Marcus Tandler

Quo vadis JobScout24?

Ich habe gerade eben von mehreren Leuten erfahren, dass JobScout24 heute 15 Mitarbeiter entlassen haben soll. Scheinbar wurden über alle Bereiche hinweg Leute freigestellt, womit JobScout24 mittlerweile nun lediglich noch um die 20-30 Mitarbeiter haben dürfte… ?! Eine wirklich traurige Entwicklung, vor allem, wenn man bedenkt, dass zu meiner Zeit damals noch weit über 100 Leute bei JobScout24 angestellt waren. Aber seit dem Beginn der Ära Hack ging es stetig bergab, zumindestens was die Anzahl der Mitarbeiter betrifft. Das Marketing bspl. soll ja mittlerweile nur noch aus 2-3 Leuten bestehen (inkl. Marketing-Leiter), was ja gerade für eine Online-Company, für die das Online-Marketing wohl der wichtigste Kanal überhaupt ist, mehr als nur ein Armutszeugnis ist.

Was ist da los in der Rosenheimer Straße? Gut, dass es JobScout nicht besonders gut geht, scheint klar zu sein, aber welche Strategie verfolgt Johannes Hack? Ich glaube, dass JobScout24 sich schwarz schrumpfen will, den (teuren) hausinternen Vertrieb gegen einen erfolgsprovisionierten externen Vertrieb (Callcenter…) austauscht, und darauf hofft, dass der gemeine KMU-Stellenanzeigen Kunde ganz ohne vertriebliche Unterstützung Stellenanzeigen lieber online bucht! Jobs.de war ja nicht nur der Versuch, eine Jobsuchmaschine am Markt zu etablieren, sondern zudem auch Stellenanzeigen-Buchungen ohne Vertrieb, ganz einfach via Online-Buchung, reinzubekommen. Das ist natürlich Wunschdenken, aber nicht nur JobScout24 ist mit dieser Wunsch-Strategie in den letzten Jahren böse aufs M**l geflogen – Stellenanzeigen sind einfach kein en passant Produkt, vor allem nicht für 249 Euro! Sowas mag im Low-low-end, also a´la Kijiji oder Markt.de noch funktionieren, aber Stellenanzeigen im Medium-Price Segment verkaufen sich nicht so einfach ohne klassischen Anzeigenvertrieb!

Es ziehen düstere Wolken auf über der Rosenheimer Straße, und es bleibt zu hoffen, dass JobScout24 doch noch den Turn-around schafft, denn immerhin gehört der Scouty einfach zur deutschen Jobbörsen-Landschaft dazu! Auch wenn einige meiner Posts evtl. JobScout-feindlich klingen mögen, hängt ja immer noch ein wenig Herzblut an der ehemaligen Coburger Vorzeige-Jobbörse! Immerhin war ich 3 Jahre, in einer zugegebenermassen weit erfreulicheren Zeit, dort selber angestellt! Also Scouty – halte durch!

Eigentlich wollte ich über ein paar andere Sachen bloggen, aber wegen dieser Meldung, gibt´s die anderen Themen nur in Kurzform als Lesetipps:

-> Lustige (wenn auch ein wenig langatmige) Video-Werbung für Jochen´s Buch -> die Büro-Alltags-Bibelanschauen! Sehr cool, dass Jochen´s excellentes zweites Buch ein extra Werbevideo spendiert bekommen hat!

-> Thorsten nennt uns die 5 Eigenschaften, die man haben sollte, um innovativ zu sein – klingt mitunter banal, aber sollte zum Nachdenken anregen!

-> Monster startet seine neue Jobinitiative Deutschland Tour – Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Frankfurt stehen diesmal auf dem Programm.

-> Mit der Milk 2010 öffnet die erste offizielle Jobmesse für Homosexuelle in München seine Pforten – Gay-friendly Arbeitgeber präsentieren sich dort, und ja -> alle Großen scheinen dabei zu sein! Hervorragende Sache, auch wenn es doch etwas traurig ist, dass die Arbeitswelt scheinbar noch immer so intolerant ist, dass es einer eigenen Messe für Homosexuelle Arbeitssuchende bedarf…

21 Reaktionen zu “Quo vadis JobScout24?”

  1. Bei Autoscout schaut es nach meinen Infos auch nicht besser aus. Vor allem haben die Scouties sich selbst die Probleme hausgemacht mit dem ‘ discounting ‘ der Anzeigen.
    Der Kampf um Marktanteile bei den Großen jobbörsen Monster, Stepstone und co. Denkt man ( leider ) immer noch, dass Kunden immer billiger und billiger wollen. Falsch.

