Marcus Tandler

Politiker müsste man sein

Nicht nur, dass man auf einmal ne Menge neue Freunde hat, die einem zugleich auch in ihren Luxus-Domizilien around the world nächtigen lassen, sondern man kann mitunter auch selber über das eigene Gehalt entscheiden. So wie jüngst in Nordrhein-Westfahlen geschehen, wo die Landtagsabgeordneten mal wieder ihre Diäten um 500 Euro erhöht haben. Dank einer klaren Mehrheit, fließen diese 500 Euro direkt in die monatliche Altersvorsorge der Parlamentarier. Zwar sprachen sich 32 der 175 Abgeordneten gegen die Änderung des Abgeordnetengesetzes aus, aber auch die werden sich jetzt über die 500 Euro mehr im Säckel freuen (ein klassischer Win-Win). Den Steuerzahler kostet diese Anhebung pro Jahr schlappe 1,1 Millionen Euro, obwohl die NRWler der größte Schuldenmacher unter den deutschen Bundesländern sind, und im letzten Jahr ein Defizit von satten 2,9 Milliarden Euro (!) hingelegt haben – das ist doch ne Belohnung wert…

Ne wirkliche Belohnung hat sich hingegen StepStone verdient, denn die haben laut IVW einen neuen Reichweitenrekord geknackt. Über 8,4 Millionen Visits wurden verzeichnet, was nicht nur den Sieg über alle direkten deutschen Mitbewerber bedeutet (zumindestens diejenigen, die ihre Zahlen ebenfalls von der IVW unabhängig überprüfen lassen), sondern gar das beste Ergebnis seit Bestehen der Online-Jobbörse bedeutet. Natürlich muss man bedenken, dass der Januar seit jeher der beste Monat überhaupt für die Online-Jobbörsen-Branche ist, dank unzähliger wechselwilliger Arbeitnehmer, die mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten. Leider gibt es keine Vergleichszahlen bei der IVW, so gibt es erst seit Februar 2011 Zahlen von StepStone (6,4 Millionen Visits), aber wenn man bedenkt, dass ja u.a. auch deren Properties Bewerbung.de (laut DoubleClick AdPlanner ca. 210k Visits) und Arbeiten.de (laut DoubleClick AdPlanner ca. 160k Visits) mit demselben IVW Code gemessen werden, und die Besuche auf diesen Seiten ebenfalls in dieses Ergebnis miteinfließen, und außerdem noch eine bundesweite TV-Kampagne ("Finde auch Du einen Job, den Du liebst!") mit viel Media in diversen Print-Titeln mit auf das Ergebnis eingezahlt hat, dann hätte man fast noch höhere Zahlen aus Düsseldorf erwarten können. Spannend wird´s halt, wenn die Februar-Zahlen veröffentlicht werden – wir sind gespannt!

Apropos StepStone – Eva hat da ein paar lustige Sachen in deren AGBs, sowie einer Bewerberumfrage gefunden – anscheinend ist man sich nicht ganz einig, worauf jetzt aus einer Stellenanzeige gelinkt werden darf. Klar wird hier versucht so wenig wie möglich Targets anzubieten, so dass sich der User auch ja über die eigene Plattform bewirbt (das ist ja auch legitim), aber das hin & her ist doch recht lustig, vor allem weil wir halt auch einfach nicht mehr 2003 haben, und Personaler halt auch ihre oftmals mit großer Mühe durch den Vorstand geboxten Twitter- und Facebook-Accounts, sowie YouTube-Channels promoten wollen. Da hat sich halt wohl einfach ein übereifriger SEO dafür ausgesprochen so wenig wie möglich hinauszulinken, um möglichst viel vom güldenen Google-Juice auf der eigenen Seite zu horten – SEO Denke 2003 halt… schade…

Ok, die restlichen vier Links gibt´s in Kurzfassung -> Senior-Azubis in der Backstube auf Spiegel Online – ein lesenswerter Gastbeitrag zum Arbeitsmarkt für Manager auf Grandmaster Kenk´s Crosswater Job Guide – eine neue Generation von Online-Stelleninseraten im Prospective Blog – und last but not least eine sehr coole Infografik, wo man in den U.S.A. am besten einen Job im Social Media Bereich finden kann, und wo eben diese am besten vergütet werden – das wär doch mal ne Idee für einen der mitlesenden Online-Jobbörsen Search-Verantwortlichen, denn eine solche Grafik für DE würde sicher gut durch die Medien gehen.

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3 Reaktionen zu “Politiker müsste man sein”

  1. Hallo,

    klar verdienen Politiker sehr viel Geld. Aber man darf nicht vergessen, dass dies deren Unabhängigkeit gegenüber Bestechung sichern soll. Desweiteren lastet auf vielen Politikern sehr viel Druck. Es wird sehr viel geschimpft und alle wollen es besser wissen. Es ist immer leichter darüber zu reden, als es selber zu machen. Es ist nicht alles o.k., aber man kann das Ganze nicht verallgemeinern.

    freundliche Grüße
    Josef jun. Altmann

    Josef am 13. February 2012 um 20:32 Uhr
  2. Also ich will ganz sicher kein Politiker sein oder werden! Ich bin aber dennoch politisch interessiert, gerade weil ich jeden Monat einen doch recht signifikanten Betrag an Steuern abdrücke. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass Politik kein einfacher Job ist, und viele glauben alles besser zu wissen & zu können, aber dafür werden die Politiker ja auch entsprechend gut entlohnt!

    Das dieses gute Gehalt aber zudem gegen Bestechung absichern soll finde ich ein total schwachsinniges Argument, denn auch Leute die viel Geld verdienen sind vor Bestechung nicht gefeit! Wer viel Geld hat / verdient hat in den meisten Fällen immer den Wunsch noch mehr Geld zu verdienen – das ist ja nur natürlich (und selbstverständlich nicht nur auf die Annahme monetärer Gefälligkeiten bezogen). Die meiste Bestechung passiert ja gerade im C-Level von Unternehmen bzw. der Politik!

    Marcus am 14. February 2012 um 15:15 Uhr
  3. “Die meisten Parteipolitiker interessieren sich sehr wenig für die Gedanken und Gefühle der Leute, deren Geld sie ausgeben.” Prof. Peter Sloterdijk, Philosoph

    Ich sehe es ähnlich wie Sloterdijk.

    Schöne Grüsse aus München
    Rainer Ostendorf

    Rainer Ostendorf am 29. April 2013 um 11:29 Uhr

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