Marcus Tandler

Perspektivenwechsel für Personalmarketing & Recruiting

Ich bin wieder in Good ´ol Germany! Endlich wieder “ein wenig” kältere Temperaturen – nach der ganzen Schwitzerei der letzten beiden Wochen, wirklich mal wieder ganz angenehm…

Ich hatte ja vor kurzem schon berichtet, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal am Recruiting Convent teilnehmen werde, und dort am zweiten Konferenztag einen Vortrag zum Thema “Suchmaschinen, Blogs & Social Networks – wie mache ich meine Karriereseite im Internet bekannt, und finde ich geeignete Kandidaten?!” halten werde. Und da ich ein besonders wissbegieriger Blogger bin, habe ich Herrn Prof. Dr. Beck, seines Zeichens Organisator des Convents, noch ein paar nette Frage bzgl. des Events gestellt…

JOBlogger: Gerade von den Bahamas zurück sieht die Welt auch nicht wesentlich anders aus. Die Finanzkrise schleicht vor sich hin und trifft Unternehmen mit denen zu rechnen war und Unternehmen mit denen nicht zu rechnen war. Andere stehen weiter hinten in der Nahrungskette und sind dann (irgendwann) auch davon betroffen. Können die Recruiter dieses Jahr Urlaub machen und die Leute aus dem Personalmarketing nach Hause gehen?

Prof. Dr. Beck: Sicherlich nicht, obwohl die Vorstellung – zumindest die mit dem Urlaub – etwas hat. Jenseits der Tatsache, wie viele Stellen im Unternehmen in diesem Jahr besetzt werden sollen, sind die Herausforderungen für Personalmarketing & Recruting in diesem Jahr enorm. Jenseits der Wirtschaftskrise muss es Ihnen nämlich gelingen, positiv mit dem externen und dem internen Arbeitsmarkt positiv zu kommunizieren.

JOBlogger: Das klingt so wissenschaftlich, geht es auch etwas konkreter?

Prof. Dr. Beck: Selbstverständlich! Man tut so, als wären die Probleme gelöst. Wirtschaftskrise hin oder her, wird man doch zwei Phänomene nicht aufhalten. Zum einen die demographische Entwicklung und zum anderen das Ausscheiden älterer Mitarbeiter. Bis vor vier Monaten sprachen alle noch von einem gigantischen Fach- und Führungskräftemangel. Man könnte ja das Gefühl entwickeln, als wäre das Problem jetzt gelöst; ist es aber nicht. Des Weiteren werden weiterhin qualifizierte Mitarbeiter mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Unternehmen ausscheiden. Und auch daran werden die Auswirkungen der Finanzkrise nichts ändern. Wer in diesen Zeiten seine Arbeitgeberattraktivität nicht intern und extern kommuniziert wird das Rennen verlieren.

JOBlogger: O.K., habe ich verstanden. Wäre dann das Einnehmen einer abwartenden und zurückhaltenden Haltung nicht eine gute Kommunikations-Strategie?

Prof. Dr. Beck: Zurückhaltend ja, abwartend nein. Das Problem ist doch gem. Watzlawik, dass Sie nicht nicht kommunizieren können. Unternehmen können sich zwar jetzt komplett von den Medien, den Hochschulen und von Messeauftritten fernhalten, aber auch das ist doch Kommunikation. Der Bewerbermarkt ist aufgeladen und hoch sensibel für Informationen und für Nicht-Informationen gleichermaßen. Und sollten Inaktivitäten oder unschöne Personalmaßnahmen weniger mediale Aufmerksamkeit erreichen, so sind es sicherlich u.a. auch die ein oder anderen Blogger, denen es dann in den Fingern kribbelt, so etwas bekannter zu machen.

JOBlogger: Kurzum, Personalmarketing und Recruiting gehen Ihrer Meinung nach windigen Zeiten entgegen. Ist das der Grund dafür, dass Sie am 16. und 17. März den recruiting-convent2009 im Schloß Bensberg durchführen?

Prof. Dr. Beck: Der recruiting-convent2009 findet jedes Jahr statt und ist eine Insidertagung für Leute aus dem Personalmarketing & Recruiting. Die Teilnahme lohnt sich in jedem Jahr, nicht nur in „windigen“ Zeiten. Aber zugegeben, sind die diesjährigen Themen für das Personalmarketing & Recruiting von exorbitant hoher Relevanz in Anbetracht der Situation.

JOBlogger: Das müssen Sie ja als Veranstalter jetzt auch sagen, aber warum glauben Sie das?

Prof. Dr. Beck: Neben erstklassigen Erfahrungs- und Praxisberichten sowie Fallbeispielen zum Aufbau und der Entwicklung bzw. Führung von Arbeitgebermarken, dem Talentmanagement oder auch zum Aufbau und zur Pflege von Ehemaligen-Netzwerken (Alumni) werden auch einmal andere Themen angesprochen. Das diesjährige Motto lautet ja „Perspektivenwechsel für Personalmarketing & Recruiting“. Somit stehen auch hochqualifizierte Beiträge von Experten aus dem Bereich Produktmarketing, Communication und Internetökonomie auf der Agenda. Dieses Wissen ist heute schon – und zukünftig noch mehr- eine unbedingte Voraussetzung für ein erfolgreiches Personalmarketing und Recruiting. So wissen wir ja schon seit längerer Zeit, wie bspw. eine optimale HRM-Homepage grundsätzlich auszusehen hat, aber wir wissen weniger darüber, wie der User auf die Website kommt. Hier werden Sie ja dankenswerter Weise die Teilnehmer des recruiting-convent2009 einmal rundum die Themen Suchmaschinen, Blogs & Social Networks updaten, worauf ich mich übrigens heute schon sehr freue.

JOBlogger: Ich bin ebenfalls sehr gespannt. Glauben Sie denn, dass ein Beitrag eines Bloggers neben so renommierten Unternehmensvertretern wie von Dr. Oetker, SAP, PWC, Deutsche Postbank etc. nicht etwas aus der Rolle fällt?

Prof. Dr. Beck: Jeder Veranstaltung kann Besonderheiten und außergewöhnliche Ansichten gut verkraften. Ich denke, dass Ihr Beitrag nicht nur Wissen transferiert, sondern auch Einsichten und Denkhorizonte erweitert. Die Welt ist keine Scheibe und schon gar nicht im Internetzeitalter und die Blogger gehören dazu!

JOBlogger: Ich freue mich auf den recruiting-convent2009 und bin schon ganz auf den 16. und 17. März gespannt. Vielen Dank für das Interview und ich werde berichten wie es war!

Wer Interesse hat, das alles live zu erleben findet die Informationen und Anmeldung unter www.recruiting-convent.de