bzw. ganz untersagen, wird gerade dieser Zugang also immer wichtiger bei den potentiellen Kandidaten. Das klingt schon fast so, als wären ein Drittel der Studenten so Facebook-süchtig, dass normale Job-Pflichterfüllung ohne ständigen Zugang zu ihrer Droge kaum noch möglich, bzw. für sie sogar kaum vorstellbar ist! Klar, im lower Level ist sowas für Unternehmen nicht weiter beachtenswert, so ist der Bewerber-Pool ja zumeist größer, so dass Facebook-Suchtis entsprechend aussortiert werden können, allerdings wird das Ganze bei High-Potentials, wie bspl. den stets händeringend gesuchten Software-Engineers, ein wenig tricky. Bei denen gewinnt dann eher das Unternehmen, dass einen unbeschränkten Zugang zu allen sozialen Netzwerken auch während der Arbeitszeit anbietet (wie schon erwähnt, geben sich eben diese dann sogar mit weniger Gehalt zufrieden). Generell offenbart die Studie ein paar recht weltfremd anmutende Forderungen, wie bspl. auch, dass 30% der befragten Studenten denken, ein Recht auf zeitflexibles Arbeiten im Home-Office zu haben ->

Three out of 10 feel that once they begin working, it will be their right—more than a privilege—to be able to work remotely with a flexible schedule.

Harte Zeiten für Personaler… was denkt ihr? Sind die Forderungen von Berufseinsteigern auch in Deutschland in der letzten Zeit gestiegen? Vielleicht hat der ein oder andere von euch ja ein paar Erfahrungen diesbezüglich machen können. Ich freu mich über jeden Kommentar!

Es gibt noch weitere interessante News aus den USA, so hat Google dort kürzlich eine Jobsuchmaschine für Army Veteranen gelauncht -> Das National Resource Directory
Klingt fast so, als würden meine Vermutungen, die ich unlängst in meinem Post “Der Endgegner” hier im JOBlog gebloggt habe, so langsam Gestalt annehmen. Heute Veteranen, morgen die Welt…

Apropos E-Recruiting -> XING hat kürzlich ein paar neue Unternehmenszahlen vorgelegt, und gerade die Erlöse aus dem E-Recruiting Geschäft haben gut zugelegt, so ist das Ergebnis mit 3,1 Millionen Euro um 60% besser als noch im letzten Jahr. Ich glaube aber, dass LinkedIn die Jungs und Mädels von XING nächstes Jahr gut ins Schwitzen bringen wird – XING wird 2012 wohl eher E-Recruiting Roadkill…

Ah, apropos XING -> auch die W&V hat ein paar nette Zahlen von XING bekommen -> Jungstars vor!

Und last but not least -> ein hoher IQ ist kein Garant für Reichtum – Ja ach ne… das man dafür ne Studie braucht…

Kreatives Recruiting

Gerade hatten wir es noch mit kreativen Lebensläufen, aber wie steht es eigentlich um die Kreativität rekrutierender Unternehmen? Standard-BlaBla-Stellenanzeigen kann ja jeder – dank der bloggenden Wollmilchsau bin ich gerade auf eine sehr nette Stellenanzeigen-Infografik einer belgischen Unternehmensberatung gestossen ->

Kite Recruiting Infographic
(Hier gibt´s die ganze Infografik in voller Größe)

Sehr coole Idee, und auch richtig gut umgesetzt! Gerade in einer Branche seelenloser Anzugträger Zombies ein guter Weg, um sich von der Personal-verschleifenden Konkurrenz abzuheben. Das Ding ist auch relativ leicht kopierbar – ein paar wichtige und lustige Fakten über die Company zusammentragen, an einen guten Grafiker geben -> fertig ist die kreative Stellenanzeige!

Für ne IT-Bude könnte man bspl. die Film-, Musik- und Videospiel-Vorlieben der programmierenden Belegschaft sammeln, und dann entsprechend in ein paar netten Tortendiagrammen aufbereiten. Der für Progger obligatorische Koffein- und Nikotinverbrauch pro Woche lässt sich sicherlich auch recht nett in ein Diagramm packen etc. etc. Einfach ein paar nette Fakten, die ungefähr widerspiegeln, wie die zukünftigen Kollegen so drauf sind – da lässt sich doch gleich viel mehr rauslesen, als aus so ner Standard Stellenanzeige, die mehr oder weniger nur ein wenig die Company beweihräuchert.

