Marcus Tandler

Starker Auftakt für den Undercover Boss

Gestern Abend um 21:15Uhr ist ja die erste Folge vom neuen TV-Format “Undercover Boss” auf RTL gelaufen. Habt ihr auch eingeschaltet? Immerhin haben gestern über 6,2 Millionen Deutsche eingeschaltet, um Eismann CEO Mika Ramm bei seiner Undercover Mission im eigenen Unternehmen zuzuschauen. 18,9% Marktanteil (und sogar knapp 25% in der werberelevanten Prime-Zielgruppe der 14-49 jährigen) ist ein hervorragender Start für das aus dem vereinigten Königreich importierte Format.

Aber natürlich sind die Einschaltquoten einer Pilotfolge immer höher, und flachen dann doch zumeist recht deutlich ab. Gerade auch der fast komplette Verzicht auf Werbung (es gab lediglich einen Werbeblock kurz vor Ende der Sendung), was ja bei Neustarts mittlerweile recht häufig gemacht wird (was ja mitunter auch an noch fehlenden Commitments Werbungtreibender Unternehmen liegt), hilft enorm den Zuschauer am Fernsehgerät zu halten.

Ich bin gespannt, wie sich diese Einschaltquoten in der nächsten Woche weiterentwickeln – verdient hätte es die Sendung auf jeden Fall! Ich fand die Sendung nämlich erstaunlich gut, und auch weniger auf Spektakulär getrimmt, als die US- und UK-Counterparts. Was aber bestimmt auch an dem doch recht sympathischen CEO Mika Ramm lag, der wirklich einen tollen Job gemacht hat!

Dennoch hinterließ die Sendung einen kleinen faden Beigeschmack, denn obwohl der chronisch unterbezahlte Rollifahrer zwar am Ende der Sendung in einen einwöchigen Ägyptenurlaub geschickt wurde, aber dennoch weiterhin nicht für seine unzähligen Überstunden bezahlt wird… Aber derartige Zugeständnisse in einer TV-Sendung können halt auch schnell nach hinten losgehen, von demher gehe ich mal aus, dass das intern anderweitig geregelt wurde.

Auf jeden Fall eine tolle Werbesendung für die Firma Eismann, die fast die ganze Sendung lang irgendwo ein Logo im Bild hatten. Die ein oder andere Hausfrau freut sich sicherlich auch bald mal eine ihrer Neukunden-Aquise-Tanten an der Haustür begrüßen zu dürfen – ein netter Win-Win für die Eismänner!

7 Reaktionen zu “Starker Auftakt für den Undercover Boss”

  1. Ich habe die Sendung verfolgt und fragt mich zwischenzeitlich, was Eismann wohl dafür zahlt, das so wenig Werbung eingeblendet wird. Schließlich ist das Logo und die Aufmerksamkeit dementsprechend auf Eismann fixiert. Ob die Sendung schlussendlich erfolg hat, wird sich zeigen. Verdient hätte sie es.

    Christian am 29. March 2011 um 18:39 Uhr
  2. Ich fand die Sendung auch ziemlich gut. Erfolgreich für Eismann war sie allemal, auch wenn Eismann mehr daraus hätte machen können: http://www.eismann.de war den ganzen Abend nicht erreichbar.

    Klaus Redegeld am 29. March 2011 um 20:07 Uhr
  3. moin, also das konzept finde ich okay, die umsetzung war mist. es war streckenweise so offensichtlich, dass dialoge inszeniert waren. (vorallem bei dem italiener)

    wenn incognito, dann bitte glaubhaft, was eisman für den imagefilm abgedrückt hat, keine ahnung – ein klassischer rtl werbekunde sind sie nicht. wobei eismann ja zum nestle konzern gehört genügend schotter also vorhanden.

    alles in allem lahme vorstellung. wenn dann bitte mal den kik konzern begleiten, wenn der inhaber sich neben der 11 jährigen sharifa aus bangladesch zum nähen setzt.

