Marcus Tandler

Wie arbeitswillig sind Hartz-IV Empfänger?

Gestern gab es einen recht interessanten Beitrag bei SternTV auf RTL. Ich habe den Beitrag leider nicht gesehen (bin nicht so der TV-Glotzer…), aber auf Stern.de gibt´s eine gute Zusammenfassung -> “Wie arbeitswillig sind Hartz-IV Empfänger“.

SternTV hat innerhalb eines Praxistests 100 Hartz-IV Empfänger angesprochen, und ihnen einen Job bei McDonalds als “gewerblicher Mitarbeiter im Rotationsprinzip” (quasi halt Aufgaben vom Brötchenwenden bis hin zum Toilettenschrubben) angeboten. Ein Job, den eigentlich jeder, der 8 Stunden am Stück stehen & arbeiten kann, auch easy ausführen kann. Bezahlt wird selbstverständlich nach Tarif zu 7,35 Euro pro Stunde.

Ich will jetzt garnicht die ganze Story vorwegnehmen – der Artikel ist wirklich recht lesenswert – nur noch kurz das Fazit anteasern -> von den 100 Leuten hat lediglich einer bzw. eine, eine seit 13 Monaten arbeitslose 28-jährige, einen der angebotenen Jobs angenommen! Das ist schon krass, auch wenn selbstverständlich nicht jeder großen Bock darauf hat bei McDonalds am Burgergrill zu stehen… aber gerade auch die “Ausreden” (ich bzw. SternTV wollen jetzt ja hier mitnichten irgendjemand etwas unterstellen) klingen typisch -> vor allem krankheitsbedingt hagelte es die meisten Absagen! Angebliche Krankheiten sind nun mal stets die beste Ausrede, und das lustige ist, dass die meisten sich ihre “Krankheit” auch regelrecht einreden, ganz nach dem Motto “Ich würde ja arbeiten wollen, aber wegen XY geht es halt leider nicht” *gäääähn* Wie gesagt, ich will hier niemandem etwas unterstellen, und ich glaube auch, dass die meisten Arbeitslosen wirklich versuchen eine neue Anstellung zu finden, aber man muss ja nur mal durchs TV-Nachmittagsprogramm zappen, und man sieht jeden Tag Hartz-IV Empfänger, die in diversen Talkshows proklamieren, nicht arbeiten zu gehen, wenn es doch mehr Geld vom Staat gäbe, und das Leben auf der Couch doch viel angenehmer sei… So kann das doch nicht weitergehen, oder?
Gerade auch wenn Jugendliche genau solche Sprüche bei Vera am Mittag ablassen, und auch noch auf supercool machen, weil sie den Staat verscheißern…

Ich glaube, dass der Staat hier viel härter durchgreifen sollte, gerade auch um Arbeitslose, die sich wirklich bei der Jobsuche reinhängen, oder krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können, vom sozialen Stigma zu befreien, dass sie sowieso nur dem Staat auf der Tasche liegen wollen… Ich meine, es muss ja niemand arbeiten, wenn er nicht will, aber dann soll er doch bitte auch die Hände aus dem Staatssäckel nehmen, damit die Leute, die wirklich unsere Unterstützung brauchen, diese auch bekommen können!

Julia Kukielski hat ihre Chance erkannt, und sie ist froh darüber – auch wenn sei zunächst skeptisch war, ob Burger braten der richtige Job für sie sei. Aber sie wurde gut aufgenommen, sagt sie. Und sie hat wieder eine Perspektive: “Man hat einen strukturierten Tag, man sitzt nicht mehr nur zu Hause rum, trifft Leute – und ich habe im Monat 200 Euro mehr in der Tasche”, sagt sie bei stern TV. Das sei auch nicht zu verachten.