Wer traut sich? Freiwillige vor *hehe*

Ebenfalls lesenswert -> BranchOut launcht einen Recruiter Search Service, und fängt an, sich langsam auf LinkedIn einzuschießen. Mit ca. 30.000 täglich aktiven Usern ist BranchOut halt auch echt ne Nummer, die neue Services, wie bspl. das deutlich später gestartete BeKnown aus dem Hause Monster nur noch sehr schwer erreichen können, nachdem Facebook ja die Messaging Möglichkeiten von Apps (also das automatische Posting von Invites etc.) deutlich eingeschränkt hat (vielen Dank dafür btw!). Genau dank diesem “Dein Freund XY will sich mit Dir auf BranchOut connecten” Pinnwand-Spam ist BranchOut ja groß geworden, so waren zur besten Zeit knapp 250.000 User täglich dort aktiv – whoa! Ich glaube zwar, dass LinkedIn das relativ kalt lässt, getreu dem Sprichwort “was stört es eine deutsche Eiche, wenn sich ein Schwein daran kratzt“, aber dennoch wird es spannend, die weitere Entwicklung zu verfolgen.

Kreative Lebensläufe

Ich habe ja schon öfter über kreative Lebensläufe gebloggt – gerade wieder zwei nette Links entdeckt, mit 35 bzw. nochmal 27 brilliant kreativen Lebensläufen. Natürlich zumeist von Grafik- oder Web-Designern, die im Bewerbungsprozess gerade beim Lebenslauf mit Kreativität glänzen können. Für eine Bewerbung als Fleischfachverkäuferin sind solche Lebensläufe natürlich weit weniger geeignet… obwohl – ein in eine Schweineschwarte geritzter Lebenslauf sorgt sicherlich auch für Aufsehen, gesetzt den Fall natürlich, dass das Ding den Chef-Metzger gut gekühlt erreicht *hehe*…

Egal – hier einer meiner Favourites – the Periodic Table of Me ->

Lebenslauf auf Basis des periodischen Systems der Elemente
Auch das Experimental Resume von Shanning Wan finde ich sehr gelungen, da hier lediglich eine Standard Lebenslauf Vorlage entsprechend geeky aufgepeppt wurde. Deutlich seriösere Muster und Vorlagen für den eigenen Lebenslauf können bspl. hier auf Bewerbung.net kostenlos heruntergeladen werden.

Recrutainment statt klassischem Bewerbungsprozess

Keine Branche ist mehr davor gefeit, nach Fachkräften aktiv suchen zu müssen. Der Wettbewerb um die besten Leute ist groß, Unternehmen bieten zahlreiche Annehmlichkeiten, um diese für sich zu gewinnen. Anstatt also darauf zu warten, dass sich Wissensträger von alleine dem jeweiligen Unternehmen vorstellen, müssen neue Wege eingeschlagen werden, um die Besten für das Team zu akquirieren.

Einer dieser Wege ist das Recrutainment, bei dem Unterhaltung, Information und persönliche Kontakte in einem Konzept kombiniert werden. Ziel ist es, Firmen zwar fachlich zu präsentieren, dies aber in einen spielerischen Kontext einzubinden. Das Vorgehen soll einen unverkrampften und persönlichen Kontakt zwischen potenziellen Mitarbeitern und den Entscheidern des Unternehmens herstellen, wodurch die Ziele Employer Branding und Selbstselektion der Bewerber integriert werden.

So wurde in Frankfurt zum Beispiel das Recrutainment-Projekt Banking 2.0 auf die Beine gestellt, das der Branche, insbesondere in Zeiten der Bankenkrise, zu einem besseren Image verhelfen und gleichzeitig potenzielle Mitarbeiter ansprechen sollte. Knapp 30 Absolventen und Young Professionals nahmen am Think Tank teil, den die Cirquent GmbH von der Agentur YOUNG TARGETS hatte organisieren lassen. Ziel des Think Tanks war es, dass sich Nachwuchskräfte mit der nahen Zukunft der Bank-Branche auseinandersetzen. In Teamarbeit sollten Zukunftsmodelle erarbeitet werden, wobei Experten von Cirquent stets beratend zur Seite standen. Spielerisches Element und „roter Faden“ bildete ein eigens entwickeltes Monopoly-Spiel (hier ein Video vom Event).

Einem Vortrag mit Praxisbeispielen aus der Beratung von Banken von Ralf Baust folgte die Keynote von Prof. Dr. Sonja Salmen über die Megatrends der Netzgesellschaft, Konsumverhalten in 2020 und der Vertrauenskultur im digitalen Netz. Im Anschluss an die Vorträge waren die Teilnehmer selbst gefragt: Mit dem gerade erhaltenen Input wurde in verschiedenen Gruppen das Banking 2.0-Spiel absolviert. Der große Garten des Veranstaltungsortes, eine Villa in Frankfurt am Main, wurde genutzt, um via „Empathy-Map“ und „Canvas-Modell“ ein zukunftsweisendes Geschäftsmodell zu erarbeiten. Einzig die „Spielführer“ aus jedem Team mussten im zehnminütigen Rhythmus im Vortragsraum an der Leinwand antreten um per Mega-Würfel die jeweilige Teamfigur auf dem Bank 2.0-Monopolyspielfeld vorzurücken. „Ereigniskarten“, „Beraterkarten“ oder „Gemeinschaftskarten“ konnten gezogen und gespielt, das erspielte Geld dann wiederum in Präsentationsmaterial, Hilfsmittel oder Beratung investiert werden. Die Teams präsentierten nach drei Stunden und überraschten mit ihren Ansätzen mehrfach die Jury, bestehend aus Ralf Baust, Prof. Dr. Salmen und dem Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel.