    Kunden zahlen gerne, wenn der Service stimmt und die Jobbörse den Kunden Arbeit abnimmt. Das stellen wir mit unserem Jobnetzwerk fest :-)

    Thomas am 10. March 2010 um 23:01 Uhr
  2. “Was nix kostet ist auch nix”?
    Ich stimme Thomas zu, Service (vor allem der wo den Kunden keine zusätzlichen Kosten verursacht) ist ein wichtiger Punkt, auch in der Jobbörsenwelt, doch Service besteht zu einem Teil aus dem Personal. Wie groß der Anteil ist scheint von Firma zu Firma unterschiedlich zu sein. Wie gut der Service von Jobscout ist weiß ich allerdings nicht.

    Gibt es wirklich so viele Probleme das eine Jobmesse für Homosexuelle nötig ist? Ich meine die sexuelle Ausrichtung ist doch kein Bestandteil eines Lebenslaufs, wie kann das dann Probleme verursachen?

    Strangerli am 11. March 2010 um 11:12 Uhr
  3. Danke zunächst für die Verlinkung, Marcus!
    @Thomas: Kunden zahlen gerne, wenn der Service und das Resultat stimmen, das ist richtig. Bei Jobscout24 stimmte bisher der Service, nur die Ergebnisse sind eben nicht da.
    Die Kunden, die billig möchten, bekommen dies auch bei den “Großen”. Die Aktion von Monster.de, 10 Anzeigen für knapp 180€ das Stück rauszugeben, spricht hier Bände. Dafür haben sich die Amis damit 2009 die Marge ordentlich vermiest.
    StepStone macht hier meistens eine bessere Figur und macht einen guten Job auf vielen Ebenen. Von Agenturseite aus kann ich sagen, dass die Zusammenarbeit sehr fair ist, was bei den meisten anderen Jobbörsen ja leider nicht der Fall ist.
    @Strangerli und Marcus: eine eigene Jobmesse für Homos halte ich auch eher für ein Armutszeugnis. Aber haben die Homos denn wirklich so viele Probleme mit ihren (potenziellen) Arbeitgebern? Kann ich mir in dem doch recht toleranten Deutschland kaum vorstellen.

    Eva am 11. March 2010 um 12:33 Uhr
  4. Schade um den Scouty, aber es hat mich schon lange gewundert, dass der Konsolidierungsprozess bei den großen Volumenbörsen solange auf sich warten lässt. Spätestens mit dem Aufstreben der Metastellenmärkte war eine Bereinigung im Volumensegment lange fällig.

    Was die “Milk” angeht, kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln. Eine ehemalige Mitarbeiterin hat mir erzählt, dass sie mit ihrem Arbeitgeber dort ist. Ich finde es ein Witz. Niemand ist gezwungen, in seiner Bewerbung auf sexuelle Vorlieben hinzuweisen und am Arbeitsplatz hat das Thema sexuelle Vorlieben meiner Meinung nach ohnehin nichts zu suchen. Für mich ist diese Messe schlicht ein Treppenwitz. Sorry, meine Meinung.

    Jürgen am 11. March 2010 um 14:00 Uhr
  5. Tja … “die Ära Hack” ;-)

    Aber mal ehrlich: T-Online hats doch dank Enderle & Co. geschafft, dass bei S24 ALLE Leute, die die Scouts groß gemacht haben raus sind. Und soweit ich weiß sind alle wieder mit anderen Unternehmen erfolgreich (ab und an treff ich ein paar auf Veranstaltungen, bei denen offizielle Scout-Leute nicht einge… äh zugegen sind). Komisch eigentlich.

    Vielleicht ist Controlling ja doch nicht ausreichend, um ein Unternehmen zu führen?

    Fragen über Fragen …

    Die Scouties halten bei mir in Haus aber weiter die Stellung – in Plastikform.

    Steffen Rühl am 11. March 2010 um 21:42 Uhr
  6. Ein Plastikscouty ist auch hier vorhanden.
    Wer will sich noch outen? :-D

    Strangerli am 12. March 2010 um 10:28 Uhr
  7. Na logo hab ich ebenfalls einen hier bei mir aufm Schreibtisch :-)

    Und danke Steffen für den Comment -> Du sagst genau die Sachen, die ich mich nicht im Artikel getraut habe zu bloggen LOL

    Marcus am 12. March 2010 um 10:33 Uhr
  8. Der Stellenabbau hat meines erachtens Methode und ist bestimmt noch nicht beendet. Er ist einfach dem wirtschaftlichen Umfeld geschuldet… oder selbstverschuldet, wer weiß.

