Marcus Tandler

Welche Partei wäre am besten für meine Karriere?

Können oder Nicht-Können – Ist das hier die Frage?

Karriere macht man bekanntlich durch eigenes Können, oder aber durch das Nicht-Können der anderen. Klingt plausibel, ist aber nicht so. Denn was ist wenn die anderen unsere lieben Politiker sind?
Die etwas mehr als 3,5 Mio. Azubis und Studenten haben dieser Tage kein all zu rosiges Bild vom deutschen Arbeitsmarkt. Hat die gegenwärtige Politik einen Hang zur Karrierebremse?
Im ersten Moment vermittelt eine Statistik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ein bewundernswert aufbauendes Bild: Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern betrug im vergangenen Jahr nur rund 4 Prozent. Doch Statistik ist laut Martin Kessel das Märchen der Vernunft, Papier zudem geduldig und „Generation Praktikum“ in diesem Fall das Stichwort.
Da der Bundes-Gerd, alleingelassen und ohne parlamentarische Mehrheit, Karlsruhe vom Nicht-(Regieren-) Können überzeugte, bieten sich uns ungeahnte Einsichten. Nun, da die Schlacht ums Kanzleramt in vollem Gange ist und Neuwahlen kurz bevor stehen, lohnt sich ein Blick in die auf dem Silbertablett präsentierten Wahlprogramme.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Oder zumindest für die nächsten 4 Jahre. Oder doch wieder nur ….lassen wir das.

Welches Konzept bietet die geeignete Grundlage für eine anziehende Konjunktur und einen entspannteren Arbeitsmarkt – und vor allem: Welche Konzepte sind miteinander vereinbar?
Angie plant die Exzellenzinitiative, wodurch mit fast 2 Milliarden Euro Spitzenstudiengängen und Elite-Universitäten unter die Arme gegriffen werden soll, eine weitere Milliarde soll der Entwicklung und Forschung zu Gute kommen. Studieren wird teuer, Bildung eine Ware und alles durch den sagenumwobenen Subventionsabbau finanziert.
Joschka und Gerd zeigen sich betont einig. Sie setzen auf Kindertagesstätten und das Ganztagsschulprogramm. BaföG wird nicht abgeschafft und das Erststudium bleibt weiterhin kostenlos. Jubel unter Deutschlands Langzeitstudenten! So werden sie schon nicht dem weiterhin maroden Arbeitsmarkt zugeführt.
Das Zünglein an der Wage fokussiert die Bildung von Kindern, wobei sie die Länderhoheit aus den Angeln heben will. A là: Qualität – made in Gesamt-Germany. Kinder gehen bereits mit 5 in die Schule, Studiengebühren sind Pflicht und Selbstbestimmung sowie Konkurrenz der Hochschulen untereinander sollen gefördert werden. Hör ich da die Langzeitstudenten jammern?
Die Linkspartei plädiert für eine Gemeinschaftsschule, in der alle Schüler wie der Name schon sagt gemeinschaftlich bis zur 10. Klasse unterrichtet werden sollen. Damit den clevereren Schülern bis dahin das Studieren nicht zu langweilig erscheint, soll es kostenlos bleiben. Die Finanzierung der Bildungsausgaben, die sich mit 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf genau das Doppelte belaufen, was SPD und die Union dafür veranschlagen, wird sich wohl kaum durch Lafontaines Verzicht auf Luxusurlaub subventionieren lassen. Und die Rechten wollen die D-Mark wieder.

Was bedeutet das jetzt für den Karriere-getriebenen Jungwähler? Tja, eben was eingangs schon gesagt wurde: Karriere macht man bekanntlich durch eigenes Können, oder aber durch das Nicht-Können der anderen. Auf die würde ich mich übrigens nicht verlassen. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Und unseren Politikern die Schuld in die Schuhe schieben? Zu bequem. Schwarzmalerei hilft einem nur in der schreibenden Zunft weiter. Manchmal. Da draußen helfen nur 3 Dinge: Ärmel hochkrempeln, die Dinge selbst in die Hand nehmen und….. Wählen gehen.

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