Marcus Tandler

Von der erfolglosen Suche nach einem neuen Bundestrainer

Gerüchten zufolge besteht das Marketing bei JobScout24 ja nur noch aus weniger als einer Handvoll Leuten (ja, das ist bewußt “etwas” schwammig formuliert *hihi*)… mit dem Budget sieht´s ja scheinbar ebenfalls nicht so mehr rosig aus (siehe dazu -> “JobScout24 macht sich mal wieder lächerlich“), daher versucht man sich wohl nun im viralen Marketing – kost ja nix…

Der neuste Versuch JobScout24 ganz obercool-web2.0-social-media-optimized-viral-marketing-buzz-bullshit in die Köpfe der Jobsuchenden zu hämmern, ist wieder mal ne schöne Case-Study, wie man es gerade nicht machen sollte…

JobScout24 sucht nämlich einen “Engagierten Fußball-Bundestrainer mit Erfahrung

Bundestrainer Stellenanzeige
(Link zu Stellenanzeige bei JobScout24)

Die Gelegenheit ist günstig, so schachern ja derzeit Jogi Löw und Oliver Bierhoff um deren Vertragsverlängerung beim DFB, bei dem vor allem Herrn Bierhoffs miese Vertragsverhandlungs-Qualitäten im Vordergrund stehen. Wenn Herr Bierhoff bei der Lufthansa als Pilot arbeiten würde, wär der Piloten-Streik, der ja heute morgen angefangen hat und gerade halb Deutschland lähmt, wohl erst Ende des Jahres beendet… aber hoffen wir einfach mal, dass der Streik bis Juni vorüber ist, und Jogi Löw mit einem neuen Manager nach Südafrika fliegen kann… *hihi*

Naja, auf jeden Fall sucht JobScout24 also nun medienwirksam einen neuen Bundestrainer, nur leider hat das Ganze halt niemand mitbekommen… an Medienportalen hat diese lustige Stellenanzeige scheinbar nur Eurosport wahrgenommen, auch wenn dort JobScout24 Sprecherin Alexandra Schiekofer aus der Bild zitiert wird:

“Der Text ist von uns selbst. Jobsuche ist trocken, unsere Kunden sollen auch mal Spaß haben.”

Von der verbliebenen Handvoll Kunden haben das bestimmt auch ein oder zwei lustig gefunden – great Job!

Naja, aber so unlustig ist die Stellenanzeige ja auch nicht (vor allem, wenn man mal bedenkt, was für Schnapsideen JobScout24 in der letzten Zeit hatte…), schade nur, dass das Ganze nicht wirklich irgendjemand mitbekommen hat… gerade mal ein paar Tweets, und auch die Foren-Beiträge scheinen eher seeding gewesen zu sein, als reale User, die die Anzeige im Netz gefunden haben (wie auch…). Seeding nennt man übrigens das anstoßen einer viralen Kampagne, und genau das hätte JobScout mal ein wenig besser machen können. Ist ja schon erstaunlich, wie schlecht dieser Gag performt hat – da sind schon weit unlustigere Sachen viel mehr abgegangen. Ich frage mich, wieso ihr Bait nicht mal im hauseigenen Blog angeteasert wird?!

Aber gerade SEO-mässig hätte es JobScout24 wohl sowieso nicht soviel gebracht – auch wenn dieser SEO-Effekt, durch massen von neuen eigehenden Links, ja eigentlich das Sahnehäubchen einer jeden viralen Marketingaktion ist! Wieso hier SEO-mässig geschludert wurde? -> Die Stellenanzeige an sich wird ja von Google nicht indexiert:

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Disallow: /templates/StellenanzeigeDetailansicht.aspx
Disallow: /templates/stellenanzeigeDetailansicht.aspx
Disallow: /Templates/StellenanzeigeDetailansicht.aspx
Disallow: /Templates/stellenanzeigeDetailansicht.aspx
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(Auszug aus der Robots.TXT von JobScout24, die den Google´schen Bot in seine Schranken verweist) – keine Ahnung, was die jeweilige Doppelnennung soll?!

Wäre die Aktion also abgegangen wie Schmidts Katze, und hunderte Leute hätten die Stellenanzeige verlinkt, dann wären diese ganzen neuen Links nicht wirklich von Google gezählt worden… #SMOFail