    Siehe auch hier: http://paidcontent.org/article/419-help-wanted-monster-cuts-200-jobs/ . Bei Monster Deutschland so hat man mir zugetragen sind gegen Ende des Jahres knapp 20 Personen gegangen worden.

    Wunschtraum ist wohl ein Geschäftsmodell wie bei Amazon: keine Vertriebsmanschaft und der Kunde kauft alles ohne Service online…

    Wenn das mal klappt…

    Jim Panse am 12. March 2010 um 17:38 Uhr
  9. Ich geh eigentlich einen Schritt weiter.
    Man sollte sich mal fragen, ob die Geschäftsführung eigentlich als solche bezeichnet werden kann.
    Die Ära Hack & Ruegg haben in den letzten 5 Jahren nicht wirklich Ihre Ziele erreicht oder ist es vielleicht Ziel die Jobbörse einzustampfen. Sieht fast so aus.

    insider am 13. March 2010 um 10:06 Uhr
  10. Ein Bekannter war bei denen damals im Außendienst tätig. Wenn ich das höre, finde ich es traurig mit anzusehen wozu hoch bezahlte Manager in der Lage sind.
    Die Probleme waren hausgemacht. Statt sich voll und ganz auf das Kerngeschäft zu konzentrieren wurde viel Geld in Neue Produkte (Jobs.de / Datenbank usw.) investiert. Viel Geld wurde in externe Berater, unsinnige Meetings wo mal eben der gesamte Außendienst per Flieger alle paar Wochen anrücken durfte , Weihnachtsgeschenke durch die Republik fahren, wegen 2 Anzeigen mal eben 500km durch Deutschland geschickt usw. verpulvert.
    Von Kunden hörte man immer wieder, dass JobScout24 kaum Marketing etc. für sich macht. Stattdessen machte man sich eher Gedanken wie das Geschäftmodell in 3 Jahren aussieht und welche Produkte man für die Zukunft entwickelt statt sich auf die Jobbörse zu konzentrieren (wie Eva schon gesagt hat – die Resonanz auf Anzeigen muss stimmen!)

    Nun besteht der Laden noch aus 2 Geschäftsführer, 1 Marketingleiter, 1 Vertriebsleiter, 1 Finanzleiter, 1 IT Leiter und noch ein paar wenigen Mitarbeitern. Soweit ich gehört habe ganze 4 Leute im Vertrieb, 2 im Kundenservice, 2 im Marketing und der Rest im Finance und IT Bereich. Die externen Call Center werden es schon machen, dafür wurde ein neuer Vertriebsleiter damals geholt (zum schmunzeln: siehe bei XING: Oskar Ehehalt )

    Bekannter am 14. March 2010 um 13:22 Uhr
  11. Also, ich habe auch einen Scouty :-)

    Tja, schade, wenn es bergab geht, Talente werden auch gerne in die Wüste geschickt, damit man an seinem Sessel kleben kann.

    Oder kennt ihr noch Jungstars, die gerne bei der Scout Gruppe arbeiten wollen?! Ich nicht!
    Und mit AS24 hatten wir ähnliche Erfahrungen, wegen ein paar hundert Euro Umsatz muss man da Dauergespräche führen, weil alles keine Entscheider sind!

    Thomas am 17. March 2010 um 12:07 Uhr
  12. Entscheider bekommt man seltener ans Telefon weil… sie sich entschieden haben nicht erreichbar zu sein. Sonst müßten sie sich am Ende noch mit ihrer Entscheidung auseinandersetzen. ;-)

    Talente die nicht gehen müssen werden ungefördert behalten, aber trotz allem müssen sie immer auf dem neusten Stand bleiben auch wenn die Firma nicht unter die Arme greift. Ich denke in beiden Fällen sind diese Mitarbeiter was ihre Zukunft betrifft schlecht dran.

    Strangerli am 17. March 2010 um 15:00 Uhr
  13. [...] Kommentare zu meinem JobScout24 quo vadis Post werden immer besser – scheint so, als würden dort ein paar Insider mitdiskutieren *hihi* – [...]

