Viel Geld für wenig Arbeit gefällig?
Lustigerweise bekomme ich dieser Tage wieder vermehrt eMail-Spam mit dubiosen Jobangeboten von noch dubioseren auf fernen Karibikinseln sitzenden LLCs oder Ltd. Unternehmen. Der angegebliche gesuchte Jobtitel variiert von “Director Dialogmarketing” bis hin zu “Chefgehilfe” sowie mitunter auch recht amüsant zu lesende, mit Babelfish automatisiert übersetzte fiktive Jobtitel wie “Dialoge Marketing Kopf von” (also wahrscheinlich wurde hier ursprünglich der “Head of Dialoguemarketing” gesucht
)
Die zu übernehmende Tätigkeit ist aber immer die selbe, egal wie sie in den eMails auch umschrieben wird – die Firmen suchen Leute, die Zahlungen auf Ihre Bankkonten annehmen, und diese dann per Western Union Moneytransfer auf die oben schon erwähnten Karibikinseln, oder wo auch immer hin, weitertransferieren.
Und dafür kann man sich dann je nach eMail zwischen 5 und 10 Prozent der transferierten Summen als Provision einstreichen.
Klingt doch eigentlich verlockend, oder? Lediglich erhaltene Zahlungen irgendwohin anders weiterleiten – nichts leichter als das! Nicht umsonst werden in den eMails auch Leute von 18 bis 75 gesucht, die lediglich etwas englisch sprechen sollten und ansonsten halt vor allem ein Bankkonto in dem jeweiligen Land haben sollten. Was für eine Job-Description
Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit gibt es bestimmt ein paar Menschen, die bei derartigen Zeilen schon einen Luftsprung machen! Vor allem, wenn man gerade letzte Woche noch Geld nach Nigeria überwiesen hat, und nun wartet, bis der nigerianische Bankdirektor, auf dessen Anweisung man das Geld überwiesen hat, die 56 Millionen Dollar, von denen er in einer anderen seriösen eMail gesprochen hat, auf das eigene Konto überweist.
Aber was steckt dahinter? Wieso werden Leute angeworben, um Überweisungen weiter zu transferieren? Kann sowas die Firma denn nicht direkt machen? Ach, wer fragt schon nach, wenn man dem Reichtum so Nahe ist? …
Die Masche ist eigentlich ganz einfach. Per Phishing werden Kontodaten, oder wahlweise auch eBay-Accounts, von ebenfalls derartig leichtgläubigen eMail-Newbies ergaunert, und von dort dann Überweisungen auf eben jene Bankkonten vorgenommen. Diese eingegangene Überweisung wird dann widerum bar per Western Union nach wohin auch immer weitertransferiert, und genau da liegt der Hund begraben – sobald das Phishing-Opfer nämlich die Überweisung entdeckt und diese storniert merkt unser neuer Millionärs-Anwärter nämlich auf einmal, dass eine bar-Überweisung per Western Union nicht stornierbar ist, und das Geld somit nicht rückholbar – schöne Scheisse!
Erst letzt hab ich im Spiegel einen Artikel über so ne arme Sau gelesen, der jetzt 15.000 Euro an stornierten Überweisung zurück überweisen muss, alles Geld, was er brav an die Gauner in die Karibik geschickt hat. Und neben dem finanziellen Schaden ist die ganze auch noch strafbar, wenn man der Aufforderung zur Weiterleitung des Geldes Folge leistet. Nach §261 StGB ist dies nämlich Geldwäsche.
Und da die Hintermänner in der Karibik dank Western Union mehr als schlecht auszumachen sind (immerhin muss man ja lediglich seinen Ausweis vorzeigen) schnappt man sich halt die verhältnismässig einfacher zu ermittelnden Inhaber der Zwischenkonten, und die müssen halt dann nicht nur den Schaden ersetzen, sondern sich zudem auch vor Gericht verantworten…
Merke: Wenn einem für wenig Arbeit viel Geld geboten wird ist immer Vorsicht geboten – vor allem wenn dies anonymisiert per eMail pasiert (!!) … außer natürlich, man ist Online-Marketer









Genau das ist mir auch passiert.