Den Ausklang auf der Terrasse bei Grillwurst und Steak bot erneut Gelegenheit, persönliche Kontakte zwischen Teilnehmern und Unternehmensvertretern herzustellen. Für das veranstaltende Unternehmen war die Aktion so erfolgreich, dass bereits der zweite Think Tank „Banking 2.0“ stattgefunden hat – und der nächste bereits in Planung ist.

Dass klassische Jobmessen und Open-Door-Veranstaltungen nicht mehr ausreichen, um als Hightech-Unternehmen passende und hochqualifizierte Mitarbeiter zu finden, haben bereits mehrere Unternehmen erkannt. Beim Personalmarketing auf außergewöhnliche Events und die viralen Effekte des Web 2.0 zu setzen, wurde in den letzten Jahren insbesondere im süddeutschen Raum angewandt: Die 1&1 Internet AG schickte Bewerber bei einem „IT-Geocaching“ zum Lösen technischer Fragestellungen in die Botanik. Beim JAVA BBQ konnte in München, Ettlingen und Frankfurt prozessoptimiert um die Wette gegrillt werden. Aber auch Kooperationsveranstaltungen wie die Jobtournee in Darmstadt oder Catch-the-Job sind erfolgreiche Formate, die von mehreren Unternehmen gemeinsam getragen werden, um Fachkräfte am Standort zu halten. Ganz aktuell buhlen über 20 Firmen auf der Plattform Nerd-Zone.com um den IT-Nachwuchs der TechnologieRegion Karlsruhe. Recrutainment ist also definitiv auf dem Vormarsch – spannend!

Random Ramblings

Gerade über einen sehr coolen Post auf U.S.News gestolpert – zwar schon ein wenig älter, aber mit 11 interessanten (mehr oder weniger) neuen & innovativen US-amerikanischen Job Search Seiten. Teilweise recht spannende Dinger wie z.B. startwire, die ein besseres Tracking von Online-Bewerbungen anbieten (nett), oder ein Start-Up namens Résunate, dass semi-automatisierte Lebensläufe mithilfe von LinkedIn und dergleichen zusammenstellt (auch nett), bzw. mein Favorit unter den elf angebotenen Links -> JobStart 101 (nett gemacht). Evtl. ja ein wenig Inspiration für den ein oder anderen von euch. Deutschland ist ja im Job-Bereich nicht so der Innovations-Treiber, so entstehen zwar im Monat gefühlte 5 neue Online-Jobbörsen bzw. Jobsuchmaschinen, aber nix wirklich spektakulär neues…

Auch auf Spiegel Online gibt´s interessante Sachen zu lesen -> über die Wohnungsnot bundesdeutscher Studenten. Klar, dank doppelter Abi-Jahrgänge, und der abgeschafften Wehrpflicht ist das Volumen neuer Studenten ja dann dieses Jahr auch etwas größer… In meiner schönen Heimat München, die ja auch dieses Jahr wieder die teuerste Stadt für Studis ist, werden Wohnheimsplätze mittlerweile per Los vergeben, und sogar darüber nachgedacht Matrazenlager für Studenten einzurichten… da ist man echt froh, kein Student mehr zu sein!

Ebenfalls lesenswert -> Das fiese Profil in der Online-Ausgabe der taz. Wo in Deutschland gerade noch herausgefunden wurde, dass kaum Personaler ihre Bewerber googlen (wer hat auch schon so viel Zeit?), sieht´s in den USA doch etwas anders aus ->

Das Ergebnis: Wurde früher nur gegoogelt, schauen sich mittlerweile neun von zehn US-Arbeitgebern die Profile von Bewerbern an. Das hat zwar nicht in jedem Fall auch Auswirkungen auf die Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten. Doch immerhin sieben von zehn der befragten Firmen gaben an, bei unschönen Details in den sozialen Netzwerken doch lieber andere Kandidaten zu bevorzugen.

Altes Thema, neue Studie – wieder schön Wasser auf die Mühlen der berufsmässig paranoiden Anti-Social-Networks-Bewegung. Aber ich glaube nach den mittlerweile hunderten von Artikeln zu dem Thema, sollte doch mittlerweile jeder kapiert haben, dass man vorsichtig sein sollte, was man auf Facebook als Status-Update postet bzw. auf welchen Bildern man sich doch besser un-taggen sollte.