    Chef, ich spiel dann mal ne Runde FarmVille | JOBlog - der Job & Karriere Blog am 17. March 2010 um 19:46 Uhr
  14. ich hab grad mal spasseshalber nach einer sekretärin in müchen gesucht…..ganze 11 treffer liefert jobscout….kann es sein dass die umkreissuche immer noch nicht funtktioniert liebe scouties? oder haben sich inzwischen tatsächlich alle kunden umorientiert…..bei monster sind es gleich mal 4mal so viele treffer…..

    mich wundert ehrlich gesagt nicht, dass hack&rüegg den karren jetzt endgültig gegen die wand fahren lassen…..die ersten anzeichen waren ja bereits vor monaten sichtbar…..alle die konnten, haben das sinkende schiff verlassen……früher oder später…..ich geb denen noch bis zum jahresende….spätestens…..dann isteht auch der letzte klägliche rest auf der strasse…..der herr enderle hat ja bereits vorgesorgt munkelt man………

    hamti dampti am 17. March 2010 um 20:21 Uhr
  15. apropos oskar ehehalt….laut xing ist geschäftsführer pin mail…..das sagt ja wohl mal alles *grins*

    hamti dampti am 17. March 2010 um 20:27 Uhr
  16. Kann nicht verstehen wie die einen Vertriebsleiter (Mr. Oskar Ehehalt) von einem Postdienstleister geholt haben, der die umsatzstärksten Vertriebsleute feuert und auf externe Call Center im Anzeigenverkauf setzt. Ob sich so etwas rechnet und ob da die Kunden mitspielen??? fraglich. Hat bestimmt seine Gründe warum Herr Ehehalt sich zu seinem neuen Arbeitgeber nicht bekennt. munkel, munkel……
    Zumindenst fliegt er heute nach Istanbul lt. XING Statusmeldung. Hat doch nicht vor dort einen externen Kundenservice aufzubauen, welche die JobScout24 Kunden zukünftig betreuen??? Na ja, Monster hat seinen Kundenservice auch im Süden….-))))

    In diesem Sinne – Merhaba und Güle, Güle – Guten Tag auf Wiedersehen!

    Bekannter am 18. March 2010 um 10:56 Uhr
  17. Tastsächlich sitzt der Monster-Kundendienst in Brüno; hat mir damlas mein AP bei Monster gesteckt. Hat deswegen oft Verzögerungen gegeben, Ende letztes Jahr benötigte man fast eine Woche bis Anzeigen online ware…

    Die Bestzung von Leuten mit Call-Center-Backround für Vertriebsbüros zeigt eindeutig wohin die Reise gehen soll. Bedarfsgerechte Beratung Fehlanzeige; stattdesen erhalten die Kunden nach Schema-F ablaufende Auftragsabwicklung zu 08/15 Produkten. One size fits all…

    Kurzfristig ist das wohl günstiger… aber auf Dauer?

    Jim Panse am 18. March 2010 um 12:57 Uhr
  18. Bei JobScout24.de sind sie nicht mal mehr fähig, Newsletter-Abos zu stornieren.
    Klickt man auf den Link erscheint eine Fehlermeldung.
    Also Herr Hack Sie sollten mal mit Ihrem IT-Leiter ein ernstes Wort reden, ob der seinen Doktortitel auch verdient hat, wenn solch einfache Tools nicht beherrscht werden.

    insider am 25. March 2010 um 13:56 Uhr
  19. ach, ja genau wie bei mir…..das Problem ist aber schon alt…..und jetzt fehlen erst recht die Ressourcen um das zu beheben ;-)

    tina am 25. March 2010 um 16:11 Uhr
  20. Ist es denn ein Systemfehler? Wenn niemand per Link den Newsletter abbestellen kann, bleibt nur ein Schreiben per E-Mail etc. um sich aus deren System austragen zu lassen. Und es sind bestimmt nicht viele die wirklich diesen Weg gehen um das Newsletter-Abo abzubestellen, da viele aus Bequemlichkeit das erst gar nicht machen. So könnte Jobscout seine Empfänger behalten, denn wenn es wirklich schon lange so ist, haben bestimmt einige Empfänger JS24 darauf hingewiesen.

    Strangerli am 29. March 2010 um 09:33 Uhr
  21. [...] Beitrag bzw. auch Crosswater Systems. – Und von Jobscout24 ( den Scouties ) hört man laut Marcus´nicht mehr soviel. Aber auch um Yourcha, Jobmensa, Jobeinstieg, Absolventa ( Shareholder = MLP ) und [...]

    Stellenanzeigen online schalten | Spirofrog Blog am 26. April 2010 um 14:19 Uhr

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