Marcus Tandler

Wer nicht fragt bleibt dumm

Bewerbungs-Guru Gerhard Winkler hat in seinem Blog die “Goldenen Personalerfragen” gesammelt (sowie einige erfrischende Antworten auf eben diese :-) )…
Letztendlich kennt wohl jeder diese Personaler-Standard-Fragen, aber Chris auf der anderen Seite hat sich mal ein paar Gedanken über die richtigen Bewerber-Fragen gemacht – was sollte also ein Bewerber im Vorstellungsgespräch fragen?

1) Wieso ist die Position im Moment verfügbar?
2) Wieviele Leute saßen in den letzten 5 Jahren auf dieser Position?
3) Was sollte ein neuer auf dieser Position anders machen als der letzte?
4) Welches Projekt sollte in den nächsten 6 Monaten auf jeden Fall abgeschlossen sein?
5) Was sind die größten Problemstellungen, denen man in dieser Position begegnet?
6) Wieviel Freiheit habe ich im Entscheidungsprozess?
7) Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich?
8) Was waren die Erfolgsfaktoren der Firma in der Vergangenheit?
9) Was wird sich laut Ihrer Vision in der Zukunft Ihrer Firma tun?
10) Was sind ausschlaggebenden Erfolgsfaktoren in dieser Position?

Wirklich spannende Fragen, die wohl bei jedem Personaler Eindruck schinden, oder? Ich finde es extrem wichtig, dass man auch als Bewerber viele Fragen an das Unternehmen stellt! Es ist wirklich schlimm, wieviele Bewerber sich im vornherein nicht über das Unternehmen informieren (ich habe mal eine Studie gelesen, die besagt, dass sich über 70% aller Bewerber vor einem Bewerbungsgespräch nicht über das Unternehmen informieren!)…

Ich habe mich bisher eigentlich noch nie richtig beworben – für meinen ersten Job wurde ich direkt von der Uni abgeworben, und die einzige Frage im Bewerbungsgespräch war ganz NewEconomy-mässig nur “Wieviel Geld wollen Sie verdienen?” (kein Witz!). Für Job 2+3 wurde ich mehr oder weniger angeworben – und so war ich auch immer eher der Fragende. In meinem Bewerbungsgespräch bei meinem letzten Arbeitgeber antwortete ich auf die Frage, wo ich mich denn in 5 bzw. 10 Jahre sehe: “wo sehen Sie Ihr Unternehmen in den nächsten 5 bzw. 10 Jahren”… das ist ja wohl eigentlich auch die viel wichtigere Frage :-)

Mich würde hier aber wirklich mal die Meinung eines Personalers interessieren – macht es einen guten Eindruck, wenn der Bewerber viele Fragen stellt, und welche Fragen hört man besonders gerne von Bewerbern? Hat einer der mitlesenden Personalverantwortlichen Lust kurz seine Meinung via Comment abzugeben? – schee wärs :-)

4 Reaktionen zu “Wer nicht fragt bleibt dumm”

  1. Hey Marcus,

    bin gerade von Fridays Blog auf deinen Web2.0 Post gestolpert. Heiße Diskussion dort – aber zurück zu Fridays Thema: Silversurfer und Usability ( http://www.fridaynite.de/besucheranalyse-mit-google-analytics/ ): Ich habe gerade wie ein Hirni auf dein Bloglogo geklickt, um auf “Home” zu kommen – ging nicht, ist das Absicht?

    Grüße und bis nächste Woche,
    Markus

    MarkusK am 18. September 2007 um 09:47 Uhr
  2. Wieso kommentierst Du das unter dem Post, und schreibst mir nicht einfach ne Mail? :-)

    Logo is bei mir nich -> nur der “Startseite” Link oben bringt Dich zurück nach Hause.

    Marcus am 18. September 2007 um 09:57 Uhr
  3. Hallo Marcus,

    unser Hauspersonaler meint, das die Formulierungen zu negativ sind. Z. B. wieviel Freiheiten habe ich im Entscheidungsprozess? Das kann implizieren, das er in der letzten Stelle keine Freiheiten hatte und jetzt unbedingt welche haben will. Wenn die Struktur des Unternehmens aber keine direkten Freiheiten vorsieht, kommt die Frage u. U. nicht so gut.
    Was sollte ein neuer auf dieser Position anders machen als der letzte? Wenn diese Position neu geschaffen wurde kommen wieder Fragezeichen…

    this for that
    gr alex

    Alex am 18. September 2007 um 10:12 Uhr
  4. Hallo =)

    Hier macht es, wie eigentlich überall, die gesunde Mischung. Weder der “eingeschüchterte” Bewerber welcher sich kein Herz fasst Fragen zu stellen, noch derjenige der die Firma zu sehr hinterfragt ( ich hatte schon Bewerber die als erstes wissen wollten, welche Patente die Firma hält und welche Lizenzumsätze daraus resultieren ) haben eine Chance gegen Mitbewerber zu bestehen.

    Oft kann man Interessen und Wünsche doch auch in eine Antwort fassen bzw. Abhängigkeiten von der Entwicklung der Firma aufzeigen ( Wo sehen Sie sich in 10 Jahren ?… -> Bei fortschreitend guter Entwicklung des Aufgabengebietes in Ihrem Unternehmen….).

    Fragen schadet normalerweise nichts =) Jedoch darf der Bewerber nicht vergessen wer sich bei wem bewirbt und Strukturen, in denen er ja ein Teil werden will, zu kritisch beleuchten.

    Persönlich ist mir ein engagierter und selbstbewusster Bewerber immer lieber =)

    Christian

    Christian am 19. September 2007 um 07:46 Uhr

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