Marcus Tandler

Stellenanzeigen sind out!

Durch die Online-Ausgabe der BILD-Zeitung (ja, ich gestehe, dass ich am Morgen zum ersten Kaffee gerne lese was die Menschen außerhalb der Blogosphäre bewegt…) habe ich heute nicht nur erfahren, dass die Nacktsängerin Jazmin auch angezogen sexy aussieht (wen interessiert eigentlich noch BigBrother?), oder dass die Bedienung aus dem neuen Moritz Bleibtreu Film eigentlich Pornodarstellerin ist, genauso wie das das Schnitzel die Currywurst schlägt – sondern auch, dass Stellenanzeigen OUT sind! Was für eine Headline muss ich da lesen? Stellenanzeigen sind out?? Ja, sind sie! Netzwerken ist in! Jedenfalls will das Stepstone herausgefunden haben, unter Berufung auf einer repräsentativen Umfrage, bei der herauskam, dass mittlerweile 40 Prozent aller freien Stellen unter der Hand vergeben werden.
Diese Zahl will ich nicht mal in Frage stellen, so bin ich ebenfalls der Meinung, dass der beste Weg zum Job das allgemeinhin bekannte Vitamin B ist. Bei mir war es ja bisher auch nicht anders…
Dennoch denke ich, dass gerade in der BILD-Zielgruppe dies eher die Ausnahme als die Regel ist (Mist, ich habe ja schon verraten, dass ich ebenfalls gerne die BILD lese… 🙂 )…
Ok, also lesen wir mal die Tipps, die uns Dr. Andreas Lutz an die Hand gibt, um durch Networking zu einem neuen Job zu kommen:

“Gehen Sie in Vorleistung: Überlegen Sie sich, wie Sie anderen eine Freude machen oder einen Gefallen tun können – ohne gleich eine konkrete Gegenleistung zu erwarten. Vergessen Sie ab sofort keine Geburtstage mehr, und schicken Sie eine nette SMS. Ein Artikel im Internet ist interessant für einen Bekannten? Mailen Sie ihm den Link. Jeden Tag eine gute Tat – oder auch zwei. Ihre Investition wird sich schon bald lohnen!”

Ist das nicht allgemein gültig?

“Wenn Sie über entfernte Verwandte, frühere Kollegen, Schulfreunde usw. nachdenken, werden Sie entdecken, daß so mancher gute Kontakt im Lauf der Zeit eingeschlafen ist. Zögern Sie nicht länger und melden Sie sich. Es ist nie zu spät. Vereinbaren Sie ein ausführliches Telefonat oder ein Treffen, und nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit. Lassen Sie den Kontakt auch danach nicht mehr einschlafen, sondern melden Sie sich in regelmäßigen Abständen”

ok, auch das halte ich für selbstverständlich – und nicht nur weil ich durch diese besagten Bekannten irgendwann mal zu einem neuen Job kommen könnte…

“Überlegen Sie sich vor dem Gespräch drei Gründe, was Sie an dem Gesprächspartner sympathisch finden. Gibt es irgendwelche gemeinsamen Interessen oder eine Eigenschaft an ihm, die Sie auch gerne hätten?”

mmmhhh – immer eine gute Frage im Vorstellungsgespräch – “Ich finde Sie haben ein tolles Lächeln” – wird immer gerne gehört 🙂

Gut, ich muss gestehen, dass Herr Lutz auch durchaus gute Tipps gibt, aber ein paar klangen halt wirklich ein wenig nach “Networking für Sozial-Legastheniker”.
Networking und Vitamin B sind sicherlich die Top-Waffen für Jobsuchende, aber dennoch ist damit die Stellenanzeige noch lange nicht out!

Zum Ende dieses Beitrags noch mein Lieblings-Absatz:

“Bei jeder Stellenofferte konkurriert mit den Frustrierten und Wechselwilligen nämlich noch das Millionen-Heer der Arbeitslosen.”

Na dann viel Erfolg 🙂

P.S.: Auch bzgl der Nackttänzerin Jazmin bin ich nicht der gleichen Meinung wie die BILD – ich finde sie weder an- noch ausgezogen sexy… 🙂

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