    Wurstwasser am 30. March 2011 um 11:33 Uhr
  4. Die Idee zur Sendung finde ich persönlich interessant. Ich freue mich auf die Sendung am 4. April mit Marcus Smola von den Best Western Hotels. Ein wirklich kreativer Kopf. Ich hab ihn selber bereits in einigen Vorträgen und Workshops (z.B. zum Thema “Überraschen”) erlebt und fand keine Minute daran langweilig, ganz im Gegenteil. Er macht auf alle Fälle den Eindruck, das ihm das Wohl seiner Mitarbeiter am Herzen liegt. Wenn er auch so locker in der Sendung auftritt, verspricht es sehr interessant zu werden.

    Tanja Klindworth am 30. March 2011 um 11:49 Uhr
  5. @ Wurstwasser -> so inszeniert fand ich das Ganze gar nicht. Hatte mit viel schlimmerem Reality-TV-Trash gerechnet.

    Aber ich bin absolut bei Dir, dass da in irgendeiner Form Kohle geflossen sein muss. Natürlich funktioniert so ein Format gar nicht anders, denn wie soll man sonst jemanden bei seiner Arbeit in einem Unternehmen portraitieren, ohne nicht dauernd das Unternehmen bzw. Logo etc. zu zeigen…

    Natürlich ist es durchaus ein fairer Trade-off ein wenig Promotion zu bekommen, mit der Gefahr, dass es gleichwohl auch in die Hose gehen könnte, und eklatante Missstände im Unternehmen aufgedeckt werden oder dergleichen. Aber dennoch schien gerade die erste Folge doch recht “kuschelig” – entweder ist Eismann also wirklich ein sauberes Unternehmen ohne jedweden Dreck unterm Teppich, oder entsprechende Szenen wurden dem Zuschauer einfach vorenthalten (auch wenn es hier immer schwer ist, so muss die Produktionsfirma ja immer aufpassen keine wettbewerbsrelevanten Interna zu offenbaren. Außerdem sind manche Fakten (wie bspl. die schlechte Bezahlung des Rollifahrers) ja durchaus etwas komplexer, und somit auch schwer in der kurzen Zeit vollumfänglich vermittelbar).

    Aber der Kuschelkurs kann auch einfach daran liegen, dass man sich genau auf eben diesen committed hat, vor allem, weil es sich ja auch um das erste derart portraitierte Unternehmen gehandelt hat. Es gab ja auch ganz sicher Anweisungen, was auf keinen Fall gefilmt werden darf etc.

    Marcus am 30. March 2011 um 13:22 Uhr
  6. Habe die Serie oder den Piloten leider noch nicht gesehen werde mir die Serie Undercover Boss aber sicherlich mal anschauen. Aber sagt mal…Wer der Heute Überstunden macht bekommt
    sie denn noch vernünftig Vergütet Denke niergens. Habe mir mal den Link
    kopiert und schaue mir mal die Serie Undercover Boss an. Ein Cheerio an Marcus Wünsche dir und dem Team noch viel Spass hier im Blog Lg Andre & Chris

    Andre Wendt am 4. April 2011 um 15:31 Uhr
  7. Nun, ich muss sagen, dass mir die Sendung “Undercover Boss” wirklich gefallen hat.
    Natürlich kann in der kurzen Zeit nicht auf jedes Problem im Unternehmen eingegangen werden. Dazu sind die paar Tage einfach zu kurz. Doch ich finde es unheimlich mutig, wenn sich ein Geschäftsführer unter seine Mitarbeiter mischt – und das öffentlich!
    Wenn keine Werbung für das Unternehmen gemacht werden würde, warum sollten sie sich im Fernsehen zur Schau stellen und dabei riskieren, dass Problemzonen aufgedeckt werden?! Finde ich also in Ordnung.

    Was den Rollifahrer betrifft: in der Folgewoche wurde bei dem Magazin “extra” bekannt gegeben, dass dessen Arbeitszeit nun verlängert wird und er nun auch für die Mehrstunden bezahlt wird!

    Liesa am 21. April 2011 um 10:59 Uhr

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