Oh yeah, manche Menschen tuen wirklich alles
für Geld. Solche Anzeigen landen bei mir gundsätzlich im Mülleimer. Wo bleibt eigentlich der gesunde Menschenverstand der Geschädigten??
Na ja,soetwas passiert wohl, doch eine teure Art Lehrgeld zu bezahlen.
Ich habe hier einen super interessanten Bericht, der das o.g. unterstreicht und etwas ausweitet:
Vorsicht vor dubiosen Nebenjobs als Finanzberater oder -agent
Mieses Angebot für Online-Banker
Spielend leicht Geld verdienen – davon träumen viele Menschen. Nicht wenige suchen deshalb nach einer lukrativen, aber wenig zeitaufwendigen Nebentätigkeit. Windige Geschäftemacher aus der Finanzbranche nutzen dies derzeit skrupellos aus – und bieten einen Nebenjob als „Finanzagent“ an. Doch davon sollten sich Bankkunden auf keinen Fall blenden lassen. Die E-Mails, die derzeit millionenfach verschickt werden, klingen verlockend: Finanzberater oder Finanzagent gesucht, heißt es in den Briefen ohne klare Absenderangabe, und versprochen wird zum Beispiel ein monatliches Gehalt „von 5.000 Euro + 5 % (Im Weiteren können Sie bis zu 9.000 Euro + 5 % monatlich verdienen)“. Nötig sei dafür lediglich, dass man wenigstens drei Stunden Zeit täglich für die Arbeit habe und mit PC und Internet umgehen könne, heißt es in dem Schreiben. Um welche Arbeit es sich dreht, wird nicht verraten. Schon etwas deutlicher beschreibt der anonyme Absender einer anderen Werbe-E-Mail die Arbeitsaufgabe: „projektverbundene Online-Zahlungen verwalten“.
Hinter solchen elektronischen Massensendungen verbergen sich in der Regel organisierte Banden, die gutgläubige Helfer zum Geldwaschen suchen. Oft haben die Betrüger ihr Kapital mit Internet-Kriminalität verdient, etwa durch Phishing, also den unerlaubten Zugriff auf Konten von privaten Bankkunden. Um dieses Geld an der Polizei vorbei für sich selbst sicherzustellen, brauchen sie Mittelsmänner. An diese Helfer, die die Gauner als „Finanzagenten“ oder „Account-Manager“ suchen, überweisen sie das Geld. Diese sollen das Kapital abheben und mit Hilfe einer Bargeld-Transferfirma an einen anonymen Empfänger im Ausland weiterreichen oder direkt auf ein ausländisches Konto überweisen. Den Helfern wird für ihre Dienstleistung eine Provision von fünf bis zwölf Prozent versprochen. Solche Machenschaften haben nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) 2006 sprunghaft zugenommen. Im Bereich Phishing und „Finanzagenten“ registrierte das BKA 1.913 Verdachtsanzeigen – das sind 1.567 Meldungen mehr als 2005. In diesem Jahr wird eine weitere Zunahme erwartet.
Warnhinweis: Vor solchen Angeboten kann nur gewarnt werden. So rät beispielsweise der Bundesverband deutscher Banken (BdB): All jene, die eine unerwartete Gutschrift auf ihr Konto erhalten haben, sollten das Geld möglichst schnell auf das Ursprungskonto, auf keinen Fall aber auf ein anderes Konto überweisen und in Zweifelsfällen das eigene Kreditinstitut oder die Polizei einschalten. Wer diesen Ratschlag nicht befolgt, stellt sich in den Dienst von Kriminellen und setzt sich der Gefahr aus, wegen Beihilfe zum Betrug oder zur Geldwäsche belangt zu werden und für den entstandenen Schaden aufzukommen. Denn die Hintermänner des Betrugs sind meist nicht zu ermitteln.
Quelle: ING DiBa
Hallo,
mich hat auch eine Firma aus der Schweiz angeschrieben und es war fast das gleiche Prinzip. Jedoch habe ich vorher meinen Onkle/Anwalt gefragt und der hat mich vorher gewarnt.
Also AUFGEPASST!!!
Hallo,
ich bin Journalist und brauche mal ne aktuelle Kontaktperson (Email) der Betrüger.
Könntet ihr mir da vielleicht behilflich sein? Ich selber habe keine Ahnung wie ich daran kommen soll.
Vielen Dank!
Grüße