Marcus Tandler

Ürlaub, Übernahmen & Überflieger

Ei ei ei… schon wieder eine lange Zeit vergangen seit meinem letzten Post… Vielleicht liest mich mittlerweile ja schon niemand mehr… ?! Hallo? *echo*

Naja, ich hoffe mal, dass noch ein oder zwei Leser übrig geblieben sind, auch wenn ich euch in meinem erholsamen Urlaub, sowie Cinema for Peace Gala in Berlin (die nicht minder spektakulär war) so im Stich gelassen habe! Oh, apropos Berlin – dort habe ich endlich mal die Simone live kennengelernt, die ja unter Berufebilder.de einen excellenten Karriere-Blog bloggt – ein Muss für jeden karrieregeilen Feedreader!

Naja, wie auch immer – ist eine Menge passiert in meiner Abwesenheit! Angefangen bei der strategischen Kooperation zwischen Jobs.ch und dem Schweizer Ableger von JobScout24, die ja unter anderem auch die Plattform TopJobs.ch betreiben. Klingt wie ne richtig gute Sache, so wird Jobs.ch durch diese Übernahme ein überragender Marktführer im Schweizer “Online-Kadermarkt“, wie das die Schweizer so schön nennen. Mit knapp 50% Marktanteil führt dann halt auch kaum noch ein wenig an Jobs.ch vorbei – well done! Eva hat auch noch ne lesenswerte Meinung zu dem Ganzen, und der schweizerische Personalradar sieht sogar ein paar Gefahren am Horizont – spannend!

Solche großen Übernahmen gehen halt auch nicht immer gut… Der Jobpilot bspl. ist Jahre nach seiner Übernahme noch immer online, auch wenn man diesen damals eigentlich vom Himmel holen wollte, um ihn ganz US-like ins Borg´sche Kollektiv zu integrieren – Resistance is futile, you´ll be assimilated! In den USA ist gerade erst HotJobs.com vom Netz gegangen, die ja ebenfalls vom Monster erlegt wurden… Aber in Deutschland ist noch kein Ende für den Jobpiloten in Sicht – kein Wunder, nachdem der Jobpilot Jahre nach seinem “Tod” noch immer höhere Sympathiewerte als das US-Konzern-Monster hat… und das nicht nur bei den Jobsuchenden wird gemunkelt… Dennoch bescheinigt Nielsen gerade dem Monster die Erstklassigkeit, und kührt dieses zum bekanntesten privaten Online-Karriereportal in Deutschland. Lustig finde ich allerdings, wie Nielsen immer von Monster & Jobpilot in Personalunion redet – klingt für mich so, als hätte der Jobpilot auch in dieser Studie noch ein paar sehr gute Werte vorzuweisen (was ja nicht weiter verwunderlich wäre) – vergleichbar mit Liebeskummer, wenn man die große Liebe verloren hat, nun eine neue Freundin hat, und der verflossenen Liebe trotzdem noch nachweint… Wenn man sich mal die Ergebnisse der Studie im Detail anschaut, dann fällt schon auf, dass das Monster & Jobpilot in den meisten Auswertungen zusammen gelistet werden, und so in manchen Auswertungen nur knapp führen. So erreichte Monster / Jobpilot bspl. 41% aller Befragten in den letzten 3 Monaten, aber JobScout24 auch nur 28% (Stepstone auf Platz 3 mit 21%). Da hätte mich jetzt schon mal interessiert, wie groß der Anteil vom alterwürdigen Jobpiloten an dieser Prozentzahl ist.
Auch beim Anteil der Suchen nach Führungspositionen liegt Monster / Jobpilot mit 40% gerade mal 2 Prozentpunkte vor Jobscout24, die auf 38% kommen! Hätte hier das Monster alleine betrachtet etwa nur den zweiten Platz hinter JobScout ergattert? Was ein Krimi um die vorderen Plätze… Schon krass, vor allem bei der Zielgruppe Fach- & Führungskräfte!

Aber noch etwas fällt auf -> die Befragten scheinen nicht wirklich zum Großteil aus eben dieser Zielgruppe der wechselwilligen Fach- & Führungskräfte zu kommen, denn das Stepstone und gerade auch der Fach- & Führungskräfte Platzhirsch Jobware so schlecht wegkommen, ist schon seeeehr ungewöhnlich. Vor allem, wenn man dann noch auf einer der letzten Seiten präsentiert bekommt, dass die Arbeitsagentur (!!) bei einem Drittel der Befragten die erste Wahl bei der Jobsuche wäre! Das ist doch recht aufschlußreich *hihi*

Aber egal -> Gratulation ans Monster, die sich wiederum beim Jobpiloten bedanken können, und Szenen-Applaus an JobScout24, die sich durch die Bank auf dem zweiten Platz wiederfinden – ein Platz auf dem Treppchen, auf dem die Münchner Online-Jobbörse schon lange nicht mehr gestanden ist! Hut ab!

Ebenfalls gratulieren darf man den Poreda Brüdern und ihrem Baby Kununu, denn die kooperieren nun mit XING. Wirklich eine tolle Koop (für beide Seiten), auch wenn ich immer noch kein großer Fan von Kununu bzw. vielmehr Arbeitgeberbewertungsplattformen im Allgemeinen bin, aber meine Meinung hab ich hier ja schon öfters vorgetragen. Aber nachdem ich Martin letztes Jahr auf einer Konferenz persönlich kennengelernt habe, werde ich mehr & mehr Fan der Plattform der beiden sympathischen Österreicher! Und die XING Koop ist halt auch der absolute Hammer – genauso macht das Sinn!

Ok, noch ein paar Linktipps in Kürze -> über Falsche Vorstellungen geht´s bei Thorsten, und zwar die, des BVDWs, der doch echt glaubt, dass die Personalsuche via Social Media mittlerweile alle klassischen Kanäle abgelöst hat….

Statische Personalbereiche auf Homepages und reine Anzeigenportale waren gestern.

Da hat einfach mal wieder jemand zuviel von der Social-Media-Euphorie-Droge abbekommen, und zu wenig Realismus im Blut… Nur weil ein paar Unternehmen mittlerweile ne Facebook-Fanpage haben, heißt das noch lange nicht, dass sich der Personaler zurücklehnen muss, und die ganzen Top-Kandidaten ihm einfach so auf den Tisch flattern… Gerade in der Personalbranche wird es noch sehr lange nicht ohne die klassischen Online-Jobbörsen gehen, und ich pack sogar noch ne Schippe Retro-Personalmanagement drauf -> auch die klassische Print-Stellenanzeige muss auch noch nicht an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden! Weniger Euphorie, und mehr Realismus sollte man eigentlich von einem Branchenverband erwarten dürfen…

Tobias hat noch eine interessante Nachbetrachtung der Telekom-Recruiting-Kampagne, und Jobsintown hat eine neue Werbekampagne, die wieder mal extrem gut gelungen ist (surft mal durch die Galerie – die Jungs haben schon immer sehr coole Anzeigenkampagnen gemacht, auch wenn es deren Popularität scheinbar nie entscheidend gesteigert hat).

Zum Schluß noch ein lustiger Comic beim Tom, wie man seinen ersten Arbeitstag garantiert nicht verbringen sollte… und das absolute Highlight ist mal wieder ein Oatmeal Comic mit viel Wahrheit zwischen den Zeilen -> The 6 Crappiest Interview Questions

In diesem Sinne ein großes LOL, und euch noch nen schönen Tag!

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