Wer vorgibt nie zu lügen lügt!
Gerade via Thorsten bei Svenja vom “Guttenberg-Prinzip” gelesen – unser Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Vita angegeben, dass er 2002 als Journalist für die Welt tätig gewesen ist, was aber widerum nicht ganz der Wahrheit entspräche, da er dort ledlich ein dreiwöchiges Praktikum absolviert hatte… Svenja meint, dass es durchaus gewagt sei, ein dreiwöchiges Praktikum als freie Journalistentätigkeit zu deklarieren, aber ich widerum würde das Ganze mit zwei anderen Worten beschreiben -> SO WHAT ?
Im Zeitalter von web2.0 und Social Media ist doch jeder mehr oder weniger Journalist – laut Definition bezeichnet Journalismus “die periodische publizistische Arbeit bei der Presse, in Online-Medien oder im Rundfunk” -also ist man per definitionem doch auch schon Journalist, wenn man mehr oder weniger regelmässig bloggt, twittert oder meinetwegen auch via Facebook seinen Status updated. Es gibt ja keine Regeln bzgl. der Länge einer Publikation oder gar der Qualität, da diese ja rein subjektiv ist. Keine Angst, ich will jetzt keine ernsthaften Journalisten auf die Füße treten – ich vergleiche mich als Blogger ganz sicher nicht mit einem Fulltime-Journalisten eines Qualitätsmediums – ich will lediglich sagen, dass heutzutage gerade Journalismus ein seeeehr breites Feld und dehnbarer Begriff ist.
Lebensläufe werden doch heutzutage fast von jedem aufgebübscht -> da wird das Zeitungsaustragen zum “Distribution Management für Print-Medien” und was weiß ich noch alles… aber genau darauf achtet der Personaler doch schon lange nicht mehr… wer achtet denn schon auf ein Praktikum, welches man vor 10 Jahren gemacht hat, wenn sich im Lebenslauf bereits “richtige” Fulltime Tätigkeiten finden? Es geht doch vielmehr um den Job, den man als letztes gemacht hat, bzw. die Qualifikationen, die man sich along the way so zusammengesammelt hat – sowas entscheidet doch viel eher über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch – und spätestens dort lässt sich im Dialog sowie jede aufgehübschte Tätigkeit entzaubern!
Und Unternehmen sind ja auch nicht besser -> da wird im Vorstellungsgespräch von tollsten Arbeitsbedingungen, kompetenten Mitarbeitern und einer rosigen Zukuft für das Unternehmen gelabert, und kaum sitzt man am neuen Schreibtisch muss man entdecken, dass es dem Unternehmen nicht ganz so gut geht, die Mitarbeiter unzufrieden und inkompetent sind… sowas haben wir doch alle schon mal erlebt, oder? (also in mehr oder weniger krassen Ausprägungen…)
Wie auch immer – ich bin und bleibe ein großer Fan vom Karl! Hab ja vor ein paar Wochen während der MTV European Music den ganzen Abend neben ihm gesessen, und mich ein wenig mit ihm unterhalten können – einfach ein cooler Typ!










Hoffentlich muss er nicht noch für den S… büssen den Minister Jung vor Ihm angerichtet hat.
Die Bild hat ihn schon ein wenig auf dem Kieker! Good Luck!
Den haben andere auch auf dem Kieker. Wieso sollte man ihn sonst als Verteidigungsminister einsetzen und nicht auf einen Posten wo besser zu ihm passt.
[...] Platz 2. der Marcus mit seinem Top JoBlog der immer nett und mit seiner direkten Art und Weise, den Jobbörsen auf den Zahn fühlt, so dass [...]
Hi Marcus,
aus meiner persönlichen Sicht finde ich zwei Aspekte wichtig in Deinem Post, der mal wieder richtig Feuer hat:
1. irgendwie finde ich, das journalismus bloggen sein kann und umgekehrt und beides zugleich. Bsp. dafür sind Jochen Mai, Thomas Knuewer, Simone Janson usw…
Das zu Guttenberg das Praktikum als Tätigkeit angibt, ist ok. Stimmt ja auch. Ich finde CVs/BIOs aber besser, die detaillierter sind, zumindest was Daten&Fakten betrifft.
2. Was Du zu den CVs von Bewerbern sagst sowie zu den Unternehmen, läßt sich nicht leugnen. Aber: Der geneigte leser sollte daraus nicht die Schlüsse ziehen, daß man alles nur ein wenig tunen muß, um gut dazu stehen. Ich wünsche mir, daß immernoch / weiterhin / whatever die Leistung zählt, die man abliefert. Die zeigt sich ja wie Du richtig sagst, im V-Gespräch sowie hoffentlich! in den Arbeitsproben.
Beste Grüße aus Stuttgart
Johannes
Um sich Journalist nennen zu dürfen, muss man rein gar nichts tun, da der Begriff in keiner Weise geschützt ist. Für den Titel Redakteur hingegen ist eine zweijährige Ausbildung nötig. Total seltsam, aber so ist die Welt nun einmal.
@Marcus,
ohne um mich meinem vorredner anzuschliessen
hab dir da bald ein Thema